Zwingenberg und Rodau

Viele tolle Zaubertricks zum Staunen haben Luise, Romain und Finn (v.li.) einstudiert. Foto: soe
12. Oktober 2014 

Mit Applaus wachsen Kinder im Ferienzirkus noch besser

Die Zwingenberger Ferienspiele unter dem Motto „Zirkus“ hatten den Riesenspaßfaktor und höchsten pädagogischen Wert zugleich

ZWINGENBERG, Oktober 2014 (pem), „Akrobat schöööön!“ – „Bella hopp!“ und gut gebrüllt, Löwe! Manege frei für den Zwingenberger Kinderzirkus! Die Kids nahmen gerne „Ferienjobs“ an
als Dompteur oder Raubtier, Artist, Akrobat ,Clown oder Magier.
„Herrrreinspazierrrt“, bat die Jugendförderung unter die imaginäre Zeltkuppel: Damit erhielt sie enorme Resonanz auf das Ferienspielangebot, so dass sich zwanzig Mädchen und Jungs im Grundschulalter auf Schnupperkurs in die bunte Showtime-Welt begaben.

Jugendpfleger Bernd Brockenauer und sein Betreuerteam hatten sich gründlich auf die Organisation und Durchführung vorbereitet. Nach intensivem gemeinsamen Brainstorming, bei dem alle ihre Wissensschätze, Erfahrungen und Kinderträume vom Zirkus zusammen getragen hatten, entwickelten sie daraus ein Fünftage-, Spiel-, Trainings-, Lern- und Spaßprogramm.

Nach der Begrüßungs-und Kennenlernrunde bekamen die „Manegenlehrlinge“ eine Powerpoint-Einführung in das Zirkusleben, wie es sich hinter den glamourösen Kulissen abspielt. Bald rief die Praxis, denn im Hinblick auf die Abschluss-Gala-Vorstellung galt es jede Minute zu nutzen – und auszukosten! Wer wird wer – lieber Löwenmähne oder Zauberstab, rote Nase oder Pailletten-Trikot? Leicht fiel es nicht jedem, seine Lieblingsrolle zu wählen. Durch das Kostüme basteln verschmolz man aber langsam mit seiner zirzensischen Identität und erste Trainingsstunden zauberten schon neue kleine Persönlichkeiten. Außerdem musste noch der gemeinsame Tanz einstudiert werden sowie die akustische Begleitung.

Zum Abschluss durften dann die Eltern, Verwandte und Freunde darüber staunen, wie der Zauber der Manege wirkt! Natürlich stand hier nicht der Besuch einer Zirkusschule an, in der das „Klassenziel“ einer perfekten Show erreicht werden muss. Es ging um viel wichtigere Dinge: Das soziale Lernen des Miteinander- und Füreinanderdasein übte sich, während man sich im Jonglieren versucht, als wilde „Bestie“ mal richtig aus sich heraus ging oder sich beim Turnen ein wenig von anderen abschaute.
„Du schaffst es!“ – Vertrauen der Betreuer motivierte und wer sich hier traute, der wird sich im Leben noch viel mehr trauen. Mit Applaus wachsen Kinder besonders gut!

Zur Entspannung bei der harten künstlerischen Arbeit waren zwei Vormittage dem Spiel gewidmet. Eine clowneske Schnitzeljagd trieb die Truppe durch die ganze Stadt, andern Tags hieß es: „Die Tiere sind los!“, also flugs ihnen nach, wieder kreuz und quer auf Fährtensuche in Zwingenberg! Soviel Aktivität macht Kids „megahungrig“. Kein Problem, denn die „Fütterung der kleinen Raubtiere“ erfolgte jeden Tag frisch gekocht und mit Liebe zubereitet.

Der Freitagabend beschließt traditionell die Ferienspiele mit einem familiären Fest; doch diesmal stellte der mit Lampenfieber vorgeglühte Abend für die Kinder wahrlich einen Höhepunkt dar, kleine Stars in der Manege!

„Richtig stolz geworden ist mein Sohn, der sonst sehr zurückhaltend war“, erzählt eine Mutter. „Die Kinder stärken sich gegenseitig und schon aus Neugier machen sie Dinge mit, vor denen sie alleine zurückschrecken würden.“

Ein Zirkuszelt ist wohl der rechte Raum, um über sich hinaus zu wachsen. Es kam jedes Kind mit noch so kleiner Aktion zur Geltung, jeder ist wichtig, jeder ist richtig! Das Ferienende wurde deshalb für die Kinder zur Krönung der langen Freizeit und baute eine geniale Brücke zum „Ernst“ des Schulalltagslebens. Vielleicht haben sie sich ja auch ein wenig die Clowns-Philosophie zu eigen gemacht, die Groß und Klein durch das Leben hilft: „Sich zu ärgern, lohnt sich nicht sehr! Staunt nur stattdessen und wundert euch mehr. Doch ein Lachen – bitte sehr! – ist das, was stets am besten wär!“