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Über das neue „Glanzstück“ des TC Bickenbach freuen sich der erste Vorsitzende Peter Matt (mi.) mit Kassenwartin Martina Wehner (li.) und der zweiten Vorsitzenden Heike Lindenau (re.). Foto: soe
05. November 2019 

Tennis im Winter: Glänzende „Praline“ macht´s möglich

TC Bickenbach weiht neue Traglufthalle ein

BICKENBACH, November 2019 (pes), Nach rund zwei Jahren Vorbereitung und Planung war es nun soweit: Die neue Traglufthalle des Tennisclubs Bickenbach wurde Mitte September eröffnet und feierlich eingeweiht. Damit ist der Sportbetrieb auch über die Wintermonate gesichert. Eine immense Erleichterung für den Verein, der mit der modernen Konstruktion ein existenzielles Projekt erfolgreich ins Finale gebracht hat. Denn rund 200 Mitglieder sind Kinder und Jugendliche. Das Hallenproblem musste gelöst werden, um sie in Bickenbach halten zu können, so Vorsitzender Peter Matt bei der Einweihung.

Der Neubau aus einer besonders weichen und lichtdurchlässigen PVC-Membrane erstreckt sich über zwei Spielfelder und ist transparent genug, dass auch bei Tag ein Spielbetrieb ohne künstliche Beleuchtung möglich ist. Damit ist eine lange Phase der Improvisation zu Ende gegangen: zwei Winter lang musste der TC fremde Hallen nutzen, die in der Region ohnehin dünn gesät sind. Zumal in der ehemaligen Zwingenberger Anlage jetzt ein Spielpark untergebracht ist. Auch in der ehemaligen Bürstädter Tennishalle ist ein Indoor-Spielplatz eingezogen. In der letzten Saison mussten die Bickenbacher Kids bis Bensheim oder Darmstadt fahren. Eine logistische und finanzielle Herausforderung für Eltern und Trainer. Peter Matt ist stolz auf sein Team. Die AG Wintertraining habe ausgezeichnete Arbeit geleistet und viel Zeit und Herzblut in das Projekt investiert, um eine optimale Lösung zu finden. Die Vorarbeiten liefen seit Sommer.

In gut drei Tagen haben dann rund 30 Ehrenamtliche und zwei Bauleiter die Konstruktion errichtet, die bei der Eröffnung von Marco Hesser aus der Kreisverwaltung als „Praline“ bezeichnet wurde. Er überbrachte die Grüße von Landrat Klaus Peter Schellhaas, der – Zitat Hesser – „selbst gern einen Satz in der neuen Halle gespielt hätte“. Bürgermeister Markus Hennemann nannte sie ein neues Aushängeschild für die Gemeinde.

Der Neubau hat rund 330.000 Euro gekostet. Davon hat der Verein 200.000 Euro Eigenleistung investiert. Ein dicker Brocken für den Club, der aktuell rund 450 Mitglieder zählt. Die Mitgliedsbeiträge sollen aber nicht angetastet werden, heißt es. Der Rest kommt von Gemeinde (40.000 Euro), Land Hessen (50.000 Euro) und Sportverbänden. Der Kreis steuert 12.500 Euro bei. Laut Vorstand seien die laufenden Kosten für eine solche Halle im Vergleich zu älteren Modellen um rund 80 Prozent geringer. Der Betrieb dieser Tragluft-Systeme lohne sich auch in energetischer Hinsicht. Mit einem U-Wert von zirka 0,97 rangiere man sehr niedrig. Dieser Wärmedurchgangskoeffizient bezeichnet die Dämmwirkung von Außenwänden. Eine Gasheizung temperiert die Halle, eine LED-Anlage sorgt für Helligkeit und ein attraktives Spielerlebnis.

Bereits im Sommer wurden die Verankerung und die Gebläseeinheit installiert, nachdem bereits im Januar die Baugenehmigung auf dem Tisch lag. Die Halle umfasst 36 mal 36 Meter und ist knapp zehn Meter hoch. „Wir brauchen für die Jugend allein zwischen 25 und 30 Trainingsstunden die Woche“, betont Peter Matt den zeitlichen Aufwand, der eine Halle rechtfertige. Hinzu kommt das Mannschaftstraining. Die Auslastung durch eigene Spieler beträgt nach Vereinsangaben rund 70 Prozent. Der Club weist darauf hin, dass neben der internen Nutzung auch andere Vereine in Bickenbach Hallenzeiten buchen können. Gespielt wird ab sofort täglich von sieben bis 22 Uhr.

„Wenn man nicht am Ball bleibt, laufen einem die Mitglieder davon“, sagte Peter Matt bei der feierlichen Eröffnung. Dass die Anlage auch über ein eigenes WLAN verfügt, freue die jüngeren Spieler natürlich ganz besonders, merkte er augenzwinkernd an. Weitere Projekte seien in Planung, damit der Tennissport in Bickenbach weiterhin attraktiv bleibt.