Garten-Natur-Tiere, Seeheim-Jugenheim

Zu bunt blühenden Naschbeetflächen haben die Kinder der Naturschutz und -erlebnisgruppe „Wühlmäuse“ zusammen mit den Kindern des Naturkindergartens Malchen der Seeheimer Kita Windrad die Wasserbecken an der Malchener Bürgerhalle umgestaltet. Foto: soe
04. November 2014 

Blau-, Erd-, Apfel-, Him-, Moos- und Preiselbeeren

Kita Windrad und Wühlmäuse legen Naschbeete an

MALCHEN, Oktober 2014 (ewoi), Die Wasserkaskaden vor der Bürgerhalle Malchen waren in früheren Zeiten einmal etwas Schönes. Da ihre Pflege zu aufwendig und teuer wurde, gab es seit Jahren aber keine Pflege mehr und sie wurden immer unansehlicher. So dass der Ortsbeirat Malchen beschloss, sie abzureißen.

Dieser Beschluss konnte rückgängig gemacht werden, denn die Kita Windrad mit ihren beiden Naturkindergruppen in Malchen hatte zusammen mit den Wühlmäusen beschlossen, hier vier Naschbeete anzulegen. Es sollten Moorbeete werden, mit saurem Boden, so wie ihn viele Sträucher mit essbaren Früchten lieben. Dieser saure „Moorboden“ muss gegen die Umgebung abgegrenzt werden, wozu sich die Betonbecken der einstigen Wasserkaskaden gut eignen.

Nach Vorarbeiten durch den Bauhof der Gemeinde begann am vergangenen Freitag der Großeinsatz. Den ganzen Nachmittag haben Kinder und Erwachsene verschiedene Erdsorten in die Kaskaden geschaufelt und vermischt. Schließlich wurden die Pflanzen eingesetzt und alles mit Rindenmulch abgedeckt. Schon im nächsten Sommer werden die ersten Beeren reifen und jeder darf naschen.

Die ganze Aktion ist in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes. Hier haben Kinder für Erwachsene gearbeitet. Meistens ist das ja umgekehrt. Vielleicht wirkt so etwas ansteckend und noch mehr Bürger tun etwas für die Allgemeinheit, denn die Gemeinde hat, um zu sparen, ihr Personal so weit reduziert, dass sie nicht mehr alles tun kann, was sie früher einmal konnte. Dass der gemeindliche Kindergarten und die freie Kinder-und Jugendgruppe der Wühlmäuse zusammen arbeiten ist zwar nicht das erste Mal, aber trotzdem etwas, was es nicht überall gibt.

Außerdem ist hier naschen erlaubt, etwas Wohltuendes in unserer an Verboten so reichen Welt. Wenn jeder so einen klitzekleinen Beitrag zur Verbesserung unserer Umwelt leisten würde, dann kämen wir dem Paradies auf Erden ein Stückchen näher.