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Trainer Martin Jünemann gab den Spielerinnen neue Anweisungen beim Timeout. Foto: soe
15. April 2019 

TV Jugenheim Volleyball Bezirksliga Fazit: „Himmel und Hölle“

Neue Spielerinnen sind herzlich willkommen

SEEHEIM-JUGENHEIM, April 2019 (jüne), Die Damen vom TV Jugenheim haben sich diese Runde in der Bezirksliga gut geschlagen. Höhen gibt es, weil die „Mädels“ alle gut Volleyball spielen können. Die Tiefen werden hauptsächlich von der dünnen Personaldecke verursacht. Daher wirbt der Verein bewusst um Spielerinnen mit Spielerfahrung, wobei sich gerne auch ältere Semester melden können. Nur so kann mehr Konstanz und Kontinuität im Training und letztendlich auch in den Spielen aufgebaut werden.

Das letzte Heimspiel hat den Tabellenplatz knapp hinter der Tabellenmitte so stabilisiert, das sich der TV Jugenheim auf jeden Fall seinen Platz in der Bezirksliga gesichert hat. Am 23. März starteten die Damen von ihrem fünften Platz aus gegen den DSW – der Souverän an der Tabellenspitze. Dank der Unterstützung einiger Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft war das Konzept gegen den DSW Darmstadt es mit Spaß laufen zu lassen und dann gegen VSG Ried mit voller Kraft anzutreten.

Das Konzept ging leider nicht auf. Die Jugenheimerinnen fanden so gar keinen Tritt gegen den DSW. Zu langsam in den Aktionen, nervös mit hoher eigener Fehlerrate. Nach knapp 18 Minuten war der Satz auch mit 11 Punkten abgegeben. Im zweiten Satz ging es leider im gleichen Stil weiter. Aber die Einzelaktionen wurden besser. Endlich kamen Yara Schollenmeyer, Luisa Jung oder Hanna Müller von der Zweiten nicht nur zum Angriff, sondern punkteten auch erfolgreich, aber das Gesamtgerüst stimmte noch nicht. 12 Punkte geholt, und weg war der Satz. Da war wohl nicht mehr viel zu erwarten.

Trainer Martin Jünemann stellte nochmals eine andere Kombination auf das Feld und schwor das Team nochmals neu ein. Auch der DSW hat Schwächen – zu langsam in der Abwehr. Das hatte auch Kapitän und Hauptstellerin Chiara Kamps realisiert und gab die Marschrichtung aus – nur noch schnelle Bälle zu spielen. Und los ging der Weg von Hölle zu Himmel. Die Jugenheimerinnen ließen sich bei den Punkten nicht mehr abhängen und die Darmstädterinnen waren vom plötzlichen Tempo- und Leistungswandel sichtlich beeindruckt und drehte ebenfalls den Gashahn auf. Bis 9:10 waren die Jugenheimerinnen im Boot. Dann hatte der DSW eine unfassbare gute Aufschlagserie und lag frustrierenderweise 17:9 vorne.

Um neue Impulse im Angriff zu setzen kam dann Hanna Müller auf das Feld und Julia Arens an den Anschlag. Und wenn Julia was kann, dann Anschläge. Und sie fand ihre Konstanz wieder. Tatsächlich prügelte sie sieben Aufschläge, davon ein paar unhaltbare, ins Feld. Die Angriffe vom DSW wurden pariert und so war mit dem Punktestand von 16:17 wieder alles offen.

Hatte das Publikum in den ersten Sätzen schon viel gegeben – jetzt stand die Halle definitiv auf dem Kopf. Der DSW ging auf 18 Punkte, die Jugenheimer zogen nach, aber als ob man einen Fluch hätte – der Anschlag für die Führung ging immer ins Netz. Auch für Trainer Jünemann war klar – jetzt oder nie. Er zog bei 18:19 die Costellerin Katrin Kleinscheck, die bisher sehr gut gestellt und souverän aufgeschlagen hatte, vom Feld und nahm dafür Jeanny Wawra als zusätzlichen Angriff auf die Diagonalposition. Das Konzept war klar – jetzt über Kopf die Bälle verwandeln. Tatsächlich konnten die Mädels den Druck wieder erhöhen, der DSW aber damit umgehen. Beide Teams wurden von ihren Fans nach vorne geschriehen! Den weiter ansteigenden Druck auf die Abwehr glich Trainer Jünemann mit dem Einwechseln von Viktoria Wich bei 19:21 in der Abwehr aus.

Unglaublich agil kratzte sie bei Nah- oder Fernabwehr Bälle heraus und zirkelte diese zur Stellerin. Bei Einstand von 21 holte sich der DSW direkt 2 Bälle in Folge. Jünemann zog die letzte Auszeit bei 21:23 und gab nochmals taktische Anweisungen. Und Jeanny Wawra kam zum Anschlag und fand auch ihre Kontinuität wieder. Jetzt konnte man auf beiden Seiten die Anspannung knistern hören.
Die Angriffe waren hart oder gefintet, die Blocks schnell auf den Beinen und die Abwehr beider Mannschaften ließ nichts fallen. Aber die Jugenheimer hatten ihren Pfad gefunden, zogen an DSW vorbei und konnten den Satz dann sogar nach 27 Minuten mit 25:23 gewinnen.

Das hatte klar Kraft gekostet. Beide Mannschaften. Was aber keiner für möglich gehalten hatte. Die Jugenheimerinnen sahen nicht nur den Silberstreif, sie griffen beherzt danach und der DSW hielt fest. So starteten beide Mannschaften bei der vollkommen aus dem Haus geratenen Fangemeinden in den vierten Satz. Und das war Volleyball, was jeden von den Sitzen reißt. Beide Mannschaften spielten auf grandiosem Bezirksliga Niveau. Keiner konnte sich mehr absetzen. Punkt für Punkt wurde der Anschlag gewechselt.

Und dann schob sich der TV Jugenheim mit einer kleinen Anschlagserie auf 15:11, was der DSW erst mit einer Auszeit und dann mit einem Wechsel quittierte. Die Frauen vom DSW stemmten sich aber wirklich vehement gegen einen eventuellen Satzverlust. Schritt für Schritt kamen sie bei jedem Wechsel doch wieder einen Punkt näher. Taktisch zogen auch die Trainer alle Ressourcen.

Der TV Jugenheim setzte Hanna Müller und dann Julia Arens bei 19:16 ein. Die war jetzt richtig heiß und forderte den DSW mit jeder möglichen Angriffsvariante über die Mitte, während Cecina Becker über die vier versuchte den Sack zu schließen. Doch woher die Damen vom DSW auch immer die Kraft nahmen, sie zogen auf 23 gleich. Bei 24 wieder Gleichstand und die Jugenheimer holten die lang gewachsene Yara Schollenmeyer mit einem Rückwechsel vorne rein. Ein Mörderblock und 25 beide. Wer jetzt noch nicht heiser war, wurde es jetzt. 26 beide. Und tatsächlich hatte dann die Mannschaft vom DSW ein Quäntchen mehr Glück und den Tick mehr Erfahrung und konnte so den vierten Satz nach 30 Minuten mit 28:26 doch gewinnen und gingen unglaublich erleichtert und mit viel Lob für das tolle Spiel einen Sekt trinken, um den ersten Tabellenplatz zu feiern.

Dem entsprechend etwas ausgelaugt startete dann auch das Spiel gegen VSG Ried in dem die Jugenheimerinnen von Johanna Schlegel und Christine Spiske unterstützt wurden.

Der erste Satz wurde mit 19 Punkten gewonnen. Im zweiten schlug die Kondition und ein wenig Frust zu, so dass dieser abgegeben wurde. Dadurch leckte VSG Ried Blut und ging mit all seinen Ressourcen an den Start. Die Mädels von Jugenheim hatten aber genug Biss. Johanna Schlegel kam über die Mitte gut ins Spiel und Christine Spiske zeigte all ihre Erfahrung, auch wenn sie durch Spielerwechsel von Außen auf die Mitte wechseln musste. Den Satz holte man sich mit 27:25 was auch das Ende des VSG Ried einleitete. Wurden die Pässe, Abwehr und Angriff im vierten Satz auch ein wenig unpräziser die Jugenheimer hielten VSG Ried bis 15 Punkte in Schach.

Julia Arens und Cecina Becker blieben im Angriff immer gefährlich und so zog man dann davon und gewannen mit 25:19. Kilometergeld hat sich an diesem Tag die Stellerin Chiara Kamps verdient, die mit einer Nettospielzeit von 197 Minuten deutlich die Obergrenze an Kondition bei den Jugenheimern setzt und für ihr tolles Spiel sogar von den anderen Mannschaften beglückwünscht wurde.
Einen herzlichen Dank an das ganze Team, Heißmachcoach Carlos Garcia und alle Zuschauer. Auf eine neue Saison freut sich Martin Jünemann – Trainer Damen 1 beim TV Jugenheim.