Alsbach-Hähnlein, Startnews, Zwingenberg und Rodau

Peter Jankowski (re) verabschiedete sich auch von seiner zuverlässigen Mannschaft der Kläranlage (mittlere Reihe v.li.): Betriebsschlosser Lothar Müller, Elektriker Velimir Löser und Betriebsleiter Hans-Jürgen Frank. Foto: ewi
14. März 2019 

Ich bin dann mal weg …

Peter Jankowski wurde nach 38 Jahren erfolgreicher Tätigkeit für den Abwasserverband Alsbach-Zwingenberg-Hähnlein in den Ruhestand verabschiedet – Timo Bickhardt tritt seine Nachfolge an

ALSBACH/ZWINGENBERG/HÄHNLEIN, März 2019 (ewi), „Ich bin dann mal weg…“, mit diesem geflügelten Wort von Hape Kerkeling schloss Peter Jankowski seine Abschiedsrede bei der offiziellen Feierstunde im „Bunten Löwen“. Zwingenbergs Bürgermeister Dr. Holger Habich begrüßte in seiner Funktion als Verbandsvorsteher Peter Jankowski, alle Gäste, darunter Alsbach-Hähnleins Bürgermeister Georg Rausch, Ehrenbürgermeister von Zwingenberg Kurt Knapp (einer der ehemaligen Verbandsvorsteher), die Kollegen der Kläranlage und Marianne Kalis, die ehemalige stellvertretende Geschäftsführerin und den neuen Geschäftsführer Timo Bickhardt.

Viele bauliche und technische Entwicklungen hat Peter Jankowski, der in der Gemeindeverwaltung Alsbach-Hähnleins als Leiter der Finanzverwaltung arbeitete, in den 38 Jahren Tätigkeit beim Abwasserverband Alsbach-Zwingenberg-Hähnlein bewirkt und federführend betreut.

1980 hatte er das Amt des Rechners für 16 Jahre inne. Von 1996 bis 2018 war er Geschäftsführer und ab dem 1.1.2018 stellvertretender Geschäftsführer. Er arbeitete mit drei Betriebsführern der Kläranlage zusammen (Werner Heim, Georg Poth und Hans-Jürgen Frank) und überdauerte die Amtszeit von fünf Bürgermeistern.

Der klassische Verwaltungsmann musste sich mit „Daseins-Technik“ der Abwasserentsorgung beschäftigen, arbeitete sich aber mit viel Freude u.a. in die verschiedenen Thematiken, zu denen auch ganz unbekannte Gebiete, wie die von Rücklaufschlammrechen, Schneckenpumpen und Krötenabscheidern gehörten ein und gestaltete die vielen Umbauten und Erneuerungen der Kläranlage aktiv mit, so dass die beiden Gemeinden stolz auf eine Abwasserentsorgung auf hohem Niveau sind, so Rathauschef Dr. Holger Habich.

Von der alten Anlage stehen heute nur noch das Hebewerk und das Betriebsgebäude, welches aber bereits 1997 aufgestockt wurde. Die Kläranlage wurde ständig erweitert. Dazu gehörte der Neubau eines Rücklaufschlammbeckens, der Bau von zwei Belebungsbecken, zwei Nachklärbecken, ein Gebläsehaus, sowie der Umbau der Denitrifaktion. Auf diese Investionen konnte man schon 1989 beim 25-jährigen Jubiläum des Verbandes stolz zurückschauen.

2002 schaffte man einen Klärschlammstapelbehälter an. Auch investierte man in erneuerbare Energien mit der Errichtung einer Photovoltaikanlage Jahr 2013. Danach folgte bereits das 50-jährige Vereins Jubiläum 2014. Als nächstes steht eine Investition in eine elektronische Erweiterung der vorwiegend digitalisierten Anlage an.

Habich lobte die äußerst solide Geschäftsführung von Peter Jankowski in all den Jahren und sein Engagement für den Verband. „Durch seine weitsichtige Arbeit steht der Abwasserverband heute weitgehend schuldenfrei da“, so der Geschäftsführer zufrieden. Er bedankte sich für die sehr gute Zusammenarbeit und bedauerte auch persönlich, dass diese Ära nun zu Ende ging. Sein Rat wäre aber nach wie vor noch sehr gefragt, so Habich.

Timo Bickhardt hat seit dem 1.1.2018 das Amt des Geschäftsführers übernommen. Er überraschte seinen scheidenden Kollegen mit einem originellen Geschenk des Verbandes: Peter Jankowski darf als „Winzer für ein Jahr“, den Rechenstift mit der Traubenschere tauschen, Trauben schneiden und lesen und im Winzerkeller den eigenen Wein keltern. „Aber es herrscht Abgabepflicht“, warfen die anwesenden Gäste scherzend ein, denn die hätten gerne ein Fläschchen des guten Tropfens der „Jankowski Traube“.

Unterstützt wurde Jankowski stets von der verlässlichen Mannschaft der Kläranlage, die immer dafür sorgt, dass alles rund läuft. Das lobte er ausdrücklich in seiner Rede. Dazu gehören Betriebsleiter Hans-Jürgen Frank, Betriebsschlosser Lothar Müller und Elektriker Velimir Löser. Ganz besonders freut es Jankowski, dass aus der guten Zusammenarbeit von Alsbach-Hähnlein und Zwingenberg im Abwasserverband dann 2017 der Bauhof als 2. gemeinsames Projekt erwuchs – der Zweckverband für Kommunale Dienste (ZKD), der 2014 gegründet wurde. Seit 2017 arbeiten die Bauhöfe Zwingenberg und Alsbach-Hähnlein zusammen. Der neue Betriebshof an der Quellache wurde am 1. März feierlich eingeweiht. Mit dem heutigen technischen Stand der Kläranlage an der Quellache ist Jankowski höchst zufrieden, denn sie stehe bestens da. Der stationäre Wert beträgt zurzeit 8,7 Mill. Euro.

Ganz gewiss ist, dass der gebürtige Alsbacher Peter Jankowski nach seiner langjährigen Tätigkeit als Rechner, stellvertretender Geschäftsführer und Geschäftsführer des Verbandes nicht auf dem Jakobsweg, wie einst der berufsgebeutelte Hape Kerkeling (von ihm stammt das geflügelte Wort: Ich bin dann mal weg) entschwinden wird, auch wenn Jankowski mit diesen Worten seine Rede schloss, denn Peter Jankowski empfand seine Arbeit für den Abwasserverband O-Ton: als sein 2. Hobby, sein erstes Hobby und seine Leidenschaft gilt seit vielen Jahren dem ambitionierten Moutainbike Sport.
Als Streckenpate der „Mountainbikestrecke Nördliche Bergstraße“, die er selber maßgeblich mit entwickelt hat und die 33 km misst, wird er unserer Bergstraßen Region natürlich treu bleiben und als Ruheständler nicht nur dort noch viele Runden mit seinem Mountainbike drehen.