03. August 2016 

Matchbox 2016.Lorscher Literatur-Stube

Ein Schreibprojekt für Lorsch

LORSCH, August 2016 (meli), Mancher erinnert sich an die „Matchbox.Diaries“ im Sommer 2015: Damals schrieben vier preisgekrönte Schriftsteller fünf Porträts über Lorscher Bürger. Das Vorzeichen war klar: Nicht den Künstlern, also den Autoren, vielmehr den „normalen Leuten“ sollte die Aufmerksamkeit gelten. „Kunst mit anderen Vorzeichen“ hatte sich Matchbox, „das wandernde Kulturprojekt der Metropolregion Rhein-Neckar“ auf die Fahnen geschrieben. Das Projekt kam gut an und findet 2016 seine Fortsetzung. Wieder stehen die Lorscherinnen und Lorscher im Mittelpunkt. Aber dieses Mal sollen sie selbst zu Schriftstellerinnen und Autoren werden.

Gesucht: Wer will Lorscher Geschichten schreiben?
Das neue Projekt heißt „Matchbox 2016.Lorscher Literatur-Stube“ und sucht Menschen, die gerne schreiben möchten. Ihnen als Begleiter und Mentorinnen zur Seite gestellt werden die Chamisso-Preisträger, die schon letztes Jahr in Lorsch waren: Marjana Gaponenko, Nellja Veremej, José Oliver und Fabian Burstein. Einzige Bedingung ist, dass sich diese Geschichten (der Kurzroman, die Erzählung, das Portrait etc.) um Lorsch drehen müssen.
Auf den Spuren des ersten Lorscher Erzählers

Bewegt sich der „Leseschwarm“ auf den Spuren des ersten Lorscher Dichters (nämlich des Mönchs, der den Lorscher Bienensegen verfasste), ist die Lorscher Literatur-Stube auf der Spur des ersten Lorscher Erzählers, den man nachweisen kann: Es ist der erste der Mönche, die den Lorscher Codex aufzeichneten. Denn der Lorscher Codex ist weit mehr als eine Urkundensammlung von Besitztümern und Schenkungen: Vielmehr erzählt das Buch auch – und zwar durchaus sehr anschaulich – von dem, was damals in Lorsch geschah. Die Mönche (ebenso schriftstellerische Laien) überführten so die mündlichen Erzählungen vom Hören-Sagen in die schriftliche Überlieferung. Eine überaus kostbare Quelle bis heute.

Gemeinsam entwickeln: Die Lorscher Literatur-Stube
Das ganze Schreibprojekt, das die heutigen Lorscher Laien dazu ermächtigen soll, ihre eigene Geschichte zu schreiben, soll sich etwa über ein Dreivierteljahr ziehen. Am Ende steht ein (erster) Band über Lorsch mit neuen Lorscher Geschichten und ein kleines Lesefestival, bei dem die Lorscher Autoren aus ihren Textenn vorlesen. Flankiert werden sie von ihren Profi-Kollegen, die ebenfalls mit eigenen Veröffentlichungen an dem Festival teilnehmen. „Viel mehr wissen wir noch nicht“, so Fabian Burstein als einer der Ideengeber. „Denn das soll gemeinsam mit Lorscher Bürgern während des StadtLesens vom 1. – 4. September entwickelt werden.“

Drei Literatur-Stuben: Lesen – schreiben – denken
Und zwar gemeinsam mit den dann in Lorsch anwesenden Schriftstellern. Interessierte können sich an den ersten drei Abenden des StadtLesens, jeweils nach dessen Ende (ab 20.30 Uhr) in private Wohnzimmer zurückziehen. Hier wird gelesen (Nellja Veremej, 01.09.), geschrieben (mit Hilfe von Marjana Gaponenko, 02.09) und nachgedacht (zusammen mit Fabian Burstein, 03.09.). Dabei werden Ideen und Vorstellungen rund um das Projekt Lorscher Literatur-Stube gesammelt und diskutiert. Will man als Autor teilnehmen oder aber das Lesefest am Ende des Prozesses mitgestalten, kann man sich dabei melden. Oder aber am Info-Stand der Lorscher Literatur-Stube in der LeseStadt. Oder aber ab sofort im KULTour-Amt. Sollten sich mehr Bewerber wie Plätze für das Schreibprojekt melden, wird man anhand der gemachten Angaben eine Auswahl treffen, um das Bevölkerungsspektrum möglichst gut abzubilden.

Matchbox: Lorscher Literatur-Stube. Ein Schreibprojekt für Lorsch hat seinen Auftakt am 01., 02. und 03. September, jeweils ab 20.30 Uhr in drei verschiedenen privaten Wohnzimmern in der Stadt.
01.SEPT 2016 Lese-Stube (es liest Nellja Veremej)
02.SEPT 2016 Schreib-Stube (mit Marjana Gaponenko)
03.SEPT 2016 Denk-Stube (mit Fabian Burstein)

Anmeldung und Informationen zur Teilnahme ist an diesen Tagen am Stand der Lorscher Literatur-Stube auf dem Benediktinerplatz/in der LeseStadt möglich oder ab sofort im KULTour-Amt (0 62 51.59 67-5 01).

Gesucht werden auch noch private Wohnzimmer, die man für einen dieser drei Abend bereitstellen möchte. Die Anzahl der möglichen Teilnehmer wird dabei mit dem Wohnungsinhaber je nach Größe festgelegt. Gäste müssen sich persönlich zuvor am Stand auf dem Benediktinerplatz oder im KULTour-Amt anmelden, die Privat-Adressen werden nicht veröffentlicht.