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Welche Auswirkungen das Steigen des Meeresspiegels hat und welche Regionen davon am meisten betroffen sind, zeigten die Schüler der Klasse 8eG. Foto: soe
02. Oktober 2018 

Ein Plädoyer für Nachhaltigkeit

Schuldorf Bergstraße setzt mit Schulfest Zeichen für Umweltschutz

SEEHEIM-JUGENHEIM, Oktober 2018 (erh), Giuliana und Rüya haben es sich auf dem Boden gemütlich gemacht. An ihrer Station ist gerade nichts los. „Eine Gruppe ist gerade draußen unterwegs“, berichten die beiden Schülerinnen des Schuldorf Bergstraße (SBS). Die Gruppe, die die beiden Neuntklässlerinnen meinen, absolviert joggend eine Runde über und rund um das Schulareal. „Um den Entenweiher und so“, beschreibt Rüya den Kurs. Mit Joggen allein ist es allerdings nicht getan, die Läufer sollen den herumliegenden Müll entlang der Strecke einsammeln. Plogging nennt sich die Natursportart aus Schweden, die Bewegung mit einem Beitrag zum Umweltschutz verbindet. Giuliana und Rüya, beide im Sportdress gekleidet, finden die Kombination aus Sport und Müllentsorgung „sehr cool“. Warum sind sie nicht mit auf Tour? „Wir müssen hier aufpassen“, antworten die beiden lächelnd.

Plogging ist eine von vielen Mitmachaktionen beim SBS-Schulfest Ende August, das unter dem Motto „Nachhaltigkeit“ steht und erstmals outdoor auf dem Schulgelände durchgeführt wird. An über 40 Stationen wird Umweltschutz auf unterschiedliche Weise thematisiert. Die Schüler zeigen mit ihren Angeboten eine Palette von Umweltstrategien auf: schonenden Umgang mit Ressourcen, Vermeidung von Müll, nachhaltiges Recycling und vieles mehr. SBS-Schulleiterin Christina Martini-Appel absolviert den Rundgang über die außergewöhnliche Festmeile, auf der auch Speisen und Getränke angeboten werden, mit einem freudigen Strahlen im Gesicht. „Toll. Ich bin einfach begeistert.“

Sie lobt das Organisations-Team und die Schüler für Engagement und Ideenreichtum. Das Schulfest mit dieser thematischen Ausrichtung zeige, dass das SBS die mit der Auszeichnung als Hessische Umweltschule verbundenen Inhalte und Ziele ernsthaft verfolge, so Martini-Appel weiter. Umweltschutz und Nachhaltigkeit würden im Unterricht ausführlich behandelt und von den Schülern nach draußen und in die Familien getragen. „Das bringt sehr viel, davon bin ich überzeugt.“Auf den Klassenbeeten der Grundschule herrscht mächtig Betrieb. Große und kleine Gärtner graben um, harken und rechen, setzen neue Pflanzen, jäten Unkraut. „Jede Klasse kümmert sich um ihr Beet“, erklärt Elternbeirätin Caroline Forthuber die Aufgabenverteilung.

Die neuen Pflanzen haben die Familien von zu Hause mitgebracht. Ruben aus der ersten Klasse hat Setzlinge vergraben, erzählt er in wenigen Worten. Aber eigentlich hat er gar keine Zeit, um groß zu quatschen. Die Arbeit ruft. Berisa ist mit seiner 8. Klasse in Sachen Klamotten-Upcycling am Start. Er zeigt stolz einen roten Turnbeutel. „Das war vorher ein T-Shirt. Man kann aus alten Sachen ganz viel machen und muss nicht alles gleich wegschmeißen.“

Helena und Julie betreuen mit ihren Mitschülern das Baumwolltaschen-Projekt. „Die kann mit coolen Motiven bedrucken und immer mit zum Einkaufen nehmen.“ Plastiktüten sind für die beiden „total out“. Apropos Plastik: Der verheerende Verschmutzung der Erde mit Plastik wird an einer Station einer 9. Klasse gleich dreifach aufgezeigt: Plastik-Quiz, Plastik fischen aus einem Planschbecken und Sammeln von Plastikflaschen.

Im Unterricht haben die Schüler über Plastikmüll und dessen Auswirkungen auf das Öko-System gesprochen, erzählen Yvonne und Julie. „Plastik ist einfach Mist für die Meere und die ganze Umwelt.“