Wieso Mozart den Harlekin spielte
Das Pegasustheater und das Mainzer Kammerorchester gastieren im Sapperlot
LORSCH, Oktober 2013 (meli), Eine Geschichte in der Geschichte in der Geschichte, ein musikalischer Theaterabend, an dem sich alles um Mozart dreht und ein Vergnügen, dass die unverblichene Kraft der Commedia dell’Arte im Zentrum bunt aufleuchten lässt. Das alles steht am 1. November im Theater Sapperlot an. „Mozarts Faschingsscherz in Wien“ lautet das Stück, das dann auf der Lorscher Kleinkunstbühne vom Pegasustheater gemeinsam mit dem Kammerorchester Mainz gegeben werden wird. Das alles ist ein Teil des Theater-Festivals „made in hessen. 100% THEATER“, initiiert vom Landesverband Professionelle Freie Darstellende Künste Hessen e.V. laPROF. Und das Sapperlot und Lorsch wiederum sind Teil des Festivals.
Eigentlich aber ist der überschäumende Charakter des Wolfgang Amadeus Mozart der Nährboden und der rote Faden des ganzen, vor Spiefreude überquellenden Abends. Denn Mozart selbst komponierte einst den „Faschingsscherz“. Es sind fünf kleine musikalische Sequenzen, die der Maestro an seinem 27. Geburtstag in einer Tanzpause zur Belustigung des Publikums aufführte – mit ihm selbst in der pantomimischen Rolle des Arlecchino (Harlekin). Unvollständig erhalten, wurde der „Faschingsscherz“ vom Leiter des Kammerorchesters Mainz, Volker Müller, ergänzt und wieder aufführungsreif gemacht. Zusammen mit dem Pegasustheater bettet man das Ganze nun in eine abendfüllende Theatergeschichte.
Und die geht so: Mozart hat Geburtstag. Aloysia Weber, Primadonna des Wiener Hoftheaters, einst von Mozart erfolglos angeschwärmt und mittlerweile seine Schwägerin, möchte ihm mit einem Arienabend eine Freude machen. Man beginnt zu proben. Doch in diese Proben platzt Mozart selbst hinein und wirft alles über den Haufen: Er plant zu seinem Geburtstag nämlich selbst eine Aufführung und zwar die seines eigenen Faschingsscherzes. Die Musik soll von einer Pantomime untermalt werden. Inhalt: Arlecchino (gespielt von Mozart) liebt Columbine (dargestellt von Aloysia). Die beiden bitten ihre Dienstherren Pantalone (den Geizhals) und Dottore(den griesgrämigen Gelehrten) um Erlaubnis zur Hochzeit, die diese dem „Liebespaar“ nach einigem Hin und Her auch gewähren.
Aloysia jedoch wittert hier kompromittierende Szenen mit dem Frauenheld Mozart, den sie einst abwies und möchte – Geburtstag hin oder her – nicht mittun. Mozart wiederum sucht sie von der Sache zu überzeugen, indem er zunächst ein anderes Stück der Commedia dell’Arte vorspielen lässt…. Am Ende macht Aloisia doch mit und übernimmt die ihr zugedachte Rolle im „Faschingsscherz“.
Das Pegasustheater aus Waldems ist seit dreißig Jahren dem unsterblichen Charme der Comedia dell’Arte verfallen. Zu Mozarts Musik, die durch Volker Müller wieder belebt wurde, hat das Ensemble sowohl die Pantomime zum „Faschingsscherz“ als auch die Handlung drum herum erfunden. Durchsetzt wird das Theatervergnügen mit Mozart-Musik, darunter viele seiner Arien. Der Abend, wie gemacht für die magische Theaterscheune des Sapperlots, verspricht turbulent, höchst abwechslungsreich und durch und durch „100% THEATER“ zu werden.
Das Theaterfestival „made in hessen.100& THEATER“ gastiert in zwölf hessischen Städten und zwei Mal im Lorscher Sapperlottheater. Einlass: 19 Uhr, Beginn 20.30 Uhr
01.11.2013 „Mozarts Faschingsscherz in Wien“ Das Mainzer Kammerorchester und das Pegasustheater Waldems (VV 20 €/ AK 22 €)
07.12.2013 Ensemble Illuminago: Laterna Magica. A Chrismas Caroll (VV 20 €/ AK 22 €)
Das Theaterfestival wird unterstützt von der Stadt Lorsch.
