Alsbach-Hähnlein, Garten-Natur-Tiere

Über Forstmaßnahmen, den Stand der Holz-Bewirtschaftung u.v.m. informierte Revierförster Tobias Elbert (mi) die Mitglieder des Alsbacher Gemeindevorstandes und der Gemeindevertretung. Foto: soe
12. März 2019 

Spaziergang durch die Alsbacher Winterlandschaft

Vertreter und Vorstand der Gemeinde auf Wald-Tour – Mischwald als Fernziel

ALSBACH-HÄHNLEIN, März 2019 (erh), Ende Januar waren Gemeindevertreter der Gemeinde Alsbach-Hähnlein und Mitglieder des Gemeindevorstands im Wald um das Alsbacher Schloss unterwegs. Bei kühlen Temperaturen machte sich die Gruppe in einer Winterlandschaft auf den Weg, einige waldbaulichen Maßnahmen rund um das Schloss zu begutachten. „Wir wollen sehen, was hier so passiert“, erklärte Bürgermeister Georg Rausch den Grund für den morgendlichen Streifzug und deutete auf die Unterlagen in seinen Händen: Forsteinrichtungswerk.

In einem Forsteinrichtungswerk, eine Art Waldentwicklungsplan, werden nach einer Bestandsaufnahme die Grundlagen und Ziele für den Forstbetrieb in einem definierten Waldareal festgelegt. Der Alsbacher Gemeindewald, der rund um das Schluss circa 230 Hektar umfasst, gehört zum FFH-Gebiet Kniebrecht, Melibokus und Orbishöhe. Für die insgesamt 953 Hektar große Waldfläche besteht ein solches Bewirtschaftungskonzept.

Revierförster Tobias Elbert führte den Tross an und lieferte zunächst einige grundlegende Erläuterungen. Der Alsbacher Forst ist ein Buchenwald. Die Buche bedeckt in dieser Lage laut Elbert etwa 80 Prozent der Baumbestandsfläche. Ziel ist es, den FSC-zertifizierten Wald zukünftig stärker zu durchmischen, um eine größere Artenvielfalt zu ermöglichen. „Hier soll ein Mischwald entstehen“, sagte Elbert.

Ein Projekt, dessen Ergebnisse erst langfristig sichtbar sein werden. „Das dauert mindestens ein bis zwei Generationen, aber wir legen heute die Basis dafür“, betonte der Experte. Der Wasserhaushalt des Waldes ist intakt, sodass der heiße Sommer kaum Auswirkungen auf den Zustand der Bäume hatte. Auch von größeren Sturmschäden blieb der Forst mit seinem nährstoffreichen Boden zuletzt verschont. Die Holz-Bewirtschaftung erfolgt laut Elbert ausgewogen. „Wir bringen mehr ein in den Wald, als wir entnehmen.“

Zu den typischen Arbeiten im Wald gehören Verkehrssicherungsmaßnahmen. So mussten an der Fahrstraße zum Schloss aus Sicherheitsgründen einige Baumfällungen vorgenommen werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei der Aufforstung. Im vergangenen Jahr hatte die Naturschutz-Jugend- und Kindergruppe „Wühlmäuse“ unter Anleitung von Elbert mit Unterstützung durch Hessenforst und der Gemeinde einen Hang neu bepflanzt. Mit der Anpflanzung von Wildbirne, Wildapfel, Vogelkirsche, Bergulme, Vogelbeere und Elsbeere wurde ein Beitrag zur ökologischen Aufwertung geleistet. Die jungen Bäume wurden mit einem Einzelschutz aus Kunststoff versehen, um die Setzlinge vor Wildverbiss zu schützen. Gerade Pflanzen und Bäume, die in einem Wald selten sind, seien beim Wild besonders beliebt. „Das sind für Rehe richtige Leckereien.“ Die Schutzvorkehrungen haben sich bewährt, wie Elbert mit Blick auf die Reihe der Neulinge bemerkte. „Fast alle haben sich gut entwickelt.“ Insgesamt hielten sich im Gemeindewald die durch Tiere verursachten Baumschäden im Rahmen. Bei Neupflanzungen müsse zudem auf eine verträgliche Nachbarschaft ohne Schädlinge geachtet sowie eine ausreichende Versorgung mit Sonnenlicht gewährleistet werden.

Bei der Bewirtschaftung des Waldes werde zudem darauf Wert gelegt, der Fauna ausreichend Lebensräume, etwa in Alt- oder Totholz, zur Verfügung zu stellen. „Wir lassen einen gefällten Baum auch schon mal liegen.“ Bäume, die Tieren als Habitat dienen, sind besonderes gekennzeichnet.