Bickenbach, Young People

Hans Quick Schule Projektwoche 2012Ein Bienenhotel in Eigenarbeit haben die Schüler der Klasse 4b in ihrem "Bienenprojekt" mit Unterstützung von Großeltern im Rahmen der Projektwoche der Bickenbacher Hans-Quick-Schule zum Thema "Naturerlebnisse" gebaut.
12. Juni 2012 

Freiluftunterricht mit Waldstundenplan in Bickenbach

„Naturerlebnisse“ lautete das Motto der aktionsreichen Projektwoche der Hans-Quick-Schule

BICKENBACH, Juni 2012 (pem), Gras wachsen hören stand nicht ausdrücklich auf dem Programm der Projektwoche der Hans-Quick-Schule. Trotzdem erwarteten die Jungen und Mädchen täglich neue Wissensabenteuer und Lernüberraschungen. Unter dem Motto „Naturerlebnisse“ wurden Wald und Wiese zum Unterrichtsort: “Eine wichtige Zielsetzung dabei war, bewusst zu machen, in welcher wunderbaren Umgebung wir leben. Bei der Vorbereitung haben wir nach ganz unterschiedlichen Wegen gesucht, das auch sinnlich erfahrbar zu machen“, erklärt Direktorin Beate Hunfeld.

Vor allem geht es darum, dass wir Menschen uns ganz klar als ein Teil der Natur empfinden. “Die Freude darüber kann der Mensch zurückgeben, indem er Verantwortung übernimmt und die Natur unterstützt. Als achtsame Würdigung der unscheinbaren Nützlinge, schloss der Bau eines „Bienenhotels“ die Woche ab. Ist ein Schritt gemacht, sind die nächsten längst gedacht: Das Gelände um diesen angenehmen Brut-und Überwinterungsplatz soll künftig als „Naturraum“ angelegt, bepflanzt und bewirtschaftet werden. Die Zertifizierung zur „Umweltschule“ rechtfertigten bereits frühere Baumpflanzaktionen und die kontinuierlich gepflegte Waldpatenschaft.
Wissensvermittlung folgt an dieser Schule dem Leitgedanken: Lehren mit und Lernen durch Begeisterung. Beate Hunfeld freut sich über das kooperative Kollegium, das engagiert für die Umsetzung sorgt. Über allem stehen die Stärkung der Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und die Förderung aller Fähigkeiten, die das menschliche Miteinander freundlicher und friedlicher gestalten. So oft wie möglich bringt man das Prinzip „Groß hilft Klein“ zur Anwendung, auf das die Direktorin als „Früherziehungsbeitrag gegen die Ellbogengesellschaft“ hofft. Die Themenschwerpunkte der Projektwoche wurden deshalb auch weitestgehend losgelöst von Klassenverbänden bearbeitet und durchlebt.

Unerlässlich ist dabei die „Forscherausrüstung“ mit wetterfester Kleidung, Lupe, Sammelbehälter und zur nachbearbeitenden Dokumentation Schreib-und Bastelutensilien. „Wer krabbelt und fliegt in Wald und Wiese“ lautete ein Expeditionsauftrag. Regenwürmern und Schnecken widmeten sich die Einen, Bienen und Insekten die Anderen. Um die Säuberung des Bachlaufs kümmerte sich eine weitere Gruppe.
Der Imkerbesuch bereicherte die eigenen Recherchen nicht nur um Fachdetails; sondern beeindruckte ebenfalls durch Honigverkostung frisch aus der Wabe! Auf das „royale“ Erlebnis ist ein Junge stolz: “Wir haben sogar die Königin gesehen!“ -Das Streuobstwiesenzentrum Darmstadt war einigen vertraut vom herbstlichen Äpfelsammeln und Saftkeltern.

Dieses Mal richtete sich die Aufmerksamkeit auf den Lebensraum im Schatten der Bäume. Kräuter und Kleintiere galt es zu erkunden. Beim Besuch im Kranichsteiner „Bioversum“ gingen die Wissenshungrigen der Sache der Natur auf den Grund: Wie im „Drunter und Drüber“ aus zerfallenden Pflanzen und anderen Materialien langsam Erde wird, zeigten die Schichtungen in den eigenhändig getätigten Bohrproben. Wie viele verschiedene Sorten von Erde sich mit ihren unterschiedlichen Qualitäten erfühlen lassen, erstaunte die Kinder. Im Bickenbacher Wald kamen beim Asthüttenbau die Architekten auf ihre Kosten und allenthalben setzten sich die „Walddetektive“ der Natur auf die Spur. Die intensivsten Eindrücke bescherte den Umweltexperten zum Ausklang der ruhigere letzte Tag: Den Wald mit allen Sinnen genießen – in einer „Stock und Stein“-Massage, beim Lauschen auf Musik und sich meditativ einlassen auf die Waldgeräusche. Nicht nur die Wahrnehmung sensibilisiert sich dabei. Genauso wichtig war es, im anschließenden Gespräch mit Worten präzise zu differenzieren, was man erlebt hatte.

Umrahmt vom gemütlichen Kaffee-und Kuchen-Beisammensein krönte die Präsentation der Forschungsergebnisse mit Schautafeln, Basteleien und „lebenden Objekten“ die Projekttage. Natürlich gehörten zum Schlemmerbüffet auch Honigwaffeln und coole Fruchtsaftcocktails wie Süßer Marienkäfer“; „Grashüpfer“ und „Flotte Biene“. Ein Prosit auf die Freiluftschule!

Fotogalerie:
Alle Bilder von Stefan Oelsner
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Dieser Artikel erschien in der Juni-Ausgabe des Melibokus-Rundblick (Nr.156).