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Insgesamt 49 Laufbegeisterte jeden Alters sind der Einladung des VfL Zwingenberg gefolgt und haben das DLV-Laufabzeichen erworben. Foto: Vera Samstag
05. November 2019 

Runden drehen beim VfL Zwingenberg

Erwerb des DLV-Laufabzeichens – Viele Sportler am Start – Trainer gesucht

ZWINGENBERG, November 2019 (erh), Michael Heil verfolgt das Geschehen gut gelaunt von außerhalb. Exakt 49 Teilnehmer sind der Einladung des VfL Zwingenberg gefolgt, um das Laufabzeichen des Deutschen Leichtathletik Verbandes zu erwerben. Die „sehr gute Resonanz“ führt Heil, Vorsitzender des VfL, in erster Linie auf die funktionierende Mundpropaganda zurück.Abgesehen von den üblichen Kanälen zur Bewerbung der Veranstaltung wie etwa soziale Medien oder der Klub-Homepage sind diesmal viele Läufer über persönliche Kontakte ins Zwingenberger Stadion gelotst worden. Neben dem DLV-Abzeichen lockt das kulinarische Angebot, das der VfL vorhält, viele Starter in die Arena, vermutet Heil lächelnd. „Unser Fleischkäse ist sehr beliebt.“

Die Temperaturen an diesem Samstag Ende September sind angenehm (Heil: „Trocken und warm, aber nicht zu warm.), um ein paar Runden auf der Kunststofflaufbahn zu drehen. Die Abzeichen werden in fünf Stufen in 15-Minuten-Taktung, von 15 bis 120 Minuten Dauerlauf, vergeben. Nach der Einweisung durch VfL-Vorstandsmitglied und Trainerin Celine Stein gehen die Sportler an den Start. Sechs Athleten sind 15 Minuten unterwegs, elf absolvieren eine halbe Stunde auf dem Oval. Die meisten Jogger, 22, bewältigen eine Stunde, die 90 Minuten-Marke erreicht einer. Die gesamten zwei Stunden bewältigen neun junge Läufer.

Das Laufabzeichen ist für viele Teilnehmer eine Familien-Angelegenheit. Viele Eltern gehen gemeinsam mit ihren Kindern auf die Strecke. „Es ist eine schöne Sache und macht Spaß“, erklärt eine Zwingenbergerin, die mit ihrem Mann und den beiden Töchtern die 30-Minuten Schleife bestritten hat. „Schöne, familiäre Atmosphäre“ oder „tolle Veranstaltung“ loben andere Läufer das Organisationsteam vom VfL.

Der Fußballverein SV Eintracht Zwingenberg erscheint zum Laufabzeichen-Nachmittag mit einem großen Kontingent an Nachwuchskickern. Drei Mannschaften, F-, E- und D-Jugend, des SVZ schlagen beim VfL auf. „Wir nutzen das als Trainingseinheit“, erläutert D-Jugend-Coach Vahap Ulutas. Den jungen Eintracht-Spielern ist freigestellt, wie lange sie auf der Bahn rund um den Sportplatz traben. „30 Minuten sollten sie schaffen“, lautet die Vorgabe von Ulutas.

Die Fußballer und Leichtathleten kommen gut aus in Zwingenberg, wie beide Seiten unterstreichen, kooperieren zum Beispiel bei den Hallenzeiten im Winter. Zu diesem guten Verhältnis gehört, dass man bei den Veranstaltungen des jeweils anderen Vereins mitmischt, findet Ulutas.

Auch die allgemein verbesserte Stimmungslage beim VfL trägt nach Ansicht von Heil zum diesmal bemerkenswerten Zuspruch bei. Im Vorjahr war das Laufabzeichen-Event in eine schwierige Phase für den Verein gefallen. „Es gab viele Unsicherheiten, wie es bei uns weitergeht“, blickt Heil zurück. Unter anderem verlor der Einsparten-Klub damals innerhalb kurzer Zeit einige Übungsleiter, die bis heute nicht ersetzt werden konnten. „Wir suchen nach wie vor zwei bis drei Trainer.“ Durch geschicktes Improvisieren hat man einige „Notlösungen“ (Heil) erarbeitet, die die Aufrechterhaltung des Trainingsprogramms garantieren. Die Trainerfrage steht auf der VfL-Agenda allerdings nach wie vor ganz oben. Die Verantwortlichen bemühen sich seit geraumer Zeit auf unterschiedlichen Ebenen, junge Leute für die Tätigkeit als Leichtathletik-Coach zu begeistern. Der Erwerb einer Trainerlizenz wird vom Verein finanziell unterstützt, Übungsleiterpauschale sowie Spesen und Fahrkostenerstattung sind obligatorisch, betont Heil. „Wir sind da sehr großzügig.“

Aktuell sind insgesamt circa 40 Kinder beim VfL Zwingenberg aktiv; ein Teil dieser Talente bestreitet Wettkämpfe. Die höheren Altersstufen (ab 14 Jahre) im Jugendbereich sind nicht besetzt. Ein Problem, dass viele Sportvereine haben. „Wir sind da nicht die einzigen.“

Mit der Inbetriebnahme des neuen Stadions samt moderner Laufbahn im vergangenen Jahr haben sich die Möglichkeiten für die Leichtathletik in Zwingenberg grundlegend verbessert. Die Verantwortlichen hoffen, dass der Verein vom neuen Areal profitieren kann. „Wir schauen wieder optimistischer in die Zukunft.“ Dass der VfL Sportfeste organisieren kann, hat der Verein mit der Ausrichtung des Laufabzeichens gezeigt. „Großer Dank an alle, die mit angepackt haben.“

Die Tatkraft der VfL-Crew lässt Michael Heil von der Neuauflage eines Leichtathletik-Meetings in Zwingenberg träumen. „Es wäre toll, wenn wir so etwas mal wieder auf die Beine stellen könnten. Das Stadion dafür haben wir ja jetzt.“ Ziemlich sicher ist, dass der VfL Zwingenberg 2020 erneut den Laufabzeichen-Tag ausrichten wird.