Kompetenzzentrum für effektive Herzblutpädagogik
Seeheimer Kita Windrad erhielt die „Papilio“-Zertifizierung
SEEHEIM-JUGENHEIM, März 2014 (pem), „Wer die Welt verbessern will, muss bei den Kindern anfangen!“ Davon ist der Journalist Ulrich Wickert überzeugt und übernahm deshalb die Schirmherrschaft von „Papilio“.
Der Name steht symbolisch für den Inhalt des pädagogischen Programms. „Papilio“ verweist auf das lateinische Wort für Schmetterling. Zu den goldenen Regeln der Erziehung zählt: „Gebt den Kindern Wurzeln zum Wachsen und Flügel zum Fliegen“, Sicherheit und Freiheit als Basis einer hoffnungsvollen, zukunftsfreudigen Persönlichkeitsentwicklung kleiner Menschen. „Papilio“ zeichnet sich dadurch aus, alle die mit in die entwicklungsfördernde Initiative einzubinden, die maßgeblich das kindliche Umfeld prägen.
Eine vernetzte „Rund-um-Versorgung“. Ziel ist Sucht- und Gewaltprävention. Im Kindergarten treten die Kinder erstmals in das außerhäusliche „öffentliche“ Leben ein und tun intensivste Schritte Sozialverhalten zu üben. Bestens mit Datenmaterial belegt ist die Tatsache, dass Sucht- und Gewalt-Gefährdungen oder den im jugendlich Alter auftretenden Problemen bereits sehr viel früher Verhaltensauffälligkeiten voraus gehen. Um diese möglichen „Vorboten“ zu erkennen, bedarf es einer trainierten Sensibilisierung der Erzieher.
Dieser Herausforderung stellten sich 17 Erzieherinnen und der Erzieher der Kita Windrad in einer insgesamt vierjährigen berufsbegleitenden Fortbildung, um sich mit Feuereifer und Herzblut zu qualifizieren. Ihr persönliches Zertifikat bescheinigt es. Rosemarie Lück, erste Kreisbeigeordnete und Schirmherrin des Projektes auf Landkreisebene, händigte die Urkunden in einer Feierstunde aus. Darüber hinaus erwarb die Kita als Gesamteinrichtung das „Papilio“-Zertifikat. Seine Freude über diese Bereicherung der familienorientierten Lebensqualität der Gemeinde gab Bürgermeister Olaf Kühn in seiner Begrüßung Ausdruck. Er dankte der (durch Krankheit verhinderten) Leiterin Barbara Rüschke-Jürgensen. Die Kita Windrad leiste einen wertvollen Beitrag zum erstrebten, durchgängigen Erziehungsplan von 0 bis 10.
Christa Mai als Öffentlichkeitsreferentin der Fachstelle für Prävention moderierte eine Einführung in die Inhalte des „Papilio“ Programms, an dessen Förderung sich neben ihrem Haus das Hessische Sozialministerium, die Hessische Landesstelle für Suchtfragen sowie die AOK mit Koordination und Finanzierung beteiligten. Im Mittelpunkt steht der Gedanke „sozial-emotionale Kompetenz zu stärken“. Positive Erfahrungen wie gelingende Kommunikation dienen dazu.
Genauso wichtig ist es sich von ungünstigen Umständen nicht erdrücken zu lassen. „Resilient“ zu sein bedeutet, Opferrollen nicht akzeptieren, sich Selbstwertgefühl und gutes Sozialverhalten anzueignen. Drei spielerisch Maßnahmen tragen dies in den Kita-Alltag: Der „Spielzeug-macht-Ferien-Tag“ animiert, ohne herkömmliche Gegenstände die Kreativität walten zu lassen, wobei Selbsterfahrungen den „Lernwert“ ausmachen.
Gemeinschaftsleben mit Regelfindungen und der Verpflichtung, sie zu beachten, üben die Kleinen im „Meins-Deins-Unser-Spiel“. Den zentralen Punkt stellt aber der Umgang mit Emotionen dar.
Beim Ordnen der Gefühlswelt helfen – dank der Zusammenarbeit mit der „Augsburger Puppenkiste“- die Geschichte von Paula und den Kistenkobolden. Darin verkörpert jede Marionette ein Grundgefühl wie Wut, Angst, Trauer und Freude: mit Zornibold, Bibberbold, Heulibold und Freudibold kann man sich identifizieren.
Eigene Klarheit schafft Verständnis für Gemütslagen und Reaktionen anderer. In dem Programm geht die Förderung der Individualität Hand in Hand mit der Eingewöhnung in das Gruppen- und Gemeinschaftsexistenz. Dafür, dass die Theorie der glückenden, präventiven Sozialisation mit buntem Leben gefüllt wird, haben die Mitarbeiter der Kita Windrad schon immer gesorgt.
Jetzt werden sie es noch bewusster und in noch engerer Zusammenarbeit mit der Elternschaft tun.
Fotos: Stefan Oelsner
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