Alsbach-Hähnlein, Schul-News

Rund 150 Melibokus Schüler waren aufgefordert, Kontakt herzustellen zu den Firmenvertretern an den Info-Ständen. Hier im Gespräch mit Thomas Habich vom EAD Darmstadt. Foto: Eva M. Wicht
16. Dezember 2018 

Wege zur Ausbildung

Info-Börse an der Alsbacher Melibokusschule – 30 Firmen zu Gast – Bunter Branchenmix

ALSBACH-HÄHNLEIN, Dezember 2018 (erh), Die Alsbach-Hähnleiner Info-Börse für Ausbildung (AIBA) stand Anfang November im Veranstaltungskalender der Alsbacher Melibokusschule. Bei der 9. Auflage der Messe, die sich an Schüler der 8. bis 10. Klassen richtete, präsentierten 30 Firmen aus der Region an Informationsständen ihre Ausbildungsangebote. „Wir sind ganz schön gewachsen“, sagte Karola Woborniak mit Blick auf die Anzahl der Gast-Unternehmen. Die Leiterin des Real- und Hauptschulzweigs der kooperativen Gesamtschule hat die AIBA vor neun Jahren initiiert. „Wir haben früher immer die großen Ausbildungsmessen besucht, aber das war meist sehr anonym und für die Schüler wenig gewinnbringend“, erklärte Woborniak. So sei die Idee entstanden, in der Alsbacher Schule eine Art Hausmesse mit Firmen aus der Umgebung auf die Beine zu stellen. Das ursprüngliche Ziel „vielleicht mal“ (Woborniak) 20 Betriebe aus verschiedenen Bereichen zum Mitmachen zu bewegen, hat man längst übertroffen. Einige Unternehmen seien von Anfang an dabei, zudem gebe es immer wieder spannende AIBA-Neuzugänge, berichtete Woborniak. Handwerk und Industrie, Chemie- und Pharmaunternehmen, Energieversorger, die Gemeinde Alsbach-Hähnlein, Banken, Autohäuser, Bundeswehr, Bundespolizei, Hessen-Forst, EAD Darmstadt – der Branchenmix war so bunt wie die Größe der Firmen, die vom Global Player über den öffentlichen Dienst bis zu kleinen Mittelständlern reichte. „Wir wollen die Schüler in Ausbildung bringen, die Unternehmen suchen dringend Auszubildende“, beschrieb Karola Woborniak die AIBA als eine Win-win-Situation. „Beide Seiten können profitieren.“

Mathias Volkart nannte die Info-Börse eine Erfolgsgeschichte. Immer wieder erkennt der Leiter der Melibokusschule bei der Messe frühere Absolventen der Bildungseinrichtung, die nun als Abgesandte ihres Arbeitgebers zurückkehren, um anderen Einblicke in ein bestimmtes Berufsfeld zu ermöglichen. „Das zeigt, dass die AIBA absolut Sinn macht. Und es ist schön, wenn man an den Ständen ehemalige Schüler trifft, die jetzt auf der anderen Seite des Tischs stehen.“ Neben der Vermittlung von Ausbildungsplätzen erfüllt der Event, quasi nebenbei, einen weiteren Zweck, meinte Volkart. „Es verdeutlicht den Schülern, dass es langsam ernst wird mit dem Eintritt ins Berufsleben.“ Einen Wink, den Bürgermeister Georg Rausch gleichfalls als sinnvoll erachtet. Heranwachsende müssten hin und wieder angeschoben werden beim Übergang in die Berufswelt, weiß der Alsbach-Hähnleiner Rathauschef aus seiner langjährigen Erfahrung als Berufsschullehrer. „Manchmal ist das nötig.“
Volkart und Rausch betonten übereinstimmend, dass die Aussichten für Schüler, in Ausbildung zu kommen, in Zeiten des sich immer deutlicher abzeichnenden Fachkräftemangels günstig wie selten zuvor seien. Die Türen für einen guten Start in die berufliche Laufbahn würden für Jugendliche aktuell weit offen stehen.

Rund 150 Melibokus-Schüler der drei Jahrgangstufen waren an diesem Nachmittag aufgefordert, Kontakt herzustellen zu den Firmenvertretern an den Info-Ständen. Die Jungs und Mädels waren mit Laufzettel und einem Fragebogen, der abgearbeitet werden sollte, unterwegs. Das Projekt war im Unterricht vorbereitet worden. Teilweise hatten Schüler Bewerbungsmappen zusammengestellt, die im Vorfeld an die potentiellen zukünftigen Arbeitgeber übersandt wurden; im Rahmen der AIBA kam es nun zu Vorstellungsgesprächen. „Das ist ein sehr gutes Training für die Schüler“, sagte Karola Woborniak.

Manche Schüler waren mit festen Vorstellungen unterwegs. So wie Luca, dem eine Lehre zum KFZ-Mechatroniker vorschwebt und der sich am Stand eines Autohauses intensiv informierte. „Das hat mich in meinem Entschluss bestärkt“, fasste der 15-Jährige das Ergebnis seines Info-Gespräches zusammen. Jessica (14) hat sich ebenfalls schon entschieden: Bankkauffrau. „Das steht schon länger fest.“ Dennoch nutzte sie die Gelegenheit, in andere Fachgebiete reinzuschnuppern. „Ich finde es sehr gut, dass es so etwas an unserer Schule gibt.“ Michel (15) zeigte sich dagegen noch unentschlossen. Er tendiert in Richtung Marketing oder Mediengestaltung, holte sich bei der Messe aber auch Input aus anderen Zweigen. „Es ist interessant und hilft dabei, sich einen Überblick über die vielen beruflichen Möglichkeiten zu verschaffen.“