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Die „Leib-und-Seele-Seelsogerin“ Pfarrerin Helga Donath in ihrem Element.
17. Juni 2017 

„Silberhochzeit mit der Kirche“

Ordinationsjubläum von Pfarrerin Helga Donath in Goddelau

GODDELAU, Juni 2017 (meli), Am 11. Juni feierte Pfarrerin Helga Donath ihr 25-jähriges Ordinations-Jubiläum in der evangelischen Kirche in Riedstadt-Goddelau. Ihr Vikariat hat die 56-Jährige in der Kreuzkirchengemeinde Wiesbaden absolviert. Ordiniert wurde sie am 14. Juni 1992 in Weiterstadt-Braunshardt. Seit Juni 1997 ist sie Pfarrerin in Goddelau.

Die kleine Goddelauer Kirche aus dem 17. Jahrhundert ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Kerweborsch, Familien, Angehörige, Freunde und Gemeindemitglieder- alle sind gekommen. „Das ist doch klar, dass wir heute hier sind. Wir teilen mit Helga viele wichtige Stationen in unserem Leben“, so eine Gratulantin, die einen der letzten Sitzplätze ergattert. Seit 20 Jahren ist Pfarrerin Helga Donath nun Gemeindepfarrerin in Goddelau, wo sich „zuhause und glücklich“ fühlt.

Der Chor unter der Leitung von Christiane Schmitdt stimmt ein: Bless my lord my soul! Die Kirchengemeinde schnippt mit. Die Jubilarin ist überwältigt von soviel Anteilnahme an ihrem Jubiläum.
Auf der Kanzel predigt Donath über die Berufung des Propheten (Jesaja 6, 1-12). Ein Text, der sie bereits in der Ausbildung zur Pfarrerin beschäftigt und mit dem sie immer wieder ringt, denn er stellt die wesentlichen Aspekte des Pfarrerdaseins und die Herausforderungen, die mit der Berufung einhergehen, in den Mittelpunkt. Vor dem Hintergund der zunehmend unübersichtlicher werdenden politischen Weltsituation und dem Umgang von uns Menschen mit der Schöpfung, empfinde sie sich selbst oft als Fragende: „Sind wir noch zu retten? Das ist meine Frage an Gott!“. Es sei tröstlich und Mut machend, dass Gott in seiner Erhabenheit und Größe mehr ist als das, was Menschen schaffen können. „Gott baut seine Kirche- nicht wir“, ist Donath überzeugt.

In seiner Ansprache zum Ordinations-Jubiläum würdigt Dekan Karl Hans Geil die Jubilarin, die seit 2004 als Stellvertretende Dekanin im Amt ist: „Ich gratuliere Dir zu der Silberhochzeit mit der Kirche. Du lebst deine Berufung auf der Gemeindeebene und auf der Ebene der Gesamtkirche sehr sorgsam.“ Das wichtigste Werkzeug der seelsorgerischen Arbeit sei die persönliche Empfindung. „Mit Deinem weiten Herz hast Du das Gemeindeleben in Goddelau sehr bereichert“, so Geil. Die Kirche applaudiert. Um langfristig mit einem guten Gefühl in einer Gemeinde verortet zu sein, gehöre auch das direkte „Echo“ aus der Gemeinde, die direkte Rückmeldung an der Kirchentür, so Geil.

Alles keine Fremdworte für Helga Donath, die immer da ist, wo die Menschen in ihrer Gemeinde sind. Auf dem Kerweplatz, in städtischer Gremienarbeit. Da, wo wesentliche Dinge für die Gemeinschaft passieren, fühlt sie sie sich in der Mitverantwortung. „Das A und O ist die Beziehungsarbeit in der kirchlichen Gemeinde“, so Donath, die sich selbst als „mit-Leib-und Seele-Seelsorgerin“ bezeichnet.

Die Gratulantenschlange am Ende des Gottesdienstes ist lang. Sie habe sich vorgenommen, nur zweimal im Gottesdienst gerührt zu sein. „Das habe ich geschafft“, so die Jubilarin. An der Kirchentür gibt es diesmal viel Echo. Nur positives. Und viel dankbare Angerührtheit- auf allen Seiten.