Chorgruß mit heiterem Klang zum Jahresanfang
Mit seinem „Serenadenkonzert „Farben des Winters“ in der Alsbacher Kirche überbrachte der Alsbacher Chor „TonArt“ seine musikalischen Neujahrsgrüße
ALSBACH-HÄHNLEIN, März 2017 (pem), „Von guten Mächten wunderbar umgeben“ – schrieb Dietrich Bonhoefer die Zeilen des Liedes. Weil es zu den schönsten gehört, mit denen man einem neuen Jahr einen respektvollen Empfang bereiten kann, hatte es auch „TonArt“ in die Reigen seiner Wilkommensgrüße aufgenommen. Die altehrwürdige Alsbacher Kirche als Rahmen der Veranstaltung lenkte die Gedanken zu den Höchsten, doch zwischen Himmel und Erde walten mehr Kräfte, die sich ganz unmittelbar berühren, nähren Zuversicht für alles Kommende und sie stärken die Hoffnung für die Welt: das Streben nach Frieden und Freiheit, der unverbrüchliche Wille, das Schöne zu erkennen und Freude zu empfinden, wenn Freundschaft und Liebe sie verbinden oder eine Gemeinschaft Geborgenheit spendet. Nicht zuletzt zählt die Musik selber dazu als Botschafterin all dessen und als universelle Sprache. Feinsinnig hatte der Chor seine Repertoireauswahl getroffen, um in den Liedern diese Aspekte als Neujahrswünsche darzubringen.
Klaus Vetters sicher führende Dirigentenhand bietet den Sängerinnen und Sängern stets verlässliche Leitung durch die Genres einer großen musikalischen Bandbreite. Der „Chorchef“ kann bei der differenzierten Gestaltung der Stücke auf ein bestens eingespieltes, harmonisches Team bauen. Der Chor „TonArt“ zeichnet sich, den oft langjährigen Mitgliedschaften sei es gedankt, durch eine erstaunliche innere Feinjustierung aus, die die Stimmen aller Lagen zu einem eindrucksvollen Klangfarbenvolumen bündelt. Mit dem unverwechselbaren „Chorsound“ aus jedem Stück dessen individuelle Qualität herauszuarbeiten und stimmig zu interpretieren, ist eine herausfordernde Kunst, die Klaus Vetter und seinen „TonArt“isten immer besser gelingt. Das 90 minütige Programm gab einen lebhaften Beweis.
Mit den drei ersten, getragenen Stücken stand das Lob der Tonkunst und Musik im Mittelpunkt. Im Wesen des Gospels liegt der Überschwang der Freude, sind es doch „good spels“, also die gesungenen frohen Botschaften von der Liebe Gottes. Der „Gospeltrain“ und „Halllelujah, Salvation and Glory“ luden zum Dabeisein ein. Der Wunsch, mit der Sehnsucht nach Frieden und Freiheit auch mit entlegenen Teilen der Welt in Kontakt zu stehen, brachte nicht nur „Dona nobis pacem“ auf das Notenpult, sondern auch zwei originalsprachliche südafrikanische Lieder.
Mit Popsong-Klassikern wie „For the longest time“, „You´ve got a friend“ oder „Love lifts us up“ bot „TonArt“ seine Homage an Freundschaft und Liebe. Der Chor erweiterte sich um die Stimmkraft des Publikums, um zum Abschied gemeinschaftlich die „Farben des Winters“ zu intonieren. Eine eigens zur Vorbreitung des Konzerts gegründete Gruppe von Chormitgliedern hatte Bücher durchforstet, um Gedichte und Texte zusammenzustellen, damit die kurzweilige Moderation die Wirkung des gesungenen noch durch das literarische Wort unterstreichen und intensivieren konnte. Macha Kalekos lyrische Freude über das „sich freuen“ teilte man gern. Ein mittelalterlicher Wortspieltext hatte nichts an Aktualität eingebüßt. Von zeitloser Gültigkeit scheinen Sätze wie: „man möge dem Überfluss Grenzen geben auf dass Grenzen überflüssig werden“.
Man hatte noch als Nachklang im Ohr von einem sehr eigenwilligen Chor-Arrangement, das den wohlvertrauten Beatles-Song „With a little help of my friends“ zum neuen Hörerlebnis machte. „Thank you for the music“ beschloss den Abend.
