Seeheim-Jugenheim, Sport

Sie haben den Dreh raus: Mitglieder des Vereins schwebten scheinbar mühelos durch die Lüfte. Foto: meli
20. Oktober 2015 

„Ropidz“ lud zum „Jump Day“ ein

Mit einer atemberaubenden Rope Skipping-Vorführung krönten das Seeheimer Team und seine Gäste in der neuen Halle an der Düne das vierte „Jump Day“-Tagescamp

SEEHEIM-JUGENHEIM, Oktober 2015 (pem), Freudige Sprünge am Ende der Ferien? Niemand dachte an den nahenden Unterrichtsbeginn, fröhlich stimmte eher das Wiedersehen mit Freunden und Bekannten. Zum Springen nach allen Regeln der Kunst und in atemberaubenden Variationen animierte aber die reine Sportfreude. Denn im Schuldorf fand zum vierten Mal der „Jump Day“ statt – eine Premiere allerdings für die erst jüngst fertig gestellte Halle an der Düne.< 15 „Staffs“ (Delegationen aus Trainer und Vereinsmitgliedern) aus der Nachbarschaft und der weiteren Umgebung zwischen Mannheim und Rüsselsheim waren zu diesem Tagescamp angereist. Die „Ropidz“, das überaus erfolgreiche Seeheimer Rope Skipping-Team, richtete die Veranstaltung bewusst am letzten Ferienwochenende aus. Trainerin Jana Müller erklärt die Terminwahl: „Es ist eine Art sich wieder zu sammeln, nach der Freizeit wieder anzukommen im Trainingsalltag. Tatsächlich müssen wir schon unmittelbar durchstarten, denn die ersten Wettkämpfe gilt es schon im Oktober zu bestreiten.“ Beim „Jump Day“ genießen jedoch die Schüler aller Jahrgangsstufen noch den Workshop-Charakter. Im Mittelpunkt steht der Vereine übergreifende Austausch. „Es ist wichtig, sich neue Impulse für das eigene Trainieren zu holen, sich anregen zu lassen und hier und da auch Dinge abzuschauen. Alle kosten gerne die Harmonie der Sportfreundschaft aus, bevor sich einige Teams bei den Hessenmeisterschaften schon wieder als Konkurrenten gegenüber treten werden.“ In einigen Disziplinen macht sich Seeheim dabei Titelhoffnung. Zu Recht, denn in die Sommerpause verabschiedete man sich nach einem Medaillenregen bei der „World Championship“ in Paris. „Bei internationalen Wettbewerben haben Belgien und vor allem Amerika als Wiege des Rope Skipping buchstäblich die Nase vorn, aber Deutschland holt stark auf.“ Inzwischen zieht das Rope Skipping, das mit dem braven, nostalgischen Seilspringen wenig zu tun hat, seine Fankreise als publikumsmag­netische Wettbewerbskategorie. Auf dieser Ebene ermöglicht der Deutsche Turnerbund den Erwerb eines Abzeichens. Ein nach Alter gestaffelter Anforderungskatalog bildet die Grundlage für den Leistungsnachweis. Als Unterrichtseinheit hat das Rope Skipping auch Einzug in Sportlehrpläne gehalten. „Obwohl die Jungs echt klasse sind, ist es doch eine Sportart, die besonders Mädchen zur Bewegung motiviert“, räumt Jana Müller ein. Der besondere Wert liegt aus der Sicht der Sportlehrerin darin, dass das Rope Skipping eine Ganzkörperfitness auf hohem Niveau schafft und damit ein ideales Basistraining für diverse andere Sportarten ist. Die einzelnen Disziplinen lassen es zu, individuelle Vorlieben und Begabungen auszuloten. Manchen fasziniert die rasante Beinarbeit im „Speed“, andere gehen in der Synchronität der Bewegungen zu zweit zwischen zwei Seilen beim „Wheeling“ auf. Beim „Longrope“ oder dem „Double Dutch“, wenn zwei lange Seile geschlagen werden, kennt die Variation an Sprünge kaum Grenzen. „Der TV Seeheim unterstützt die Feinarbeit an unserer turnerischen Stärke“, betont Jana Müller. Das Tagescamp fand seinen End- und Höhepunkt mit einer öffentlichen Vorführung. Die Trainer selber waren nun am Start, um in sämtlichen Disziplinen Darbietungen der Kategorie „Nichts ist unmöglich“ abzuliefern. Ein teilweise virtuos koordiniertes Drüber- und Drunter von Seilen Körpern und Beinen brachte alle Zuschauer in fassungsloses Erstaunen und rückhaltlose Begeisterung. Für die „Ropiz“ ist das nächste Fernziel schon gesteckt: Teilnahme an der EM in Portugal 2016. Damit verbindet sich allerdings der dringende Wunsch nach Sponsoren, die Finanzspritzen für die Fahrtkosten geben. Als Dankeschön sind dann freudige Sprünge garantiert und Siege ziemlich wahrscheinlich!