Mit schonenden Methoden zur mehr Lebensqualität
An der Heidelberger Klinik für Prostata-Therapie wird Prostata-Krebs in der Regel mit hochintensiv-fokussiertem Ultraschall nach dem HIFU/Sonablate 500-Verfahren behandelt
HEIDELBERG, August 2014 (meli), Die Chance auf eine Prostata-Erkrankung steigt mit dem Alter. Der Leidensdruck wächst und damit auch die Angst vor Operation und den häufigen und langfristigen Nebenwirkungen wie Inkontinenz und Impotenz.
Das muss nicht sein, meint der Urologe Dr. Martin Löhr, Mitgeschäftsführer der Heidelberger Klinik für Prostata-Therapie, die sich ganz auf schonende Methoden der Diagnostik und Therapie spezialisiert hat.
Welche Leiden sind es, die die Patienten in die Klinik führen?
Man unterteilt drei große Gruppen: Es gibt die gutartigen Prostatavergrößerungen mit Beschwerden beim Wasserlassen.
Es gibt das Prostatakarzinom bzw. den Verdacht auf ein Karzinom – meist aufgrund eines erhöhten PSA-Wertes – und es gibt den Themenkreis der chronischen Prostataentzündungen, die gerne mit Entleerungsstörungen der Blase verbunden sind.
Welche Vorteile sehen Sie für den Patienten, wenn er eine Privatklinik aufsucht?
Der Vorteil unserer Privatklinik im Vergleich zu einer Universitätsklinik oder einem größeren Krankenhaus ist der deutlich persönlichere Service. Es gibt einen direkten Ansprechpartner von der Beratung über die medizinische Diagnose bis zur Behandlung und der nachträglichen Betreuung.
Die Klinik war eine der ersten in Deutschland, die mit dem Greenlightlaser gearbeitet hat. Auch wenn sich das Verfahren immer mehr durchsetzt, so bevorzugen viele Urologen noch immer auf die so genannte Abhobelung. Warum ist das so?
Es gibt große Studien, die belegen, dass das Greenlightlaser-Verfahren gegenüber dem Hobelungsverfahren mehr Vorteile hat: Ich nenne hier nur das deutlich verringerte Blutungsrisiko, ein wichtiges Argument für Patienten, die bestimmte Blutgerinnungsmittel nicht absetzen dürfen. Aber viele Urologen misstrauen noch immer dem Laser.
Gibt es noch weitere Vorteile, die für den Greenlightlaser sprechen?
Ein ganz wichtiger Vorteil ist die kurze Aufenthaltsdauer: Bei uns liegt der Patient nur eine Nacht. Am nächsten Tag kann er in der Regel mit dem Auto nach Hause fahren – und zwar selbst. Die Liegezeit in den meisten Krankenhäusern liegt zwischen zwei und sieben Nächten bei der Hobelungsoperation. Natürlich ist auch die Häufigkeit, mit der wir die Laserbehandlung durchführen, eine ganz entscheidende Komponente.
Gibt es Randbedingungen, die den Einsatz eines Greenlightlasers limitieren – z.B. der gesundheitliche Allgemeinzustand oder die Prostata-Größe?
Mit unserem 180-Watt Laser gibt es eigentlich keinen Nachteil mehr gegenüber der Hobelungsoperation. Auch große Drüsen über 100 Milliliter sind für uns kein Problem.
Wenn Patienten einen erhöhten PSA-Wert haben, besteht der Verdacht einer Krebserkrankung. Wie aussagekräftig ist der PSA-Wert?
Es gibt durchaus Karzinome, bei denen der PSA-Wert nicht erhöht ist und es gibt viele Fälle, in denen der PSA-Wert zwar erhöht ist aber dennoch kein Tumor vorliegt. Man darf nicht nur den PSA-Wert alleine nehmen, sondern muss den Tastbefund und die Ergebnisse einer Ultraschall-Untersuchung mit hinzu ziehen. Nur so ergibt sich ein sicheres Bild.
Und dann führen Sie eine Biopsie durch?
Viele Urologen machen das. Und sie handeln leider oft vorschnell und nehmen auch noch zu viele Proben. Das ist ungenau und für den Organismus bisweilen problematisch. Wichtig ist, dass man die Höhe des PSA-Wertes in Korrelation zur Prostatagröße sieht und gleichzeitig auch untersucht, ob eine Entzündung an der Prostata vorliegt. In dieser Konstellation ist es nicht ratsam oder sogar gefährlich, eine Prostatabiopsie vorzunehmen.
Gibt es denn Alternativen zur Prostata-Biopsie?
Wenn wir auch durch zusätzliche Labortests den Verdacht auf ein Prostatakarzinom nicht ausräumen können, dann lassen wir eine Kernspinaufnahme (MRT) bei einem spezialisierten Radiologen machen und kombinieren diese mit hoch aufgelöstem Ultraschall. Beide zusammen verdeutlichen die tumorverdächtigen Bereiche. Damit steuern wir die Biopsienadeln zur Gewebeentnahme sehr genau in das tumorverdächtige Areal und kommen mit weniger Proben aus. Außerdem punktieren wir nicht durch den mit Bakterien besiedelten Enddarm sondern durch den Damm. Dort können wir die Haut gut desinfizieren und vermeiden gefährliche Bakterienverschleppungen in die Prostata.
Mündet diese Art der schonenden Diagnose dann auch in eine schonende Krebsbehandlung?
Das ist uns ganz wichtig. Wir behandeln die Tumorbereiche ganz gezielt mit hochintensiv fokussiertem Ultraschall durch eine Sonde, die über den Enddarm eingeführt wird. Das umliegende Gewebe wird dabei optimal geschont – und damit auch der Patient. Diese HIFU-Methode nach der Sonablate-500-Technik hat sich bei uns seit Jahren bewährt. Oder wir nutzen die so genannte Irreversible Elektroporation, kurz IRE-Verfahren.
Was hat es mit dieser Behandlungsmethode auf sich?
Kurz gepulste elektrische Felder machen die Membran der Krebszellen durchlässig, was zu deren Absterben führt. Die Behandlung kommt ohne Erhitzung des umliegenden Gewebes aus. Das IRE-Verfahren eignet sich für Tumore, die aufgrund ihrer Größe, ihrer Lage oder des hohen Verkalkungsgrades der Prostata bisher mit HIFU nicht behandelt werden konnten.
Was hat das für Vorteile?
Das gesundes Gewebe kann rasch nachwachsen. Und vor allem: Wir können das elektrische Feld sehr eng begrenzen. Wir sprechen daher auch von der „fokalen Therapie“, die auf das Areal des Tumors begrenzt wird. Der Patient merkt von der Behandlung kaum etwas, da er sich in einer schonenden Vollnarkose befindet.
Wie lange muss der Patient für die IRE-Behandlung in der Klinik bleiben?
Meist können die Patienten nach einer Nacht unter ärztlicher Beobachtung die Klinik am Folgetag wieder verlassen.
Das Gespräch führte Martin Boeckh mit Urologe Dr. Martin Löhr
Heidelberger Klinik für Prostata-Therapie im :medZ GmbH
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