Zwergfledermäuse als Mitbewohner
SEEHEIM-JUGENHEIM, Mai 2014 (meli), Vor wenigen Tagen wurde das Haus des Ehepaars Markus und Katja Funke in Seeheim vom Naturschutzbund Hessen (Nabu) als „Fledermausfreundliches Haus“ ausgezeichnet. Die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) war an die Bergstraße gekommen, um wiederum den Nabu im Namen der UN zu ehren. Die Glückwünsche der Gemeinde überbrachte die Beigeordnete Susanne Bruer.
Die Zwergfledermäuse sind schon seit einigen Jahren willkommene Untermieter in der Albert-Schweitzer-Straße. Ihr Quartier haben sie in einem Rollladenkasten unter dem Spitzdach.
„Sie sind zwischen vier und sieben Gramm schwer und so klein, dass sie in eine Streichholzschachtel passen“, erzählt Nabu-Landesvorsitzender Gerhard Eppler. Im Mai beginnt die Aufzucht der Jungen. Dafür benötigen sie Hohlräume, Ritzen und Spalten, da die Tiere kein Nest bauen. Funkes sind gerne Gastgeber für rund 40 Zwergfledermäuse. Weitere „Fledermausfreundliche Häuser“ gibt es in Jugenheim und Malchen.
Seit 2005 vergibt der Nabu die Auszeichnung. Dafür wurde er von der Ministerin „als UN-Dekadeprojekt der biologischen Vielfalt gewürdigt.“
„Man braucht nicht immer Megaprojekte. Jeder kann etwas zur Artenvielfalt beitragen, und wenn es nur ein Insektenhotel im Garten ist“, erklärte Hinz. „Man braucht Menschen, die die kleinen Mitbewohner akzeptieren“.
Dass die Tiere eine „Ökodienstleistung“ erbringen, haben die Funkes in den vergangenen Sommern erlebt. Die Fledermäuse haben bis zu 400 Mücken pro Abend vertilgt. Im August verlassen sie das Haus, um im nächsten Mai wiederzukommen.