Alsbach-Hähnlein, Garten-Natur-Tiere, Seeheim-Jugenheim, Startnews

Mit Hilfe von Kletterern von der FF Seeheim hat der NABU Seeheim-Jugenheim im Steinbruch Erlenbruch bei Alsbach einen zerstörten Falkenkasten ersetzt. Foto: Tino Westphal
12. März 2019 

Klettereinsatz: NABU ersetzt Falkenkasten im Steinbruch

Mit der Hilfe von Kletterern von der Freiwilligen Feuerwehr Seeheim hat der NABU Seeheim-Jugenheim im Steinbruch Erlenbruch bei Alsbach einen zerstörten Falkenkasten ersetzt

SEEHEIM-JUGENHEIM/ALSBACH, März 2019 (meli), Ein wunderbarer Fernblick biete sich dem wagemutigen Kletterer von der Abbruchkante des ehemaligen Steinbruches- ohne gute Sicherung mit Bergausrüstung allerdings ein lebensgefährliches Vergnügen, denn der Rand des Abgrundes ist nicht stabil. Auch große Greifvögel wie der Uhu und der Wanderfalke lieben freie Sicht und freien Anflug zu ihrem Horst und alte Steinbrüche sind perfekte Brutplätze – wenn sie denn geeignete Höhlen in der Wand vorfinden. Mangels Höhlen wurde vom NABU deshalb schon vor über 10 Jahren im Steinbruch ein künstlicher Nistplatz für große Greifvögel angelegt und erfreulicherweise wurde er sofort angenommen.

Dieser Kasten war am 30.9.2007 in einer NABU-Kletteraktion in der Wand des Steinbruches auf einem massiven Stahlfundament verankert worden. Im Herbst 2018 aber stürzte der Falkenkasten ab. Die Vogelfreunde waren sofort dabei, den wertvollen Nistplatz zu erhalten und rekonstruierten den Kasten anhand der geborgenen Trümmerteile innerhalb weniger Wochen, damit er noch in der nächsten Brutsaison zur Verfügung steht. Die Kletterer Peter Fiebig und Luc Kumle von der Freiwilligen Feuerwehr Seeheim waren bereit, dem NABU bei der Kletteraktion zu helfen und so stand der Aktion Falkenkasten nichts mehr im Weg.

Das Schadensbild vor Ort war etwas anders als erwartet: Offensichtlich hat nicht der Sturm den Kasten aus den angefaulten Befestigungen gerissen, vielmehr hat es eine massive Gewalteinwirkung von oben auf die linke Befestigungsstrebe gegeben. Dazu passt, dass oben an der Abbruchkante ein früher vorhandener Felsbrocken fehlte. Ein paar Trümmerteile des Dachs lagen noch auf dem Fundament in der Wand, das Fundament war verbogen.

Ein Bolzen des Gestells war abgerissen und die Stahlstreben verbogen, was einige Verzögerung bei der Montage bewirkte, denn der Bolzen musste ersetzt werden. Mit Brecheisen und Rohrzange gingen die Kletterer zu Werke. Dann konnte der neue Kasten abgeseilt und montiert werden. Der Kasten erhält eine leichte Neigung nach vorn, damit etwa eindringendes Wasser abfließen kann.
Als Einstreu wird etwas Rindenmulch in den Kasten gestreut- Eulen bauen keine kunstfertigen Nester, aber ohne die Streu würden die Eier auf dem blanken Holzboden womöglich wegrollen.
Nachdem noch das Dach vorsichtig abgeseilt und montiert wurde, steht nun dem erneuten Einzug der Vögel nichts mehr im Wege.