Best Ager-Senioren, Zwingenberg und Rodau

Führung des Zwingenberger Geschichtsvereins 2012Auf dem Marktplatz konnte man den spannenden Geschichten der 2. Vorsitzenden des Geschichtsverein Zwingenbergs zuhören und etwas über die Stadthistorie lernen.
21. August 2012 

Historisches erfahren mit dem Zwingenberger Geschichtsverein

Auch Bewohner des Seniorenheims Linde nahmen an der historischen Stadtführung teil

ZWINGENBERG, August 2012 (bumi), Wenn man schon in einem Ort mit langer Geschichte lebt, was liegt da näher, als sich diese einmal genau erzählen zu lassen. So geschehen Mitte Juli in Zwingenberg. Der Geschichtsverein Zwingenberg bietet schon seit vielen Jahren Stadtführungen an. Und dieses Angebot nahm das Seniorenheim Linde nun gerne an. Sechs Bewohnerinnen und Bewohner hatten sich gemeinsam mit zwei Betreuern auf dem historischen Marktplatz von Zwingenberg getroffen und hörten gespannten den Erzählungen von Berenike Neumünster zu. Die zweite Vorsitzende des Geschichtsvereins kennt die vielen kleinen Anekdoten, die sich um so manches Haus, das am Marktplatz steht, ranken.

„Hier, wo wir jetzt stehen, war zur Römerzeit noch ein Sumpf. Die Römer hatten ihre Wasserburg etwa dort stehen – zwischen Sumpf und Hang“, sagte Neumünster und deutet auf die Obergasse, die damals vermutlich eine Römerstraße war. Die Heimatforscherin erzählt in flüssiger und lebendiger Form und springt mit ihren Erzählungen durch die Jahrhunderte. So erfuhren die Senioren etwas über das Gebäude am Marktplatz, das einst die Dorfschule beherbergte. „Die einzige Schulklasse in einem großen Raum bestand aus 125 Kindern unterschiedlichen Alters, betreut von einem einzigen Lehrer”, sagte Neumünster. Das zustimmende Kopfnicken und eine Ergänzung einer Altenheimbewohnerin deutete darauf hin, dass sich diese Generation an solche Zuständen durchaus noch erinnern kann.

Die Zuhörer erfuhren auch etwas über die Geschichte des ehemaligen Rathauses, das sich zum Zeitpunkt der Stadtführungen genau gegenüber befand, und hörten, weshalb es im Mittelalter im Ort nur eine Bäckerei gab und der Bäcker sogar von der Stadt angestellt war. Aus Angst vor einem Brand sollte es in den Fachwerkhäusern so wenige Feuerstellen wir nötig geben. Und natürlich wurde auch erklärt, woher denn der Name der Stadt stammt und dies auch etwas mit der Erwähnung im Lorscher Codex zusammenhängt. Einmal im Monat bietet das Altenheim den Heimbewohnerinnen und Bewohnern ein solches Ausflugsangebot an.

Fotogalerie:
Alle Fotos von Mic Burmeister.
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Dieser Artikel erschien in der August/September-Ausgabe des Melibokus Rundblick (Nr.157).