Alsbach-Hähnlein, Fotogalerien

Als „Elvis“ (Paul Reuter) die Bühne betrat und live sang und spielte, hielt es die Zuschauer nicht mehr auf den Sitzen. Foto: soe
04. März 2020 

Mit dem KVA in die 50er und 60er Jahre!

Fastnacht in Alsbach: Beste Laune im Sonnensaal

ALSBACH-HÄHNLEIN, März 2020 (charly), Drei ausverkaufte Sitzungen in der Kampagne – der Karnevalverein Alsbach hat sich in den letzten Jahrzehnten einen Namen gemacht. Und inzwischen kommt ein beachtlicher Teil der Gäste nicht nur aus Alsbach-Hähnlein und den Nachbarkommunen, sondern auch von weiter her.

„Vom Petticoat bis in die Hippiezeit, bei KVA herrscht Heiterkeit“ lautete das Kampagnenmotto und weil die 50er und 60er Jahre auch die Zeit großer Western-Filme war, eröffnete die Mini-Garde passend dazu die Sitzung mit einer getanzten Prüfung für einen kleinen Nachwuchs-Cowboy.

Sitzungspräsident Charly Zimmermann begrüßte mit der Vereinsvorsitzenden Gudrun Schäfer das närrische Auditorium und schlüpfte gleich drauf, nach dem Eröffnungs-Gardetanz der Peanuts, in seine Rolle als Protokoller. „Der Mann mit de Latern“ nimmt mit gekonnt gereimten Worten die Weltpolitik aufs Korn, zollt Greta Respekt, mahnt aber gleichzeitig, dass sich durch Demonstrationen allein nichts ändert. Natürlich sind auch die Vorgänge rund um die thüringische Ministerpräsidentenwahl ein Thema: „Und CDU und FDP, die müssen sich fragen: Kann man, um an die Macht zu kommen, wirklich alles denn wagen?“ Nach dem Gardetanz der Mini-Garde berichteten zwei jugendliche Globetrotter (Nick Merschroth, Simon Vater) über ihre verrückten Erlebnisse bei einer Tour rund um Deutschland. Zum Beispiel gab es da die Blondine, die ihre Pizza in sechs Stücke geschnitten haben wollte, weil sie acht ja nicht packen würde. Der Schautanz der Peanuts-Garde thematisierte den aufkeimenden Freiheitsdrang der Heranwachsenden und leitete über zur Sonderschau der Komitees, die in diesem Jahr in einem Autokino spielte und die Zuschauer begeisterte. Selbst gedrehte Werbeclips für Langnese-Eis, Tempo Taschentücher, Ariel oder HB strapazierten die Lachmuskeln, genau so wie Bühnen-Auftritte der Bonanza-Brüder oder von Sissi und Kaiser Franz. Spätestens als „Elvis“ (Paul Reuter) die Bühne betrat und live sang und spielte, hielt es die Zuschauer nicht mehr auf den Sitzen. Damenkomitee-Präsidentin Gitti Eichler-Zimmermann, verantwortlich für Idee, Texte und Umsetzung, freute sich über Standing Ovations im Sonnensaal.

Der fetzige Gardetanz der Champagner-Garde eröffnete die zweite Halbzeit, in der Simone Schaaf als Übergewichtige, die sich mit einer Abmagerungskur plagt, für die ersten Lacher sorgte.

Die „Bergstreet-Dancers“, das Männerballett des KVA, schafften es wieder einmal, dass der Saal tobte. Und auch deren Maskottchen der „Schnuddler vom Berg“ (mit eigener Facebook-Seite!) ist total aus dem Häuschen. Peter Zimmermann zeigte dem bunt verkleideten Publikum als der Optimist, dass man mit selektive Wahrnehmung wunderbar durch Leben kommt. „Mit 70 km/h durchs Ort und nen fetten Knollen kassieren? Das ärgert mich nicht! Ich sage mir, ich habe mir dann einfach diese Geschwindigkeit ERKAUFT!!“

Der Schautanz der Konfetti-Garde griff auf, dass es zwischen den Generationen unterschiedliche Ansichten darüber gibt, was gute Musik ist – und schlug mit dem Thema Musik die perfekte Brücke zum Auftritt der KVA-Gesangsgruppe Die Eeser. Die vier stimmgewaltigen Damen Karin Eichler, Gitti Eichler-Zimmermann, Natascha Jährling-Trunk und Carmen Dornbach brachten mit alten und neuen Hits und Stimmungsliedern den Saal zum Kochen. Nach dem Gardetanz der Konfetti-Garde brachte Yannick Schönborn als „de Heiner“ die Zuschauer noch einmal zum Lachen und seine Kalauer verursachten jede Menge „Uijuijuijuijuijuijui – Auwauhwauhwauhwauh“.

Die Champagner-Garde entführte die Gäste im Sonnensaal mit ihrem Schautanz in ein Museum, in dem Tanzstile ausgestellt wurden. In knapp 20 Minuten durch acht Tänze verschiedener Epochen und Länder inklusive dem jeweiligen kompletten Kostüm-Wechsel – ein toller Abschluss für eine rund fünfstündige, aber stets kurzweilige Sitzung, in der wirklich für jeden Geschmack etwas dabei war. Der Karnevalverein Alsbach hat es wieder einmal geschafft, seine Zuschauer zu begeistern.

Fotos: Stefan Oelsner