Fotogalerien, Garten-Natur-Tiere, Seeheim-Jugenheim

Endlich konnten die Wühlmäuse ihren Hühnerstall einweihen. Foto: ewi
13. Juli 2015 

Bewusstsein für die Natur schaffen

Die Malchener „Wühlmäuse“ nehmen neben Bienen und Schafen nun auch Hühner unter ihre Fittiche

MALCHEN, Juli 2015 (hä), „Wer die Natur mit offenen Augen erleben lernt, weiß sie zu schätzen und zu schützen,“ fasst der in der NABU engagierte Eckhard Woite den Erfolg seiner Kinder- und Jugendarbeit in Malchen zusammen. Unter dem Dach der „Wühlmäuse“ tritt bereits ein über 70köpfiger Nachwuchs in verschiedenen Gruppen für den Erhalt der Natur ein. Nicht zufällig tragen sie Namen wie Hermeline, Feuersalamander, Wasserläufer, Grashüpfer, Waldwölfe oder Füchse. Sie betreuen Bienenvölker und Schafe und seit neuestem auch einen kleinen Hühnenhof.

In einem umzäunten Gehege stolzieren nun auch auf dem Grundstück an der Frankensteiner Straße zwischen den Bäumen sechs Hühner und ein Hahn. „Wir wollen damit ein Zeichen gegen die Massentierhaltung setzten, Kindern zeigen, woher ihr Frühstücksei kommt und in die Verantwortung für die Tiere mit einbinden“, erklärte Tino Westphal, der Vorsitzende der NABU Gruppe Seeheim-Jugenheim. Dass bis dahin eine durchaus anstrengende Wegstrecke zurückgelegt werden musste, ließen er und seine Mitstreiter im Projekt durchblicken. Im ersten Schritt holte man sich ausgiebig Informationen vor Ort und besuchte diejenigen Geflügelhalter in der Umgebung, die den Fokus auf eine artgerechte Haltung legen. Zunächst galt es, den Tieren ein vor Beutetieren sicheres und schützendes Dach über dem Kopf herzurichten. Ein Bauwagen erwies sich als ideale Behausung. Doch sein Zustand ließ zu wünschen übrig. So machten sich die versierten Freizeit-Handwerker unter den Wühlmäusen an die Arbeit, schreinerten und schraubten und ersetzten alle Bretter, an denen bereits der Zahn der Zeit genagt hatte. Zum Schluss kam der Anstrich in türkisgrüner Farbe. Man setzte eine tiergerechte Innenausstattung zusammen, baute eine Hühnerleiter und eine separate Öffnung zum Gehege. Ein bisschen Elektronik fügte Lukas Jerosch hinzu. Die kleine Ein- und Ausstiegsklappe schließt und öffnet automatisch – dank seiner technischen Konstruktion. Jetzt wird er sich mit der Hühnergruppe um die Tiere kümmern.

Tino Westphal schreibt eine typische Laufbahn bei den Wühlmäusen. Als kleiner Knirps im Grundschulalter stieß er zu einer Gruppe von Eckhard Woite. Hier lernte er die Natur kennen und genoss die Freiheit, sich in ihr zu bewegen. Aber auch Verantwortung zu übernehmen. „Wir sind im Laufe der Zeit um Gruppen gewachsen, sind professioneller geworden und stemmen größere Projekte“, rekapitulierte er die Veränderungen. Das Ziel ist geblieben. „Kinder erleben hier die Vielfalt der Natur und haben ohne Handy und Computer richtig viel Spaß.“

Mit Projekten in dieser Größenordnung und mit einer bautechnischen Herausforderung sind die Wühlmäuse längst vertraut. Eines ist auch das selbstgebaute Bootshaus aus Holz, in das vor allem Dominik Jenicek viel Tatkraft und handwerkliches Geschick fließen ließ. Hier parken bereits die Kajaks und die Kanadier und locken zu Expeditionen in die Natur. In Kleingruppen lässt man sich dann stromabwärts treiben und schlägt die Zelte an geeigneten Uferräumen auf. Mit der Einweihung des Hühnerstalls konnte auch dieser Unterschlupf eingeweiht werden. Aus der Vielzahl der Vorschläge beschloss die Gruppe mehrheitlich, den Unterstand auf „Bootsdom“ zu taufen. Schon griffen die ersten Kids zu Pinsel und Farben und bannten den Namen auf die Balken.

Ein drittes Projekt wurde ebenfalls an diesem Wochenende am Malchener Blütenhang eingeweiht: Die Grashüpfer-Gruppe hat den alten Bauwagen der „Hermeline“ liebevoll renoviert und mit einer farbenprächtigen Blumenwiese als Wandbild verziert.

Fotos: Eva M. Wicht
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