Kunst für die Katz
Conny Abramzik zeigt in der Treppenhausgalerie des Seeheimer Alten Rathauses Katzenbilder bis zum 27. Juli
SEEHEIM-JUGENHEIM, Juni 2017 (pem), Treuer Freund des Menschen ist der Hund, gerne schaut er auf zu seinem Herrn. Die Katze dagegen ist sich selbst genug: Individualität, Persönlichkeit und Charakterwesen von unvergleichlicher Souveränität. Kaum verwunderlich, dass zu allen Zeiten sich besonders Künstler diesen autonomen Unangepassten wesenhaft verbunden fühlten. Sie erlagen der Faszination dieser „Seelenpartnerschaft“, ließen sich zur ästhetischen, literarischen oder bildnerischen Auseinandersetzung verführen.
„Hätte ein italienischer Designer eine Tierart zu kreieren, käme gewiss eine Katze heraus“, zitiert Conny Abramzik den Autor Akif Pirincci als Unterschrift eines ihrer Katzenbilder. Literarische Kommentare begleiten alle Arbeiten in der aktuellen Ausstellung. Musikalisch engagiert sich die Künstlerin auch im Ensemble mit ihrem Mann, der selber Instrumente baut. Die freischaffende Künstlerin verfügt über eine therapeutische Ausbildung , die es ihr ermöglicht, ihre Kreativität beruflich in der Arbeit mit behinderten Menschen einfließen zu lassen.
„Warum nicht das Leben mit einer Katze teilen“, die Empfehlung von Robert Stearne befolgte die „Katzen-Menschin“ schon immer. Ein Blatt verewigt eine Ahnengalerie von Fritz the Tomcat und Habakuk bis Deborah, Sulamit und all den anderen. In Zeichnungen, Aquarellen und Farbradierungen entstanden Portraits und Bewegungsstudien. „Eine Katze ist wie kein anderes Tier ein ideales Modell, weil sie mühelos lange Zeit in derselben Position nahezu reglos verbleibt und nie in hektisches Agieren verfällt.“ Die Ausstellung versteht sich als gesamte Würdigung des Katzenwesens, eine Seelenhommage. Der Einzigartigkeit der Abgebildeten in Charakter und Stimmung entsprechend, variiert sie spielerisch Technik und Stil der Darstellung. Die Abstraktion überhöht besonders in den Radierungen die mystischen Dimensionen des Tieres. Pinsel, Nadelstichel und Stift „umschleichen“ in unendlicher Annäherung die tierische Majestät, um die Seelenaspekte bildnerisch umzusetzen.
Die Ausstellung ist bis zum 27. Juli im Alten Rathaus Seeheim zu den Öffnungszeiten der Gemeindebücherei zu sehen.
