03. Februar 2015 

MIMOMA

Malerei von Sabine Rudolph im Gertrud-Eysoldt-Foyer des Parktheaters

BENSHEIM, Februar 2015 (meli), Das Team Galerien der Stadtkultur Bensheim lädt am kommenden Sonntag (08.02.) um 11 Uhr alle Kunstinteressierten ins Gertrud-Eysoldt-Foyer im Parktheater Bensheim ein. Die Künstlerin Sabine Rudolph aus Kronberg/Ts. stellt unter dem Thema „MIMOMA: Mimische Momente – Malerei“ ihre Arbeiten aus. Die Kunsthistorikerin und Autorin, Claudia Servaty, M.A., wird als Laudatorin in die Ausstellung einführen.

MIMOMA zeigt Porträts in Öl auf Leinwand, für die Schauspieler und Schauspielerinnen Modell standen, alles Absolventen und Studenten der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Fotostudien dienten als Zeichenvorlage, die die Modelle im Atelier von Sabine Rudolph in Szene setzten. Für diese Kompositionen mimischer Darstellungen hat die Künstlerin einen Aufgabenkatalog entwickelt, der als Regieanweisung diente. Er beinhaltet die Sichtbarmachung von Emotionen wie Wut, Verzweiflung, Angst, Trauer, Freude, Erschrecken oder das Mimenspiel, womit bestimmte Charaktereigenschaften deutlich werden. Aber auch kommunikative Prozesse, die jeder Rolle zugrunde liegen, werden ausgelotet.

Die Ergebnisse sind ungewöhnliche Posen, Momentaufnahmen spielerischer Handlungen, die gebannt in Öl auf Leinwand einen künstlerischen Mehrwert erfahren. Ein Ausdruck, ein kurzer Moment, Anmut in Sekundenschnelle, erstarrte Bewegung werden herausgehoben aus der lebendigen Wirklichkeit und zum Kunstwerk gleichsam gegossen – manifestiert. Ölfarbe auf Leinwand mit einer Untermalung aus Eitempera, Schicht um Schicht, lässt die Darstellung in zum Teil pop-art-lockeren Farben schillern. Oder sie reduziert sich auf das Wesentliche als Grisaille angelegt.

Die Vorgehensweise ist immer gleich. Zunächst erstellt die Künstlerin Abstraktionen der Fotos am PC, benutzt diese als Vorlagen für die Vorzeichnungen. Dann nimmt sie innerhalb des Malprozesses nach und nach die Abstraktion so weit wieder zurück, wie sie es zulassen möchte. Somit orientiert sie sich zwar an dem originalen Foto, experimentiert aber mit Verfremdung, Reduzierung, Wiedererkennbarkeit, Persönlichkeit innerhalb des Rollenspiels sowie Konzentration in der Bildaussage. Dabei beschäftigt sie die Frage, wie weit können malerische Mittel eingesetzt werden, um bestimmte Ausdrucksmöglichkeiten zu verstärken, hineinzuarbeiten, neu zu interpretieren. Dasselbe Gesicht, dieselbe gestische Haltung kann durch bestimmtes Einsetzen von Farben, gezieltes Weglassen und gestalterische Komposition eine andere, eine neue Wirkung erzielen, ohne dass die Erkennbarkeit des Modells einbüßt.

Den großen Formaten gelingt es, den Betrachter in den Bann zu ziehen, ein vis à vis, was Spannung aufbaut. Die ersten Bilder dieser Serie wurde 2013 in einer Einzelausstellung gezeigt im „Kunst im Kontor“, Frankfurt am Main. Die Ausstellung befindet sich im Wachstumsprozess.