Megaevent auf der „Bembelbahn“
Der selbstgebaute Dirtpark in Zwingenberg wurde mit einem Contest eingeweiht.
Lesen Sie den Bericht inklusive Video und Bilder.
ZWINGENBERG, September 2012 (sawe), Spektakulär sieht es aus, wenn Menschen und Fahrräder durch die Luft fliegen. Akrobatisch fügen sich „Ross und Reiter“ mitten in der Luft wieder zusammen und landen auf beiden Rädern im weichen Rindenmulch auf der Abfahrt eines Hügels. Einen Affenzahn haben die Sportler drauf, wenn sie vom gut sechs Meter hohen Anfahrtberg mit ordentlich Schwung ansausen, als Sprungschanze den nächsten Hügel nutzen und im Freiflug Kunststücke machen. Der Trendsport im Dirtpark findet immer mehr Freunde, Gary und Yannick Romswinckel wissen das: „Wir haben Kids ab zehn Jahre, Jugendliche und wagemutige Erwachsene auf der Bembelbahn.“ Das erzählen beide voller Stolz, denn sie waren an der Organisation und Umsetzung der sechs unterschiedlichen „Lines“, wie die Hügelwege in der Szene heißen, maßgeblich beteiligt. „Bembelbahn haben wir als Name gewählt wegen des Bezugs zur Region“, erklärte Yannick Romswinckel, denn „Bembeln“ assoziiere die „Klingelbähnchen“ auf den nahen Gleisen und gleichzeitig den „Bembel“ als traditionelles Gefäß für den mindestens ebenso traditionellen Äbbelwoi.
Das erste Video zeigt die Vorbereitungen auf das bevorstehende Event.
Film: Phil Klement / Tobias Kachel
“Natürlich haben ganz viele Menschen mit angepackt und die Stadt Zwingenberg gab ihr Okay dazu”, schilderte Romswinckel. Nach gut drei Jahren Vorbereitung steht in Zwingenberg jetzt ein ausgeklügeltes Areal für alle Schwierigkeitsgrade den Freaks zur Verfügung. Tricks im Sekundentakt waren schon während der Aufwärmphase am Samstagmittag auf allen Strecken von der Bung (Anfänger-)- bis zur Gap- und Kombiline für die Profifahrer zu beobachten. Gegen Abend füllte sich der Platz rund um die Bahnen mit Schaulustigen, die sich von der Begeisterung der Fahrer auf speziellen Fahrrädern anstecken ließen. Ein wenig größer als die bekannten BMX-Räder sind die Zweiräder.
„Aber man kriegt echt viel Power drauf und in der Luft ist das Bike sehr wendig“, beschreibt der 18-Jährige Yannick, wie es ist sein Rad in der Luft loszulassen, dabei mit Schwung einmal um die Längsachse zu drehen und dann wieder im Sattel Platz zu nehmen. Dieser „Rad-Kick“ gehört zu den schwierigen Tricks, wie auch der „Back-Flip“, ein Rückwärtssalto. Den machen Rad und Fahrer gemeinsam auf der ungefähr acht bis zehn Meter weiten Flugstrecke. „Alle meine Kumpels radeln – irgendwie“, beschreibt Yannick die Herausforderung sich auf zwei Rädern bei allen Gegebenheiten zu bewegen. Downhill, Mountainbiking, Trekking oder eben Dirtbiking sind on top bei der Jugend. Sieht aber gefährlich aus, stellen wir im Gespräch mit Tom Teichmann (16 Jahre) aus Öhringen fest. Er trägt, anders als die anderen Starter an diesem Tag, zusätzlich zu Helm, ein „Neckbrace“, eine spezielle Schutzkrause für die Halswirbelsäule. Einen Schutzhelm tragen übrigens alle Teilnehmer. „Wenn du falsch fällst kann das schon zu Brüchen führen“, erklärte er.
Entspannen und Zurücklehnen; hier ist das Hauptvideo zum Event:
Film: Phil Klement
„Die Atmosphäre hier ist klasse und die verschiedenen Strecken machen Spaß“, ruft er im Vorbeifahren auf unsere Frage weshalb er von Heilbronn angereist ist. Dass sich am Dirtpark eine ganz eigene Gesellschaft von Gleichgesinnten einfindet, ist offensichtlich, Offensichtlich ist auch, dass die Freaks sich fast wortlos mit wenigen Gesten verstehen, Rücksicht auf Voranfahrende nehmen und Abstände einhalten, damit die Verletzungsgefahr minimiert wird. Trotzdem gibt es leichtere Unfälle, die während des offiziellen Festes vom anwesenden DRK-Personal behandelt werden. Die Helfer sind jedoch an der frei zugänglichen Anlage sonst nicht anwesend. Dann gelten die Regeln für die Benutzung, die ausgehängt sind. Die rasante Party an der „Bembelbahn“ nimmt ihren flotten Lauf, die besten Tricks werden mit kleinen Preisen honoriert und die Party mit fetziger Musik von DJ Kim Barell musikalisch in Szene gesetzt.
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Fotogalerie:
Alle Fotos von Tobias Kachel.
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Dieser Artikel erschien in der Oktoberausgabe des Melibokus Rundblick (Nr.158).

