Vier Weltklassesolisten spielen Schumann und Messiaen
BENSHEIM, Januar 2017 (meli), Musikalisch gesehen gehören sie zur Crème de la Crème, jene vier jungen Musiker, die von den Kunstfreunden Bensheim für dieses außergewöhnliche Konzert verpflichtet werden konnten. Am Samstag, 04. Februar gastieren Herbert Schuch, Sebastian Manz, Mirijam Contzen und Danjulo Ishizaka im Parktheater Bensheim.
Der Klarinettist Sebastian Manz begeisterte sich früh für sein Instrument, als er Benny Goodmans Aufnahme des Es-Dur-Konzerts von Carl Maria Weber hörte. Den großen Durchbruch bescherte ihm sein sensationeller Erfolg 2008 beim Internationalen ARD-Musikwettbewerb in München, wo er neben dem seit 40 Jahren nicht mehr vergebenen 1. Preis in der Kategorie Klarinette auch den begehrten Publikumspreis gewann. Mit zwei ECHO Klassik-Auszeichnungen gehört Sebastian Manz zu den gefragtesten Solisten und Kammermusikern seiner Generation. Seit 2010 ist er Soloklarinettist des SWR Symphonieorchesters. In wenigen Tagen erscheint sein bisher umfangreichstes CD- Projekt bei dem renommierten Label EDEL / BERLIN CLASSICS: die Einspielung der gesamten Werke für Klarinette von Carl Maria von Weber.
Die Geigerin Mirijam Contzen ist eine Entdeckung des legendären ungarischen Violinisten Tibor Varga, der die damals siebenjährige bei ihrem Orchesterdebüt mit einem Violinkonzert von Mozart hörte und dafür sorgte, dass das Mädchen ihr Studium bei ihm an den Musikhochschulen in Detmold und Sion aufnahm. Mit 17 Jahren gewann sie den Internationalen Violinwettbewerb „Tibor Varga“, der ihr die Tore zur internationalen Musikwelt öffnete. Heute gilt Mirijam Contzen als hochgeschätzte Solistin, Kammermusikerin und Festivalleiterin. Sie ist gerngesehener Gast bei den Salzburger Festspielen, dem Rheingau Musik Festival, dem Verbier Festival und vielen anderen und musiziert in den wichtigsten Konzerthäusern und Musikmetropolen.
Seit dem Gewinn des ARD Wettbewerbs und des Grand Prix Emanuel Feuermanns zählt Danjulo Ishizaka zu den herausragenden Cellisten seiner Generation. Erste Konzerte führten den Cellisten bereits im Alter von 17 Jahren in die Berliner Philharmonie. 2003 debütierte er schließlich im Musikverein in Wien, 2004 in der Suntory Hall in Tokio, 2006 in der Carnegie Hall in New York, 2008 in der Royal Albert Hall in London und 2010 in der Londoner Royal Festival Hall. Seine CD-Einspielungen erhielten begehrte Auszeichnungen wie den „Echo Klassik“ Preis 2006 für seine Debüt-CD und den Grammophone Award 2014 für die „Kammermusikeinspielung des Jahres“ zusammen mit dem Pavel Haas Quartett. Danjulo spielt das Stradivari Cello „Feuermann“ (1730) der Nippon Music Foundation, früher gespielt von dem legendären Cellisten Emanuel Feuermann. Außerdem wird ihm von der Kronberg Academy das von Wolfgang Schnabl erbaute Cello, zuvor gespielt von Boris Pergamenschikow, zur Verfügung gestellt.
Auch der Pianist Herbert Schuch erregte internationales Aufsehen, als er innerhalb eines Jahres drei bedeutende Wettbewerbe in Folge gewann, den Casagrande-Wettbewerb, den London International Piano Competition und den Internationalen Beethovenwettbewerb Wien. Er hat sich mit seinen dramaturgisch durchdachten Konzertprogrammen und CD-Aufnahmen als einer der interessantesten Musiker seiner Generation einen Namen gemacht. Herbert Schuch arbeitet mit renommierten Orchestern zusammen und ist regelmäßiger Gast bei bedeutenden Festspielen, z.B. dem Rheingauer Musik Festival, dem Klavier-Festival Ruhr und den Salzburger Festspielen, um nur einige wenige zu nennen.
Zusammengeführt wurden die vier Musiker gewissermaßen von Olivier Messiaen, denn sie machten es zu ihrem Anliegen, dessen Werk „Quatuor pour la Fin du Temps“ live erklingen zu lassen. Die Geschichte dieses Musikwerkes, das zu den bedeutendsten des 20. Jahrhunderts zählt, ist berührend:
Hungernd und frierend, 1940 in einem Kriegsgefangenenlager, hatte der Komponist Olivier Messiaen eine Vision: Er sah den siebten Engel der biblischen Apokalypse, der, gehüllt in Regenbogen, Wolken und Feuer, niederfährt und verkündet, es solle „hinfort keine Zeit mehr sein“. Das war der Anstoß zu seinem „Quatuor pour la Fin du Temps“ für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier. Diese Instrumente hatte Messiaen im Lager zufällig zur Verfügung, im Konzertbetrieb kommen sie selten zusammen. Das Problem, dass es kaum andere Werke für diese Besetzung gibt, lösen Sebastian Manz, Mirijam Contzen, Danjulo Ishizaka und Herbert Schuch mit einem reinen Schumann-Programm für verschiedene Besetzungen: Es erklingen Fantasiestücke aus op. 12, eine Bearbeitung der „sechs Studien in kanonischer Form“ und drei Fantasiestücke aus op. 73.
Karten im Vorverkauf: Bücherstube Deichmann Bensheim, Bücherkiste Auerbach, Buchhandlung May Heppenheim, Buchhandlung Zabel Seeheim-Jugenheim; Kartenreservierung per E-Mail: karten@kunstfreunde-bensheim.de; Abendkasse ab 19.15 Uhr.
Weitere Infos unter: www.kunstfreunde-bensheim.de
