Bensheim

Das Artemis Quartett.
29. Mai 2016 

Artemis setzt den Schlussakkord

Am 4. Juni letztes Konzert der Saison mit weltberühmtem Streichquartett

BENSHEIM, Mai 2016 (meli), Mit einem weiteren Glanzlicht geht am Samstag, 4. Juni, die laufende Saison der Kunstfreunde Bensheim zu Ende. Das letzte Konzert vor der Sommerpause bestreitet das Artemis Quartett, das zuletzt vor drei Jahren das Bensheimer Publikum begeistert hat.

Das Ensemble wurde 1989 an der Musikhochschule Lübeck gegründet und zählt heute zu den weltweit führenden Quartettformationen. Wichtige Mentoren waren Walter Levin, Alfred Brendel, das Alban Berg Quartett, das Juilliard Quartet und das Emerson Quartet.

Erste Preise beim ARD-Wettbewerb 1996 und ein halbes Jahr später beim „Premio Borciani“ bedeuteten für das Quartett den internationalen Durchbruch. Dennoch folgten die vier Musiker zunächst einer Einladung des Wissenschaftskollegs zu Berlin, um ihre Studien als Ensemble zu vertiefen und im interdisziplinären Austausch mit renommierten Wissenschaftlern erweitern zu können.

Das Artemis Quartett gastiert in allen großen Musikzentren und internationalen Festivals in Europa, den USA, Asien, Südamerika und Australien. Eigene Zyklen gestaltet das Ensemble seit 2004 im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie, seit 2011 im Wiener Konzerthaus (gemeinsam mit dem Belcea Quartet) und ab der Saison 2016/17 im Prinzregententheater in München. Die Zusammenarbeit mit Musikerkollegen war dem Ensemble von Anfang an eine wichtige Inspiration. Das Quartett blickt inzwischen auf eine umfassende Diskographie zurück. Die Einspielungen des Ensembles wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschienen 2014 eine Einspielung mit Werken von Mendelssohn-Bartholdy (Echo Klassik) und im Herbst 2015 die Friedemann Weigle gewidmete Aufnahme der Brahms-Quartette op. 51/1 und op. 67 (Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik).

Die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik ist für das Ensemble stets ein wichtiger
Teil der künstlerischen Arbeit, nicht zuletzt auch um den Blick für das Neue in etablierter Musik zu schärfen. 2015 riefen die Musiker einen eigenen Kompositionswettbewerb ins Leben. Der Preisträger Eduard Demetz wurde im November 2015 gekürt. Neben ihrer Konzerttätigkeit sind die vier Musiker Professoren an der Universität der Künste in Berlin und an der Chapelle Musicale Reine Elisabeth in Brüssel.

Nach dem tragischen Tod von Friedemann Weigle im Juli 2015 formierte sich das Artemis Quartett mit Anthea Kreston an der zweiten Violine Anfang 2016 neu. Gregor Sigl wechselte auf die Position der Viola. Komplettiert wird das Ensemble von Vineta Sareika (Violine) und Eckart Runge (Cello).

Beim Konzert im Bensheimer Parktheater werden am 4. Juni, 20 Uhr, Werke von Wolf, Grieg und Beethoven zu hören sein. Die Italienische Serenade G-Dur für Streichquartett von Hugo Wolf (1860-1903) ist ein achtminütiges Fragment, das an das Hauptwerk des Komponisten, das Italienische Liederbuch erinnert. „Es ist nicht gedacht für kleine Geister“, sagte Edvard Grieg über sein einziges vollendetes Streichquartett in g-Moll, op. 27. Das in Teilen orchestral anmutende Werk erinnert an den späten Beethoven. Letzterer wird im zweiten Teil des Konzerts zu hören sein: Das Streichquartett Nr. 7 F-Dur op. 59,1 ist das erste der drei sogenannten Russischen Quartette, entstanden im Jahr 1806.

Wie immer in der laufenden Saison der Kunstfreunde gibt es auch an diesem Abend eine Einführung in die Welt der Kammermusik. Der Musikexperte Dr. Hans Hachmann wird ab 19 Uhr im Foyer des Parktheaters auch auf das Konzertprogramm eingehen.

Kartenvorverkauf:
Bücherstube Deichmann, Bensheim, Bücherkiste Auerbach, Buchhandlung May, Heppenheim und Buchhandlung Zabel, Seeheim-Jugenheim
Reservierung per E-Mail unter karten@kunstfreunde-bensheim.de; Abendkasse ab 18.30 Uhr.
Weitere Info: www.kunstfreunde-bensheim.de