11. Januar 2018 

„Die Reformation im Wechselspiel der zeitgeschichtlichen Konflikte”

ZWINGENBERG, Januar 2018 (meli), Zum ersten Vortrag im Jahr 2018 lädt der Förderkreis Kunst und Kultur Zwingenberg e.V. am Freitag, 19.01.2018, um 20:00 Uhr, in den Saal im Alten Amtsgericht ein. Im Mittelpunkt des Vortrags steht der Zeitraum von 1517 mit Martin Luthers Thesenanschlag an der Wittenberger Domkirche und endete mit dem Westfälischen Frieden 1648. Der Referent, Gernot Scior, Ober-Ramstadt, wird in seinem bildunterstützten Vortrag auf die Reformation im Wechselspiel der zeitgeschichtlichen Konflikte jener Zeit eingehen.

Gernot Scior spricht über Luthers Thesen, die sich als theologische Streitschrift gegen den lukurativen Ablasshandel im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation richteten. Luther wollte nie eine Kirchenspal-tung, die letztendlich das damalige Reich in seinen Grundfesten erschütterten.

Seine Thesen waren aber der Beginn einer Glaubensrevolution, die den Lauf der Geschichte entscheidend beeinflusste sowohl in Deutschland, Europa und vielen Teilen der Welt.

Besonders dramatisch war der Umbruch im damaligen Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, also auch in der Schweiz und in den Niederlanden, als Teil des damaligen Kaiserreichs. Der Kaiser, vom Papst gekrönt, verstand seit vielen Jahrhunderten als oberster Beschützer der Christenheit und Garant des wahren Glaubens. Luthers offener Angriff gegen die kirchlichen Autoritäten war somit gleichzeitig auch ein Angriff auf den Kaiser. Karl V, romtreuer Christ, mächtigster Herrscher in Europa, gelang es nicht, die Reformation zu unterdrücken. Der rebellische Geist der Reformation griff um sich. Es kam zu gewaltigen Unruhen im Reich: In den Bauernkriegen erhoben sich Bauern und kämpften für ihre Rechte. Die Regionalfürsten schlugen in brutalster Art und Weise zurück.

Reichsfürsten sahen in der neuen theologischen Richtung die Chance, sich gegen den Kaiser zu stellen, ihre eigene Macht zu stärken und sich finanziell zu bereichern.

Der sogenannte Augsburger Religionsfrieden von 1555 versuchte einen konfessionellen Ausgleich herbeizuführen, scheiterte aber nach wenigen Jahren, als sich die evangelischen und katholischen Gruppierungen kompromisslos und feindlich gegenüberstanden.

Der entsetzliche Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648, als erbitterter Religionskrieg getarnt, war für Jahrhunderte die größte Katastrophe Mitteleuropas. Am Ende stand der Westfälische Frieden von 1648, der im Reich zu einer vertraglich geregelten Anerkennung der Konfessionen führte.

Der Vorstand des Förderkreises Kunst und Kultur Zwingenberg e.V., an der Spitze Vorsitzender Bürgermeister a.D. Dieter Kullak und seine Stellvertreterin Ulrike Fried-Heufel, lädt Interessierte aus Zwingenberg und der Region sehr herzlich zu diesem interessanten Vortrag ein.

Der Besuch des Vortrags ist frei. Der Förderkreis würde sich über Spenden sehr freuen.