Best Ager-Senioren, Seeheim-Jugenheim

Grundlagen im Umgang mit Tablets, Smartphones und PCs vermittelt der Computerkurs speziell für Senioren. Foto: S. Oelsner
29. Juni 2014 

„Online-Omas“ sind „app“-solut neugierig

Der PC-Treff für Senioren in Seeheim bietet noch freie Plätze zum Thema „Android, Smartphone und Tablets“

SEEHEIM-JUGENHEIM, Juni 2014 (pem), Das Telefon mit Wählscheibe, damit ist die Generation groß geworden. Manche erinnern sich auch noch an das Fräulein vom Amt zur Verbindungsvermittlung.

Wer im Gespräch bleiben will, mag dem zwar mit ein wenig Nostalgie nachsinnen und trotzdem mit der Zeit gehen. „Technikfeindlich oder-scheu? Nein, das sind wir nicht! Ich finde es interessanter im Netz zu surfen, als bei einem Strickstrumpf Maschen aufzufischen,“ schmunzelt die 78- jährige Nachbarin. Kein Einzelfall. Meistens sind die Enkel schuld an der Initialzündung, sich mit modernen Kommunikationsmöglichkeiten auseinander zu setzen. Man möchte nicht nur „in“ sein, sondern auch von den vielfältigen Möglichkeiten profitieren, die einem die Kids da in Aussicht stellen. Schnell mal eben grüßen, Bilder senden – da rückt die Familie wieder näher zusammen, selbst wenn räumlich trennende Kilometer oder gar Ozeane dazwischen liegen. Ein geringerer Prozentsatz der betagten „User“ gehört zu der Kategorie der Tüftler und Autodidakten, die grundsätzlich allen technischen Weiterentwicklungen positiv gegenüber stehen und sie als Herausforderung betrachten. Wer mit seinem guten Willen schon einmal theoretisch die vielleicht doch ganz tief drinnen ein wenig zitternde Schwellenangst überwunden hat und nun Besitzer eines PC ist, kann natürlich noch längst nicht damit umgehen. Guter Rat muss nicht teuer sein.

Schon seit einigen Jahren bietet die Gruppe „JA“ (Jung und Alt gemeinsam) in Kooperation mit der Jugendpflege der Gemeinde Seeheim-Jugenheim „PC-Treffs“ für Senioren an.

Die Nachbarin erklärt: „Da geht man hin und macht das wie Bodo Bach: “Ich hätt da gern emol e Problem!“ Das heißt also: Es finden keine direkten Kurse statt, sondern die Teilnehmer umreißen ihr Lernziel, was sie am PC arbeiten möchten, welche Kenntnisse sie benötigen. „Da die Angebote sich an Anfänger und Unerfahrene richten, fangen wir auch durchaus geduldig sozusagen vor Adam und Eva an, klären erst mal wie der PC aufgebaut ist und wie er angeschaltet wird. Jeder soll wissen, was er da tut“, bestätigt Peter Kruse.

Er gehört zu den Autodidakten und es macht ihm Spaß, seine Wissensbeute nun mit anderen zu teilen, ihnen mit Rat, Tat und anschaulicher Erklärung bei den Treffs zur Seite zu stehen.

Die Gruppen bestehen aus maximal sechs Teilnehmern, die sich im Medi-Lab des Schuldorfs einfinden, das die Jugendförderung in Leerstandzeiten zur Verfügung stellt (in der Sandstraße 86).

Man einigt sich dann neben der individuellen Betreuung auf Fragen und Lerninhalte, die alle interessieren. Der „Dozent“ arbeitet ehrenamtlich und die „Schüler“ zeigen sich durch Spenden erkenntlich, die der Gemeinde für die Verwendung in der Jugendförderung zufließen. Im vergangen Jahr kamen dadurch neunhundert Euro zusammen, was für die Zufriedenheit der Treff-Senioren sprechen mag.

Aktuell steht bis zum 11. Juni ein spezielles Kapitel der Kommunikationsentwicklung auf dem Programm dienstags von 10 bis 12.30 Uhr. Die „Wählscheiben“-Generation ist neugierig auf Android, Smartphones und Tablets! Für weitere Wissbegierige ist noch Platz, um Anmeldung wird gebeten bei der Gruppe „JA“ (06257-81404 Erika Witt) oder der Jugendförderung (06257-9699428 Matthias Itzel)