07. November 2014 

„Lyrik gegen das Vergessen“

Gedichte und Lieder aus Ghettos und Konzentrationslagern 1933-1945

BENSHEIM-AUERBACH, November 2014 (meli), Am 19. November um 19.30 Uhr liest Ursula Illert und Anka Hirsch begleitet die Lesung mit dem Violoncello. Die Lesung findet in der früheren Synagoge statt.

Auf einer Reise nach Polen 1979 erfuhr der Germanistikstudent Michael Moll (1955-2008) in Gesprächen mit ehemaligen Zwangsarbeitern und KZ-Insassen von den Gedichten, die in den Ghettos und Lagern der Nationalsozialisten entstanden waren: Zeugnisse der Vernichtungsmaschinerie, geschrieben von den Opfern. Sie berührten ihn mehr, als es die reine Faktenvermittlung aus seiner Schulzeit vermocht hatte. Er sammelte rund 350 dieser lyrischen Dokumente, „Hilferufe auf Papierfetzen gekritzelt oder in Zellenmauern geritzt, von Überlebenden mitgebracht, bei der Befreiung der Elendsstätten in Verstecken entdeckt, von Angehörigen aufgehoben und weitergegeben“ (Vorwärts, Juni 1988). Veröffentlicht wurden sie 1983 als Magisterarbeit an der Universität Münster, eine Auswahl 1991 im Schüren-Verlag als “Lyrik gegen das Vergessen“.

Seit 1987 schon gibt es Lesungen mit der Schauspielerin Ursula Illert, um auf diese bewegenden Gedichte aufmerksam zu machen. Sie stellt das Programm aus Molls Magisterarbeit zusammen. Begleitet wird sie von der Musikerin Anka Hirsch, die eigene Kompositionen für Violoncello solo dazu spielt.