Gesundheitskur für den Gemeindewald Seeheim-Jugenheim
SEEHEIM-JUGENHEIM, September 2013 (pae), Klimawandel, Misteln und Brombeeren haben Seeheim-Jugenheims Gemeindewald in der Ebene zwischen dem Schuldorf Bergstraße und dem Waldfriedhof stark geschädigt. Insgesamt hat der Wald der Gemeinde eine Größe von 650 Hektar. Davon liegen zweihundert Hektar in der Rheinebene.
Bedingt durch die sandigen Böden, ist die Kiefer mit 87 Prozent die vorherrschende Baumart. Knapp 75 Prozent der Bestände in Ebene sind von Misteln – einer Schmarotzerpflanze – befallen. Vor diesem Hintergrund hat die Gemeindevertretung ein Sanierungsprogramm beschlossen, in dem 25 Hektar mittelfristig künstlich saniert werden sollen.
„Hierzu wird der absterbende Kiefern-Altbestand bis auf wenige vitale Exemplare gefällt“, erläutert der Leiter des Darmstädter Forstamtes Hartmut Müller. „Es wird wie ein Kahlschlag aussehen“, sagt Bürgermeister Olaf Kühn (parteilos). Kühn betont, „dass die Maßnahme dem Erhalt des Waldes und dem Natur- und Umweltschutz dient“.
Nach dem Fällen der Bäume wird der Oberboden mit Baggern abgezogen und es werden neue Bäume gepflanzt. Gesunde Laubbäume, wie Eichen oder Walnüsse bleiben erhalten. Die gesunden Bäume werden mit der Sprühfarbe „Langzeitblau“ gekennzeichnet. Auf den ärmeren Standorten wird mit Kiefernpflanzen verjüngt. Auf den besseren Standorten erfolgt die Verjüngung mit Douglasie und Roteiche.
Bisher wurde mit dem Sanierungsprojekt in zwei Bereichen begonnen. In der Nähe der Schuldorfkreuzung wird in diesem Herbst die Pflanzfläche und die Pflanzung vorbereitet. Im Bereich unterhalb des Waldweihers wurde eine Versuchsfläche zur Verjüngung mit Naturverjüngung angelegt. Ob der Versuch glückt, zeigt sich im Herbst.
In den kommenden Wochen beginnt die Fällaktion zwischen dem Sportplatz, Altersheim und Waldfriedhof. Im nächsten Frühjahr wird die neue Waldgeneration gepflanzt. In dem ersten Abschnitt werden zwei Hektar verjüngt. Ist diese Verjüngung in zwei bis drei Jahren gesichert, erfolgt in zwei Schritten der Rest.
Für die Waldsanierung entstehen der Gemeinde für einen Hektar Kiefernkultur bis zum Ende der Kulturphase Kosten von 17.000 Euro. Dem gegenüber stehen pro Hektar 10.000 Euro Einnahmen für den Holzverkauf. „Derzeit ist der Holzpreis sehr gut“, berichtet Revierleiter Arne Weißert. Durch die Teilfinanzierung der Waldsanierung mit den anfallenden Holzerlösen ist die Durchführung dieses Projekts ohne eine übermäßige Belastung des Gemeindehaushalts möglich.
