Kreis Bergstrasse

Tony Lakatos.
06. April 2015 

Jazzer mit Gipsy-Wurzeln

Der bekannte Saxophonist Tony Lakatos kommt nach Lorsch

LORSCH, April 2015 (meli), „Der gebürtige Ungar gehört zu den kultiviertesten Tenorsaxophonisten, die die europäische Jazzwelt zu bieten hat: ein Ästhet des Sounds, ein Souverän der Phrasierung, eine Autorität des Melodischen.“ Soweit die begeisterte Kritik (Jazzthing 2/3 2014) über den Jazz-Saxophonisten Tony Lakatos. Er kommt am Sonntag, den 12. April, im Rahmen der Rathauskonzerte „3 von hier für uns“ nach Lorsch.

Das ist wieder einmal ein kleines Musik-Wunder im Rahmen dieser städtischen Reihe, die immer wieder international renommierte Musik-Prominenz zu einem mehr als sozialen Preis und hautnah erlebbar macht. Zu verdanken ist der Auftritt von Tony Lakatos seinem Musiker-Freund Christoph Schöpsdau, der den in Frankfurt lebenden Jazzer zu einem gemeinsamen Konzert in den Nibelungensaal einlud. Schöpsdau wird Lakatos auf dem Flügel begleiten.

Tony Lakatos entstammt einer Dynastie von Zigeuner-Musikern: Wie seine Eltern und sein Bruder, lernte Lakatos mit sechs Jahren zunächst Violine. Mit 15 erweichte er seinen Vater: Er bekam ein Saxophon. Vier Jahre später gewann er einen ungarnweiten Jazz-Wettbewerb. Mit 21 Jahren, nach Beendigung seiner Ausbildung am Béla-Bartók-Konservatorium, spielte er seine erste Platte ein. Später war er der erste ungarische Musiker, dessen Platten die “Gavin Report Top Ten“ erreichte, DIE Ranking List der amerikanischen Radiosender. Seit 1993 ist er Mitglied der hr-Bigband in Frankfurt.

„Eigentlich war es von Anfang an klar, dass ich Musiker werden würde“, sagte Tony Lakatos in einem hr-Interview. Doch für seinen Vater sei es ein echter Schock gewesen, „dass ich Jazzmusiker und nicht Zigeunermusiker wurde“. Bis heute hat er bei über dreihundert CD-Produktionen heraus- oder mit herausgebracht. Mit seinen beiden letzten eigenen Produktionen „hometone“ und „Standard time“ gewann er 2014 den Deutschen Schallplattenpreis.

Tony Lakatos tritt weltweit auf den wichtigsten Jazz-Festivals auf und gibt international Meisterkurse an den renommiertesten Akademien. Er gilt als „einer der führenden europäischen Meistern seines Instrumentes“ (Skip Records) und einer der „wichtigsten europäischen Jazzer“ (DIE WELT). Unter anderem gilt er als vorzüglicher Balladen-Interpret. Das Konzert am 12. April unter dem Titel „Jazz Standards“ wird u.a. seine Eigenschaft als virtuoser, inspirierter Interpret bekannter Jazz-Kompositionen beleuchten.