Marktfleiß für die gute Sache seit vier Jahrzehnten
Die Seeheimer Landfrauen feiern das 40jährige Jubiläum des „Sebastiansmarktes“ am 5. April
SEEHEIM-JUGENHEIM, März 2014 (pem), „Es ist doch wunderbar, wenn man in dieser ziemlich kalten Welt mit vollen Händen etwas Wärme geben kann, wo immer es möglich ist!“ Damit spricht die erste Vorsitzende, Gudrun Schulz, den übrigen Landfrauen der Seeheimer Ortsgruppe aus der Seele.
Heimatverbundenheit bedeutet für sie mehr als nur Pflege der Mundart, traditioneller Häuslichkeit, Handarbeiten oder Kochkunst. Es heißt: sich mit ihrer Energie und Engagement in das Allgemeinwesen einzubringen.
Wenn alle gut leben, lebt jeder noch besser, der dazu beiträgt“, das ist ihre Überzeugung, nach der sie handeln. „Wir fragen nicht, was die Gemeinde für uns tut, sondern was wir für sie tun können“, erklärt Gudrun Schulz. Mit Herz, Hand und aufmerksamer Umsicht setzen die Landfrauen ihre Ambition um. Soziale Anliegen standen schon an der Basis der Landfrauenbewegung in den frühen Tagen des vorigen Jahrhunderts, als die „Gründermütter“ sich für die verbesserte Bildung der weiblichen Landbevölkerung einsetzten. Aus dem gestärkten Selbstbewusstsein durch die Aufwertung des durch die Agrarwirtschaft geprägten Lebensstils leitete sich die gedankliche Verpflichtung des Traditionserhalts ab. Die Seeheimer Landfrauen-Gruppe macht einen Teil der Ortskultur aus. So reifte in ihren Reihen die Idee in den Seeheimer Veranstaltungskalender ein weiteres Ereignis wieder einzuführen. Man erinnerte sich an den Sebastiansmarkt, der im Mittelalter rings um das Rathaus zu Ehren des Pestnothelfers und Märtyrers stattfand. Seit 1974 entfalten die Frauen zum Bestücken des Marktes jedes Jahr Fleiß, Kreativität und Geschick für reiche Sortimente an Textilen Kostbarkeiten und kunsthandwerklich Dekorativem.
Am 5. April erwartet der Verein wieder das rege Schau- und Kauf-interesse des Publikums, das von 8.30 Uhr bis 17 Uhr Gelegenheit hat zwischen den Verkaufstischen in der Sport- und Kulturhalle zu flanieren. Eine besondere Attraktion stellt ab 11 Uhr die Demonstration des alten Handwerks Spinnen dar. Mit dem 40. Markt begeht man zugleich das 30. Jubiläum der Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr, die mit dem Schlachtfest für die herzhafte Verköstigung zur Mittagszeit ab 11.30 Uhr sorgt. Das süße Verwöhnen nach best gehüteten Hausrezepten lassen sich die Landfrauen nicht nehmen und stellen mit ihrem opulenten Torten- und Kuchenbuffet jeden vor die Qual der Wahl.
Gegen 13.30 Uhr wird Gudrun Schulz die Historie Revue passieren lassen und über die Geschichte der Veranstaltung sowie der Gruppe informieren. Einen besonderen Glanz gewinnt der gemütliche Kaffee-Nachmittag durch den Auftritt des Hessischen Polizei-Orchesters ab 14 Uhr. Natürlich ist es den Landfrauen schon eine Freude den Bürgern ein Vergnügen zu bereiten, aber sie hoffen stets ebenso auf gute Umsätze.
Das nach der Unkostendeckung verbleibende Geld fließt stets ihrem sozialen Engagement zu. Einrichtungen wie Seniorenheime, Kindergärten oder die Feuerwehr profitierten davon. Gudrun Schulz erinnert gerne daran, dass mit dem Erlös zweier Märkte 1978 die Gedenkplatten für die im Krieg gefallenen Bürger an der Friedhofsmauer finanziert werden konnten.
Sanierungen am Historischen Rathaus wie auch die Anschaffung neuer Bänke bezuschussten sie aus dem Budget. In jüngerer Zeit unterstützte der Verein die Hilfe für die Elbeflutopfer. Der diesjährige Erlös kommt der „Tour der Hoffnung“ zu Gute. Die Aktion radelt durch das Land zur Spendenakquise für krebskranke Kinder. Gudrun Schulz und die Vereinsmitglieder werden nicht in die Pedalen treten, „um so lieber strampeln wir uns auf unsere Weise ab und hoffen, dass der Markt eine fröhliche Veranstaltung sein wird mit großem Erfolg für die gute Sache!“

