Alsbach-Hähnlein

„I love my Unicorn.“ Von wegen, nur was für kleine Mädchen. Foto: Archiv 2017/meli
29. September 2018 

„Die Hejner Kerb, die Hejner Kerb, die Hejner Kerb es dou …”

Hähnleiner Traditionsfest vom 20. bis 22. Oktober – Etwas „Kerwe-Geschichte“

ALSBACH-HÄHNLEIN, September 2018 (raha), Es ist wieder soweit, die Kerb naht mit Riesenschritten! Eine „Reitschul“ kommt entgegen des Kerweliedes selbstverständlich. Und sogar ein Autoscooter! Doch zunächst ein bisschen Hejner Kerwe-Historie: Vor 40 Jahren, 1978, gab es in Hähnlein noch zwei Kerwen mit Kerwesprüchen. In der Gastwirtschaft „Zur Spitz“ an der Ecke Spießgasse zur Georg-Fröba-Straße war Willi Werner der letzte Kerwevadder, was er freilich damals noch nicht wusste, denn kurze Zeit später verstarb Gastwirt Willi Gerhard ganz plötzlich und für alle Hähnleiner sehr überraschend. Seine Frau Helene konnte die Gasstätte alleine nicht weiter führen.

Die Traditions-Wirtschaft schloss daraufhin ihre Pforten und die „Schlappe-Kerb“ in diesem kleinen, gemütlichen Lokal mit Saal war fortan Geschichte. Die „Schlappe-Kerweborsch“ feierten danach noch zweimal in der Radsporthalle ihre Kerb unter Kerwevadder Helmut Gussmann und Gastwirt Klaus Exner. Dann war ein paar Jahre Ruhe. 1985 gebührte wiederum Willi Werner die Ehre, in der „Schlappe-Tradition“, der erste „Hallen-Kerwevadder“ in der Sport- und Kulturhalle zu sein.

Die zweite Kerb fand in der „Krone“ statt. Dort stand 1978 Hans-Dieter Stein als Kerwevadder auf der Leiter mitten in der Gernsheimer Straße, die über den Kerwespruch längere Zeit vom Autoverkehr abgesperrt blieb (heute undenkbar). Als Gastwirt stand Adolf Reinhard mit seiner Frau Elfriede hinter dem Tresen. Diese Kerb ging als „Indianerkerb“ in die Hejner Kerwe-Geschichte ein.

Die Musiker der Hausband „Cobras“ hatten den alten Chris Howland-Hit „Da sprach der alte Häuptling der Indianer“ zum Kerwe-Ohrwurm umfunktioniert. Das animierte einige Kerweborsch mitten im Saal ein Indianer-Lagerfeuer zu entfachen und eine Friedenspfeife zu rauchen. Der lautstarke Protest von Gastwirt Adolf Reinhard lief ins Leere, wurde er doch von den Anwesenden kurzerhand mitten rein gesetzt und mit einem Pfeifchen ausgestattet. Auch die Krone schloss 1986 ihre Pforten und wurde 1988 abgerissen. Ein großes Mietshaus wurde an ihrer Stelle gebaut. Als einziges Überbleibsel dieser Wirtschaft kann man heute die Inschrift „Kaisersaal“ an der südlichen Hausfront in der Gernsheimer Straße erkennen. Letzter Kerwevadder war dort 1985 Jürgen Flauaus.

Seit 1985 feiern die Hähnleiner nun ihre Kerb in der Sport- und Kulturhalle und 1986 hat sich dafür eigens ein Kerweverein gegründet, der seitdem viel Zulauf hat.

Die Krone-Kerweborsch trafen sich von 1988 bis 2010 im Sportheim zum Kerweabend zuerst samstags und dann freitags vor der Kerb. Seit 2011 sind daraus die „Thekla-Kerweborsch“ entstanden, die im Gasthaus „Zum Rodacker“ ihre Kerb veranstalteten. Doch dieses Gasthaus ist seit 2016 nun auch geschlossen und so feiern die „Thekla-Kerweborsch“ seit letztem Jahr freitags im Dorfgemeinschaftshaus (ehemalige Marktschänke).

Jetzt zum diesjährigen Programm des Kerwevereins:
Es geht wieder rund zur Kerb: Los geht es am Samstag, den 20. Oktober um 17.00 Uhr mit dem Kerwe- Gottesdienst und dem anschließenden Suchen und Ausgraben der Kerb in Form einer Flasche Wein hinter der Kirche. Ist diese gefunden, tritt die Traditionsfigur „Kerwe-Parre“ in Aktion und begrüßt die „Hejner Kerb“ mit einer flammenden Rede. Danach wird das freudige Ereignis von den Kerweborsch lautstark im Ort verkündet. Anschließend geht es in die Halle zum Kerwetanz mit Musik der Band „Sounds“. Der Abend wird durch Auftritte der Kerweborsch und
-Mädcha bereichert. Am Sonntag, den 21. Oktober folgen der große Umzug durch die Ortsstraßen um 13.30 Uhr und anschließend der Kerwespruch vom diesjährigen Kerwevadder Yannik Dieter am alten Feuerwehrturm auf dem Marktplatz gegen 15.00 Uhr. Danach gibt es in der Halle noch Weck, Worscht un Weu (oder Bier). Die Kerb klingt am Montag mit dem Frühschoppen mit Musik in der Halle ab 11.00 Uhr aus. Im Angebot sind wieder die sensationellen Grillhaxen vom Kerweverein.

Weitere Veranstaltungen zur Hejner Kerb 2018:
Die ehemaligen Kerweborsch der „Thekla“ veranstalten ihren Kerweabend im Dorfgemeinschaftshaus (Marktschänke) am Freitag, den 19. Oktober. Kerwevadder Christoph Wackenhut hält dort seine Rede ab etwa 18.30 Uhr von hoher Leiter. Am Sonntag, 21. Oktober gibt es dort noch eine Kerweparty.

Auch im Sportheim wollen die Fußballer vom SKV zum Frühschoppen am Kerbmontag die Türen ab 9.00 Uhr öffnen.

Ausklang der diesjährigen „Hejner Kerb“ ist am Samstag, den 27. Oktober in der Sport- und Kulturhalle mit der „Nachkerb“ ab 19.00, Uhr, veranstaltet vom Hähnleiner Karnevalverein.