Bensheim

Bensheimer Botschafter für Integration bei Bundeskonferenz : Simone Meister, Manfred Forell, Marion Vatter und Dorothee Sachinian.
25. Mai 2013 

„Bensheimer Botschafter“ bei Integrationskonferenz des Bundes

Beispielhafte Projekte aus Bensheim für andere Städte und Kommunen

BENSHEIM, Mai 2013 (meli), Dass das Netzwerk Integration in Bensheim sehr eng geknüpft und damit vorbildhaft ist, zeigte die Teilnahme von „Bensheimer Botschaftern“ an der zweitägigen „Bundeskonferenz Integration“ in Saarbrücken mit der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Maria Böhmer. Auf Einladung des Bundes nahmen als Referenten und Experten aus Bensheim Marion Vatter, Leiterin des Frauenbüros, Manfred Forell, ehrenamtlicher Integrationsbeauftragter der Stadt, Simone Meister von der Verwaltung und Dorothee Sachinian, Integrationsbeauftragte und Übungsleiterin der DJK-SSG Bensheim, an der Tagung teil. Kernstück der Konferenz waren verschiedene Foren, die sich mit dem thematischen Schwerpunkt „Willkommens- und Anerkennungskultur – Zusammenleben in Deutschland“ befassten. „Auch am Hessentag wollen wir dieses Netzwerk verstärkt sichtbar werden lassen und durch weitere Teilnehmer verstärken“, sagte Bürgermeister Thorsten Herrmann.

Wie kann die Willkommens- und Anerkennungskultur in Deutschland ausgebaut werden? Über diese Frage wurde auf der Bundeskonferenz diskutiert. Staatsministerin Maria Böhmer gab das Motto vor: „Wir wollen Zuwanderer willkommen heißen!“

Die Teilnehmer der Tagung holten sich Anregungen und Tipps, um zu erfahren, wie anderswo in Deutschland versucht wird, eine Willkommens- und Anerkennungskultur zu schaffen. Auf Marion Vatter waren die Organisatoren des Bundes durch die vielfältigen Aktivitäten des Frauenbüros vor allem im Bereich Integration und die vielen Auszeichnungen aufmerksam geworden. Aus dem Frauenbüro heraus sind etliche Projekte in Kooperation mit Hannelore Lenhard vom Migrationsdienst der Caritas entstanden, die bis heute auf hauptamtlicher und ehrenamtlicher Basis mit viel Engagement weiterlaufen. Die Anschubfinanzierung vieler Projekte lief über das Bensheimer Netz, mittlerweile läuft die Finanzierung über Preisgelder und Spenden.

Für Manfred Forell ist die Einladung nach Saarbrücken die erneute Bestätigung für die gute Arbeit, die in Bensheim geleistet wird – egal ob in Vereinen, durch die 26 Integrationslotsen oder die vielen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Helfer.

Marion Vatter und Dorothee Sachinian gaben interessante Einblicke in ihre tägliche Arbeit zum Thema „Interkulturelle Öffnung von Vereinen“. Für sie ist zum Beispiel klar: Mit Sport können Barrieren überwunden werden, aber er bewältigt die Probleme nicht per se. Vieles ist in der täglichen Arbeit mit Migranten und deren Kindern von Schlüsselpersonen abhängig, die sich meist ehrenamtlich engagieren. Ziel bleibe es weiterhin, die Menschen am Beginn der Prozesskette zu erreichen und abzuholen. Vorbildliche Angebote hierzu existieren in Bensheim viele: So gibt es den Gymnastikkurs „Grenzenlos Fit – Frauen in Bewegung“, speziellen Schwimmunterricht, Fahrradkurse und vieles mehr. „Durch ihre Aktivitäten stärken die Frauen ihr Selbstbewusstsein“, sagte Dorothee Sachinian den Tagungsteilnehmern in Saarbrücken. „Wichtig ist immer, auf die Menschen einzugehen und ihre kulturellen Gewohnheiten zu berücksichtigen und zu respektieren.“ Die Angebote helfen auch dabei, sich mit der deutschen Sprache vertraut zu machen. Migranten haben in Vereinen die Gelegenheit, sich zu vernetzen, etwas zu bewegen und mitzugestalten. Hier können sie sich aktiv integrieren und sind ihrerseits eine große Bereicherung für die Vereine.

„Integration ist in Bensheim seit vielen Jahren ein wichtiges Thema. Unser Ziel war es von Anfang an, die Menschen dort abzuholen, wo sie sind“, sagte Marion Vatter.

So gibt es seit 2006 ein Sommerferienprogramm für Daheimgebliebene mit wöchentlichen Aktivitäten von Stadtführungen bis zu Museums- und Bibliotheksbesuchen. Die Hausaufgabenhilfe für Kinder mit Migrationshintergrund wird sehr gut angenommen. Auch der regelmäßige Treff „Stricken verbindet“ läuft sehr erfolgreich. Ziel des Internationalen Frauentreffs ist es, niederschwellige Integrationsangebote zu schaffen und diese Angebote in die Trägerschaft der ansässigen Vereine und Einrichtungen zu integrieren.

Für Bürgermeister Thorsten Herrmann ist die Einladung der Bensheimer Referenten Beleg dafür, dass es hier ein beispielhaftes Angebot für Migranten gibt: „Dank vieler engagierter Helferinnen und Helfer konnte schon vor vielen Jahren auch in diesem Bereich das Netzwerk Stadt zum Leben erweckt werden, das bis heute mit sehr viel Leben gefüllt ist.“ Stadtrat Adil Oyan, der zuständige Dezernent, ergänzt: „In Bensheim wird Integration als Querschnittsaufgabe mit vielfältigen Angeboten verstanden, die in allen Bereichen und von allen Beteiligten sehr Ernst genommen wird.“
An der zweitägigen Konferenz in Saarbrücken nahmen rund 250 Integrationsbeauftragte aus Bund, Ländern und Kommunen teil. Der Diskussionsforen wurden zu verschiedenen Themen angeboten: „Integration von Zuwanderern aus der EU“, „Kommune als Ort des Willkommens“, „Gemeinsam gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ und „Zusammenleben in Vereinen“.