Alsbach-Hähnlein, Startnews

Originell und einmalig: Die Hejner Tussis! Foto: Archiv 2016
05. Oktober 2017 

In Hejne is es wirrer Kerwezeit….

Planungen für das Tradionsfest laufen auf Hochtouren – Thekla-Kerb im „Mädde drin“

HÄHNLEIN, Oktober 2017 (raha), Wenn`s im Herbst kühler wird, der Nebel in den schilfigen Wiesen steht und man beginnt, sich für den kommenden Winter zu rüsten, werden in Hähnlein einige junge (und manche ältere) Leute ganz unruhig: Es geht auf die Kerb zu! Das höchste Fest des Jahres steht bevor. Traditionell am Sonntag auf oder nach dem Tag des heiligen St. Gallus, dem 16. Oktober, findet die Kirchweih in der ehemaligen Ziegenhochburg statt.

In vielen Höfen werden jetzt landwirtschaftliche Anhänger umgebaut. Es wird gewerkelt, geschmückt und etliche grüne Kisten mit Hufeisen-Emblem herbeigeschleppt. Man baut Motivwagen für den Umzug. Es ist Kerwezeit „in Hejne“!

Denn am Samstag, den 21. Oktober beginnt die Kerb mit dem festlichen Gottesdienst um 17.00 Uhr in der evangelischen Kirche. Danach wird die „Kerb“ in Form einer Flasche Wein auf dem Kirchengelände gesucht. Der „Sucher“ und sein Kollege, der „Landvermesser“ sollen nun nach geheimen Plänen die genaue Lage der vergrabenen „Kerb“ ermitteln, zielsicher geführt von den Anweisungen des „Kerweparre“, der im Besitz dieser ominösen Unterlagen ist. Falls man sie nach mehreren missglückten Versuchen findet (was bisher immer der Fall war), hält direkt danach der „Kerweparre“ seine feierliche Rede auf das erfolgreiche Finden der Kerb und wünscht dieser ein gutes Gelingen. Sogleich wird das freudige Ereignis von den Kerweborsch mit lautem Geschelle und Gesang auf Traktor und Rolle im Ort verkündet.

Ab 20.00 Uhr spielt dann die Band „Sounds“ in der Sport- und Kulturhalle zum Kerwetanz auf. Verschiedene Auftritte der „Kerweborsch- und Mädcha“ sind dabei auch zu erwarten. Die Mannschaft um den Kerwevereins-Vorsitzenden Udo Mehl hat sicherlich die Halle wieder in einen toll geschmückten Festssaal verwandelt, so dass man sich um gute Stimmung keine Sorgen machen muss.

Am Sonntag (22.) beginnt um 13.30 Uhr der Kerwe-Umzug mit dem Aufstellen in der Schulstraße. Durch die Baustelle in der Georg-Fröba-Straße nimmt der Umzug in diesem Jahr einen anderen Verlauf: Schulstraße – Spießgasse – Carlo-Mierendorff-Straße – Gernsheimer Straße – verkehrt rum durchs Rodauer Gässchen, durch die Rodauer Straße in den Rodacker, die Waldstraße wieder zurück zum Marktplatz. Die Anwohner der betroffenen Straßen werden gebeten, während des Umzuges ihre Fahrzeuge nicht auf der Straße abzustellen, da dies den Umzug behindert. Anschließend folgt der Kerwespruch durch Kerwevadder Pascal Rechel am alten Feuerwehr-Schlauchturm auf dem Marktplatz. Begleitet wird der Kerwevadder von seiner Frau Katja als Kerwemodder, Sebastian Ernst als Souffleur sowie Yannik Schwab als Mundschenk.

Anschließend gibt’s noch Kaffee, Kuchen, Weck, Worscht, Bier und Weu in der Halle. Am Montag (23. Oktober) klingt die Kerb mit dem Frühschoppen in der Halle aus. Dazu gibt’s Gaudi-Musik mit den „Sounds“ und die bekannt guten Grillhaxen des Kerwevereins. Auch im Sportheim findet diesmal wieder ein Frühschoppen statt. Und eine Woche später, am 28. Oktober, lädt der Hähnleiner Karnevalverein zur Nachkerb in die Sport- und Kulturhalle ein.

Das „Kerwebläädche“ mit allen wichtigen Informationen und Neuigkeiten zur „Hejner Kerb“ kann man ab 14. Oktober in den zahlreichen Ortsgeschäften beziehen.

Die im letzten Jahr heimatlos gewordenen Kerweborsch des Traditions-Gasthauses „Zum Rodacker“ (Thekla) sind natürlich auch wieder mit von der Partie. Zum Ende des vergangenen Jahres hatte Wirtin Traudel Pabst nach 58 Jahren die berühmte Gasstätte geschlossen und damit ihre Kerwemannschaft obdachlos gemacht. So kommt es, dass die „Thekla- Kerweborsch“ in diesem Jahr eine neue Location suchen. Nach langen Gesprächen mit dem Verein „Mädde drin“ ist nun geplant, am Freitagabend (20. Oktober) und am Sonntagabend (22. Oktober) jeweils im Dorfgemeinschaftshaus die „Thekla-Kerb“ steigen zu lassen. Kerwevadder Christoph Wackenhut ist jedenfalls schon fleißig am Kerwespruch schreiben.

Es wäre nicht die erste Kerb in diesem Gebäude: Bereits 1993 war Claus Rothermel Kerwevadder bei der sogenannten „Staplerkerb“ von Gastwirt Klaus Exner im ehemaligen Gasthaus „Marktschänke“. Damals wurde der Spruch von einem Stapler aus gehalten. Mal sehen, wie es diesmal wird. Auf jeden Fall ist „in Hejne“ wieder Kerwezeit!