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21. Dezember 2015 

Advent, Advent der Kunde rennt

Eine “Weihnachtsgeschichte” zum Schmunzeln…

Der Weihnachtswahnsinn hat begonnen und genervte Menschen mit vollen Einkaufstüten schieben sich an den Weihnachtsmarktbuden vorbei, die Straßen sind voll, die Parkplätze auch. Die Menschen sind in Eile und gestresst. Dabei ist doch die Vorweihnachtszeit die besinnlichste Zeit des Jahres und voller Vorfreude. Unser vorweihnachtliches alltägliches Umfeld ist jedoch häufig alles andere als besinnlich. Zeitknappheit, Hektik, Stress und der Run nach Erledigungen prägen die immer kürzer werdende Zeit bis Weihnachten und treiben die Konsumenten durch die Geschäfte. Der Handelsverband Deutschland erwartet für das Weihnachtsgeschäft eine Steigerung der Umsätze auf mehr als 86,7 Mrd. Das waren in 2014 für jeden Konsumenten 285Euro1. Am Ende bleibt eine leere Geldbörse, gefüllte Plastiktüten, ein erschöpftes Ich und der Ärger mal wieder nicht rechtzeitig begonnen zu haben, nicht perfekt gewesen zu sein, nicht alles gefunden zu haben oder sonstiges. Konsumterror und Kaufrausch bestimmen die Vorweihnachtszeit.

Aber geht das an Weihnachten auch ohne dies? Worum geht es an Weihnachten? Ist nicht das was wir haben Wert an sich?  Ja, aber wenden da Kritiker zu Recht ein, ja aber gehören denn nicht Weihnachtsbraten und Baum, Kugeln und Geschenke irgendwie doch zu Weihnachten? Ja. Wenn es nicht ohne geht, dann geht es vielleicht auch anders? Geschenke sind ein ritueller Anteil des Weihnachtsfestes, aber wir können auch anders, als gedankenlos und hektisch blind irgendetwas sinnfreies zu kaufen, von dem wir meinen, das es nicht falsch sein kann, weil alle es kaufen, weil die Werbung es uns vor die Augen blendet oder uns nichts besseres einfällt (Parfüm, Elektrogeräte, Socken, Krawatten, Plastikspielzeug, Gutscheine für Geldbeträge der Fachgeschäfte). 

Die Gesellschaft für Konsumforschung hat errechnet das 3,4 Mrd. Euro unpersönliche Geldgeschenke den Besitzer wechseln. Dabei wird die Höhe des Betrages vom Schenker und Beschenkten nicht selten gleichgesetzt mit Wertschätzung. Vielleicht könnten wir mal wieder was basteln, z.B. ein Fotoalbum mit gemeinsamen Erinnerungen oder Gestricktes, Gehäkeltes schenken? Wie wäre es mit etwas Gebrauchtem, z.B. ein Buch aus dem Antiquariat oder einem Flohmarktartikel, einen Gutschein für ein gekochtes Essen oder einen gemeinsamen Schwimmbadbesuch.

Es gibt Menschen, die tauschen einfach gebrauchte Dinge am Heiligabend. Vielleicht fühlt sich schenken dann anders an? Schlussendlich zählt nicht was es gekostet hat, sondern mit dem Geschenk wollen wir Liebe schenken, Wertschätzung und Dankbarkeit und nicht Erwartungen erfüllen. Denn am Weihnachtsabend, dem Tag der Bescherung geht es doch darum in Frieden und mit Genuss mit den Menschen zu verbringen, die man liebt und mag. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein Frohes Fest!

Autor: Dipl. Dr. phil. Mercedes Hölting