Zwingenberg und Rodau

Hobbyfotograf Norbert Göller unterstützt mit dem Erlös aus dem Verkauf seines Fotokalenders „Lichter am Fluss“ das Projekt ANNA an der Darmstädter Kinderklinik Prinzessin Magaret. Foto: soe
18. Dezember 2020 

„Lichter am Fluss“ als Zeichen der Hoffnung

Hobbyfotograf Norbert Göller aus Rodau unterstützt Projekt ANNA in Darmstadt

RODAU, Dezember 2020 (pes), Es ist der sanfte Übergang von Tag und Nacht, die beinahe schon theatralische Verlagerung vom natürlichen zum künstlichen Licht, die Norbert Göller in seinem jüngsten Projekt auf magische Weise eingefangen hat.

Viele Abende lang hat der Rodauer gemeinsam mit Ralph Zachmann aus Darmstadt den idealen Spot abgepasst, wenn die Sonne gerade untergegangen ist und sich die Stadt in der blauen Stunde in eine völlig neue Ästhetik taucht.
„Lichter am Fluss“ titelt der neue Kalender der beiden Hobbyfotografen, die zusammen als Graphierano immer auf der Suche nach besonderen Motiven und fotografischen Experimenten sind. Die Liebe zur Fotografie verbindet beide seit ihrer Schulzeit. In diesem Jahr waren sie dem Einklang von künstlichem und natürlichem Licht auf der Spur: Am Rheinufer bei der BASF in Ludwigshafen, im Gernsheimer Frachthafen sowie an und unter den Brücken in Worms, Frankfurt und Heidelberg. Diese Motive, und etliche mehr, wurden in einem Kalenderwerk konzentriert, von dessen Erlös auch diesmal wieder ein guter Zweck unterstützt wird: das Projekt ANNA steht für „Alles – Nur Nicht Aufgeben“ und bietet Kindern und Jugendlichen in Krisensituationen eine kompetente Anlaufstelle ohne lange Wartezeiten an. Seit 2004 engagiert sich die Initiative im Bereich der Suizidprävention und lenkt das Augenmerk auf psychische Krisen im Kindes- und Jugendalter.
Als Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie an den Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret wird ANNA ausschließlich über Spenden finanziert. Norbert Göller, der seit einigen Jahren den Hospizverein Bergstraße mit Kalenderverkäufen unterstützt, betont den Stellenwert dieser Arbeit: Psychologen, Ärzte und Psychotherapeuten suchen gemeinsam mit Betroffenen einen guten Weg aus der individuellen Krise.
„Lichter am Fluss“ kann auch als symbolisches Bild dieses Auftrags verstanden werden. Es gebe immer ein Licht, das den Weg weist, so Göller – und irgendwo auch eine stabile Brücke, die Strömungen und Untiefen überwinden kann. Genau in diesen Nischen waren Göller und Zacher das ganze Jahr über mit Kamera und Stativ unterwegs. Stundenlang lagerten sie an den Flüssen der Region, trotzten der Kälte „und unzähligen Stechmücken“, wie der Fotograf berichtet. Durch die Corona-Situation waren die Orte, an denen sie sich aufhielten, meist eher ruhig und kaum von anderen Menschen besucht. Ein Vorteil, um sich ganz auf den richtigen Moment zu konzentrieren, um die Wasserspiegelungen von Himmel und Bauwerken in ihrer monumentalen Plastizität und poetischen Schönheit einzufangen. Heraus kam eine Hommage an die Architektur an Rhein, Main und Neckar im reizvollen Licht der Dämmerung. Die Motive erstrahlen unter dem tiefen Blau des Himmels und dem künstlichen, gelblich-orangen Licht der Leuchten und Laternen.
Der Dreiklang von Motiv, Moment und Belichtungszeit als fotografische Königsdisziplin markiert die Essenz dieser besonderen Reise. 250 Kalender wurden gedruckt. Die Nachfrage war enorm. Anders als bei den zurückliegenden Arbeiten von Graphierano verzichteten die beiden Fotografen diesmal auf ihre Lichtmalereien, bei denen Motive pointiert mit einer Taschenlampe ausgeleichtet werden, was ihnen eine eindrucksvolle Mystik und bisweilen rätselhafte Identität verleiht. Die „Lichter am Fluss“ zeigen architektonische Wegmarken der Zivilisation in einem kurzen Augenblick maximaler Schönheit. Für 2021 plant Norbert Göller bereits ein neues Projekt. Auch dann wieder in Zusammenarbeit mit ANNA. Das Team in Darmstadt ist auch in Corona-Zeiten aktiv: Das Krisentelefon hat die Nrummer 0800-6688100 und ist montags bis freitags von 13 bis 15 Uhr erreichbar.