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Zum schönsten Tier der Schau wurde das „Zwerg-Plymouth-Rocks“ Huhn von Züchter Heinrich Oßmann (li.) gekührt. Hier mit 1. Vorsitzenden Rainer Klein. Foto: soe
05. November 2019 

Kleintierzüchter auf neuen Wegen

Zwingenberger Verein veranstaltet Ausstellung auf Klubanlage – Premiere ein Erfolg

ZWINGENBERG, November 2019 (erh), „Es war die richtige Entscheidung.“ Rainer Klein steht gut gelaunt am Tresen des Klubheims des Kleintierzuchtvereins Zwingenberg. Es ist das Wochenende Anfang Oktober, als der Herbst nochmal Sommer spielt. Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen spätsommerlichen Temperaturen haben die Kleintierzüchter zu ihrer jährlichen Lokalschau eingeladen. Rund 100 Hühner, Enten und Tauben sind in der Lagerhalle auf dem Vereinsgelände ausgestellt.

Ort und Zeitpunkt sind neu in diesem Jahr. Statt Januar und Melibokushalle ist man diesmal im Oktober mit der Ausstellung auf dem westlich der Platanenallee gelegenen Vereinsareal am Start.
„Es war ein Risiko, auch wegen des Wetters, aber wir haben Glück gehabt“, meint Klein angesichts der zahlreichen Besucher, die seit dem Vormittag zu der Anlage kommen, um zum einen die Tierschau zu betrachten und zum anderen das kulinarische Angebot, Süßes und Deftiges, zu genießen, das der Verein bereithält. „Wir haben ganz gut kalkuliert“, freut er sich über den Absatz, den Speisen und Getränke finden.

Die örtliche Verlegung der Lokalschau war notwendig geworden, weil mitausrichtende Partnervereine diesmal nicht mit im Boot sitzen. „Für uns alleine ist die Melibokushalle zu groß“, erklärt Klein. Den Entschluss, die Sonderschau auf dem Terrain des Klubs auszurichten, sehen die Verantwortlichen als Chance und legen sich bei der Organisation entsprechend ins Zeug. „Für uns ist das eine gute Gelegenheit, unseren Verein, unsere Tiere und unser Gelände der Öffentlichkeit zu präsentieren.“ Durch eine Visite auf der Anlage, die einen Einblick in die Arbeit der Züchter verschafft, kann die Aufmerksamkeit der Besucher für die Kleintierzucht besser geweckt werden, glaubt Klein. „Vielleicht fühlt sich dadurch jemand angesprochen, bei uns mitzumachen.“

Aktuell zählt der Kleintierzuchtverein 80 Mitglieder. Seit zehn Jahren, damals waren es über 100 Vereinsangehörige, sind die Zahlen rückläufig. „Es ist schwer, neue Mitglieder zu gewinnen“, sagt Klein, der den Rückgang zum großen Teil auf die „übliche Fluktuation“ zurückführt. Der Vorsitzende hat festgestellt, dass wieder mehr Menschen im heimischen Garten Hühner halten, von diesem allgemein gestiegenen Interesse hat der Verein bislang jedoch nicht profitiert. Tiere, die für die Zucht nicht mehr geeignet sind, geben die Kleintierzüchter auch an private Haushalte ab.

Ansonsten gilt das Prinzip der Gesamtverwertung des Tieres, vom Ei (Klein: „Auch Rassehühner legen ‘Frühstückseier‘, die sehen nur anderes aus.“) bis zum Fleisch. Auf dem Anwesen des Vereins gibt es 16 Parzellen, von denen 14 mit insgesamt einigen Hundert Tieren belegt sind. Im Durchschnitt ist eine Parzelle rund 300 Quadratmeter groß. Die Parzellen werden nur an Vereinsmitglieder vergeben.

Die Kleintierzucht ist ein zeitintensives Hobby. „Man muss jeden Tag nach den Tieren schauen“, erzählt Rainer Klein, der auf dem klassischen Weg zur Kleintierzucht kam. Bereits als kleiner Junge war er mit seinem Vater Hans, der dem Verein ebenfalls einige Jahre vorstand, regelmäßig in Sachen Kleintierzucht unterwegs. „Mir hat das schon als Kind großen Spaß gemacht.“ Noch heute unterstützen sich Vater und Sohn Klein bei der Pflege der Tiere.

Einen Tag vor der Öffnung der Lokalschau für die Öffentlichkeit war eine Fachjury am Werk und bewertete die ausgestellten Tiere. Die Zwingenberger Züchter schnitten dabei sehr gut ab, wie Rainer Klein, der den Klub seit 2007 als Vorsitzender führt, berichtet.