Mit Parkour Grenzen überwinden
Spiel, Spaß und Show rund um den Jugendtreff
SEEHEIM-JUGENHEIM, Juni 2012 (sawe), Mit einem unschönen „Platsch“-Geräusch landet Marcel nach einem Überschlag in der Luft auf dem Waldboden, springt auf und fetzt in einem Affentempo weiter. In rasantem Run geht es über Autoreifen, Palettenstapel, fast die Bäume hoch und in haarsträubenden Moves, Drehungen und Sprüngen wieder zurück an ein 3-D-Gerüst aus Metallrohren. Einen federleicht ausgeführten Felgaufschwung mit Rückwärtssalto-Abgang später, steht der 18 Jahre alte „Parkour-Akrobat“ doch ein wenig schnaufend wieder auf seinen beiden Füßen. Wow! Was aussah, als ginge es wie von selbst, ist das Ergebnis harten Trainings – nur dann verletzt man sich beim Trendsport „Parkour“ nicht. Geht man dann zu zweit auf die abenteuerlich-sportliche Reise irgendwo in einer Stadt, einem Park, wobei alles zum Hindernis wird, oder wie hier beim Jugendtreff im selbstangelegten Areal im Wald, gehören genaue Absprachen dazu. Sonst könnte man mitten im Flug miteinander kollidieren und sich echt verletzen. Hier zählt Timing.
„Dieser Sport braucht Koordination, Geschicklichkeit, Schnelligkeit, körperliche und geistige Fitness“, erklärt Marcel, deshalb hat er vom Sturz wohl nur eine Prellung übrig behalten. „Die gehören dazu“, bestätigt sein Kumpel Daniel (17). Beide sind drei, respektive zwei Jahre mit enormem Spaß am Trainieren dabei: „Es gibt immer etwas Neues zu entdecken und zu lernen, man wird mit guter Technik schneller und besser“, sprühen beide vor Enthusiasmus. Zum „Yonetsu-Team“, was aus dem Japanischen übersetzt „Leidenschaft“ bedeutet, zählen noch Oliver, Paul, Caroline und Rahat.
Die flotten Jungs sind zu Gast bei „Spiel, Spaß und Show“ am Jugendtreff in der Sandstraße und eindeutig für die Show zuständig – und das auf einem selbstgebauten Parcours. Nur noch der TÜV-Stempel fehlt vor allem für den Rohrgestängebau: „Aber die Prüfung ist schon bald“, versichert Jugendpfleger Matthias Itzel von der Jugendförderung Seeheim-Jugenheim. Er spricht vom dritten Fest dieser Art, bei dem jeder in den Treff reinschauen kann, die Menschen, die sich dort engagieren, und die regelmäßigen Treffbesucher kennen lernen kann. Zu Recht Stolz zeigt Itzel die Dirt-Bike-Strecke für die 400 Tonnen Sand bewegt und mit Wasser und Füßen zu Tälern und Hügeln gestampft wurden: „Marke Eigenbau“, lautet die Erklärung – wie so vieles in und um den Treffpunkt für Jung und Alt. Das ist ein weiterer Stichpunkt, denn die „JA-Gemeinsam“-Gruppe, in der junge und ältere Menschen im Alter von sechs Jahren bis Seniorenalter zusammen aktiv sind, ist mit von der Party-Partie. Schminken, Waffeln backen und essen, Dosen werfen und einiges mehr wird zusammen gemacht. Davon profitieren beide Teile. Auch vom Angebot der „Werkstatt Sonne“, wo sich kreative Aktionen mit Kursen zu immens vielseitigen Themen finden.
Derb trieben es wohl die alten Wikinger, doch auch die rauen Kerle hatten Sinn für Spiele: Mit einem Wikingerschachspiel überraschte der Pfadfinderstamm Ulrich von Münzenberg Jugenheim. Aufgestellte grobe Vierkanthölzer müssen dabei aus einer festgelegten Entfernung mit länglichen Hölzern umgeworfen werden – eine echte Herausforderung. Es steckt ordentlich Leben im Jugenheimer Jugendtreff, der am Abend noch mit der Band „Louis Kluge und seine Freunde“ feierte. Kontakt zum Jugendtreff gibt es unter Telefon: 06257-96 99 428 oder per Mail an matthias.itzel@seeheim-jugenheim.de.
Fotogalerie:
Fotos von Stefan Oelsner.
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Dieser Artikel erschien in der Juni-Ausgabe des Melibokus-Rundblick Nr. 156.
