Kreativität ist gefragt
Förderkreis Kunst und Kultur initiiert Projekt zur finanziellen Unterstützung der Zwingenberger Bergkirche
ZWINGENBERG, März 2014 (dec), Hoch oben über dem historischem Marktplatz thront sie, weithin sichtbar und malerisch schön: Die Rede ist von der Bergkirche in Zwingenberg.
Doch der Zahn der Zeit hat im Verborgenen an der Bausubstanz genagt und der evangelischen Kirchengemeinde steht nun eine teure Sanierung ins Haus. In drei Bauabschnitten müssen Dach, Turm und Innenraum komplett restauriert werden, die geschätzten Baukosten belaufen sich dabei auf 1 Million Euro.
Für die Zwingenberger Kirchengemeinde heißt das einen Eigenanteil von ungefähr 200.000 Euro. Als Ulrike Fried-Heufel vom Förderkreis Kunst und Kultur Zwingenberg davon erfuhr, kam ihr ganz spontan die Idee, die Bürgerinnen und Bürger bei der Finanzierung einzubinden. Künstlerisch und kreativ versteht sich.
Jetzt stellte der Förderverein gemeinsam mit der Kirchengemeinde das Projekt „Blickachsen 360 Grad“ offiziell vor und wirbt um viele Teilnehmer.
Aufgerufen zu der Aktion sind alle kunstinteressierten Menschen aus Zwingenberg und Umgebung, die mindestens sechszehn Jahre alt sind. Sie sollen ein eigenes Werk schaffen, das sich um die Kirche dreht. Natürlich nur im übertragenen Sinn.
Ziel der Aktion ist es, möglichst viele kreative Collagen, Zeichnungen, Gemälde, Fotografien oder Plastiken zu erhalten, die im November in Rahmen einer Ausstellung verkauft werden können. Der Erlös fließt komplett in die Sanierung der Bergkirche. Die Preise für die Kunstwerke werden zwischen zehn und hundert Euro liegen, so dass jeder sich sein Lieblingsstück sichern kann.
Um eine Prämierung der Kunstwerke geht es dem Förderkreis dabei nicht. Vielmehr sollen das künstlerische Potential aller Bürger genutzt und gleichzeitig ihr Augenmerk auf das Wahrzeichen der Stadt gelenkt werden. Erstmals erhielten die Zwingenberger 1258 das Recht eine Kirche zu bauen und legten damit auch den Grundstein für die Verleihung der Stadtrechte und der damit verbundenen Privilegien im Jahr 1274. Heute zählt das noch original erhaltene mittelalterliche Gebälk über dem Chorraum als das älteste in ganz Hessen.
Alle interessierten Kulturfreunde sollten vor Ende Mai die Kirche besuchen: Unmittelbar nach der Konfirmation beginnen die Bauarbeiten, die Kirche wird eingerüstet und die Gottesdienste werden im Gemeindehaus gefeiert. Für Festgottesdienste wird die Gemeinde auf andere Gotteshäuser ausweichen, worüber Pfarrer Hund sehr dankbar ist.
In der Sparkasse sowie den Geschäften, die ein Plakat aufgehängt haben, liegen die Informationsblätter mit allen Details der Aktion „Blickachsen 360 Grad“ aus.

