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QR-Codes, mit denen sich Fußgänger durch eine Stadt navigieren können, hat Sartak Saxena entwickelt und den interessierten Besuchern präsentiert. Foto: soe
12. März 2019 

Jugend forscht nach Lust und Laune

Erstes MINT-Zentrum in Südhessen am Schuldorf Bergstraße eröffnet

SEEHEIM-JUGENHEIM, März 2019 (erh), Anfang Februar wurde im Schuldorf Bergstraße das erste MINT-Zentrum Südhessens eingeweiht. Um das Schüler-Labor für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, kurz MINT, an den Start zu bringen, mussten viele verschiedene Akteure an einem Strang ziehen: der Landkreis Darmstadt-Dieburg, das Staatliche Schulamt, die Industrie- und Handelskammer Rhein-Main-Neckar (IHK), Firmen aus der Region, das Schuldorf. Knapp vier Jahre dauerte es von der ersten Idee bis zur Eröffnungsfeier in der Aula des Schuldorfs, zu der sich Vertreter aller beteiligten Stellen eingefunden hatten.

„Es ist mir eine große Ehre, dass das MINT-Zentrum im Schuldorf angesiedelt ist“, sagte Christina Martini-Appel in ihrem Grußwort. Ihre Freude über die Einrichtung verband die Schulleiterin mit einem Appell an die Forschergemeinschaft. „Seid bitte vorsichtig bei euren Experimenten“, wies sie die anwesenden MINT-Schüler schmunzelnd auf die räumliche Nähe zwischen Schulleiter-Büro und den MINT-Sälen hin.

Im MINT-Zentrum am Schuldorf können Schüler ab der Jahrgangsstufe 5 nun eigene Fragestellungen aus den technisch-naturwissenschaftlichen Bereichen ohne Notendruck bearbeiten. Betreut werden die jungen Forscher von einem Team aus Lehrkräften und ehrenamtlichen Fachleuten. Die Laborausstattung und die technischen Gerätschaften der Fachräume des Schuldorfs stehen MINT-interessierten Schülern aller Schulzweige aus dem gesamten Landkreis außerhalb des Regelunterrichts an Nachmittagen sowie samstags zur Verfügung.

Christel Fleischmann, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreis Darmstadt-Dieburg, dankte allen Beteiligten für Ausdauer und Engagement bei der Realisierung des Projekts. Ziel müsse es sein, die Ressourcen des MINT-Zentrums weiter zu verbessern sowie die geplante Etablierung weitere MINT-Forschungsstätten in der Region (Darmstadt, Ober-Ramstadt, Bensheim) voranzutreiben und diese Knotenpunkte miteinander zu vernetzen. „Wir haben uns auf den Weg gemacht, die Eröffnung des MINT-Zentrum am Schuldorf war der erste Schritt“, sagte Fleischmann.

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Uwe Vetterlein wies auf die zunehmende Bedeutung von MINT-Kompetenzen hin in einer immer stärker digitalisierten und technisierten Arbeitswelt. Allein in Hessen wären im vergangenen Jahr 32.000 Stellen im MINT-Bereich unbesetzt geblieben. „Wir benötigen dringend diese Fachkräfte“, unterstrich Vetterlein. Im Haus der Forscher im Schuldorf sollen die Schüler „nach Lust und Laune“ in den MINT-Fächer unterwegs sein und dabei zugleich Input für eine mögliche spätere berufliche Qualifizierung erhalten, so Vetterlein.

Der hohen Nachfrage an MINT-Fachwissen müsse auch in der Lehrerausbildung Rechnung getragen werden, erklärte Christine Preuß vom Zentrum für Lehrerbildung der TU Darmstadt. Das MINT-Zentrum biete die Gelegenheit Ausbildung auf allen Ebenen, Wissenschaft und Wirtschaft miteinander zu vernetzen.

Matthias Haxel, Mathe- und Physiklehrer am Schuldorf und Leiter des MINT-Zentrums, machte auf die fachlichen Herausforderungen für betreuenden Lehrer aufmerksam, die mit dem Betrieb eines solchen Forschungslabors einhergingen. Viele Projekte würden verschiedene wissenschaftliche Disziplinen berühren, über ein entsprechend breites Fachwissen müsse das Betreuungsteam verfügen. „Das kann die Schule alleine nicht leisten“, sagte Haxel verbunden mit der Hoffnung auf externe personelle und finanzielle Unterstützung.