Sommerfest im Hospiz Bergstraße
Besucher zeigten sich begeistert von der freundlichen Atmosphäre und nutzten ausgiebig die Chance, sich zu informieren
BENSHEIM, Oktober 2013 (dec), Freundlich blickende Gesichter, liebevoll dekorierte Tische, schwungvolle Musik der Bensheimer Gruppe „Twenty-two“ und dazu noch viele Gäste – das Sommerfest im Hospiz Bergstraße war auch in diesem Jahr ein voller Erfolg.
Vor allem die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer trugen wesentlich zum Gelingen des Festes bei. Sie hatten leckere Kuchen und Torten gebacken und waren überall dort zu finden, wo Hilfe benötigt wurde. Erfreut zeigte sich Pflegedienstleiterin Margarete Keilmann über das große Interesse der Besucher an den Führungen im Haus. In kurzen Abständen gingen kleine Gruppen durch das Hospiz, um die freundlichen Räume und vielfältigen Angebote kennenzulernen.
Seit das Hospiz in Bensheim im August 2010 seine Pforten öffnete, ermöglichte es schon mehr als 400 Menschen einen Abschied in Würde. Die Mehrzahl der Menschen kam dabei aus den umliegenden Landkreisen in das Haus in den Weinbergen, darunter auch sechs Gäste aus Alsbach-Hähnlein, vier aus Zwingenberg und elf aus Seeheim-Jugenheim. Im Durchschnitt verbringen die Gäste 16 Tage im Hospiz, dem Ort, an dem sie umsorgt und in einer fast familiären Umgebung die letzten Tage oder Wochen ihres Lebens erleben können. Ihre Diagnosen lauten in vielen Fällen Krebs, Erkrankungen des Nervensystems oder chronische Erkrankungen andere Organe. Eines haben alle gemeinsam: Eine Heilung ist ausgeschlossen. Im Hospiz geht es nicht mehr darum, die Lebenszeit zu verlängern. Es geht darum, den verbleibenden Tagen mehr Leben zu geben. Ein Ziel, das vor allem für die Pflegekräfte und ehrenamtlichen Helfer im Hospiz von zentraler Bedeutung ist, erklärt Margarte Keilmann: „Den Tod immer vor Augen zu haben, ist nicht einfach. Supervision und eine fundierte Ausbildung in der Trauerbegleitung sind für uns alle sehr wichtig. Und doch erfüllt mich die Aufgabe hier im Hospiz ganz. Jetzt kann ich das machen, was ich immer tun wollte: Den Menschen wirklich helfen.“
Die Voraussetzungen sind dafür außergewöhnlich gut. Im Haus arbeiten ausschließlich examinierte Pflegekräfte mit einer Zusatzqualifikation „Palliative Care“, ehrenamtliche Helfer müssen zunächst einen Hospizhelferkurs absolvieren. Qualität, die auch finanziert werden muss. Einen großen Teil der Kosten decken zwar die Kranken- und die Pflegekasse, doch ungefähr 200.000 Euro müssen jährlich über Spenden finanziert werden. Eine große Stütze sind dabei die Hospiz-Paten: Privatpersonen oder Unternehmen erklären sich bereit, regelmäßig eine feste Summe zu spenden. Viele von ihnen kamen jetzt auch zum Sommerfest ins Hospiz.
Darüber hinaus freut sich das Hospiz auch immer über Spendenaktionen. Eine besonders kreative Idee setzte jetzt ein Bensheimer Zahnarzt um. Dr. Schmitt fertigte wunderschöne Krippenfiguren aus Holz, die demnächst versteigert werden. Der Erlös aus der Auktion fließt dann vollständig an das Hospiz Bergstraße. Wer daran interessiert ist, mitzubieten, kann sich die Krippe im Internet unter www.hospiz-bergstrasse.de ansehen und telefonisch unter der dort angegebenen Nummer sein Gebot abgeben. Kurz vor dem 1. Advent findet dann – in einem schönen Rahmen – die Übergabe der Krippe statt.

