Garten-Natur-Tiere, Seeheim-Jugenheim

Ein detailgetreues Modell ihres Wühlmausgartens haben Kinder und Jugendliche der „Wühlmäuse“ erläutert. Foto: S. Oelsner
13. März 2014 

Bunte Vielfalt grüner Ideen

Die vierte vom BUND Seeheim veranstaltete Messe „Natur – Garten – Kunst“ erweiterte das Infoangebot

SEEHEIM-JUGENHEIM, März 2014 (pem), Wir haben nur die eine Erde und können auch diese nur als Leihgabe späterer Generationen betrachten. Das ist bekannt, doch zahlreiche Beweise zeigen das Handeln wider besseres Wissen. Umso wertvoller und unverzichtbar ist die Arbeit derer, die nicht müde werden, das Bewusstsein dafür zu schärfen und aktiv Missständen entgegen zu wirken. Die Gemeinde Seeheim- Jugenheim freut sich über reges Engagement. So hat die Ortsgruppe des BUND in ihren selbstgewählten Aufgabenkatalog integriert, die Messe „Natur – Garten – Kunst“ zu organisieren.

In seinem Grußwort hob Bürgermeister Olaf Kühn als Schirmherr besonders den Einsatz für das Prinzip der Nachhaltigkeit hervor. Bereits zum vierten Mal nutzten Vereine und lokale Gruppen die Gelegenheit, sich der Öffentlichkeit in der Vielfalt ihrer Tätigkeiten zu präsentieren.

Das Publikumsinteresse an dieser neu geschaffenen Informationsplattform wuchs stetig. In diesem Jahr ergänzte man zur Palette der Stände weitere Medien: Ein Vortrag befasste sich mit dem Thema Nachhaltigkeit, der Film „Krumme Gurken“ stellte eine Kooperative alternativ wirtschaftender Bauern vor. Mit einem Zweiten machte sich die „Transition Town“-Bewegung bekannt, die mit umfassenden innovativen Ideen ein umweltverträgliches Lebensstilmodell für Darmstadt entwirft, das Spaß macht.

Zum unterhaltsamen Rahmenprogramm gehörten neben der stark frequentierten Kaffeetafel auch Vorstellungen des Puppentheater „Wildbiene“, die die jüngsten Besucher bei bester Laune hielten. Für die mit einer Spendenaktion verbundene Tombola stellte die Kreativgruppe handgefertigte Patchworkdecken als Gewinn zur Verfügung. Der Erlös von 242 Euro kommt einem indischen Kinderheim zugute.
Die zentrale Ausstellung der Messe machte die Besucher auf Bild- und Texttafeln mit kulinarischen Reizen der Natur vertraut. Die oft ungeahnten Qualitäten von Beeren und Wildkräutern erstaunten manch einen. Bei regelmäßig veranstalteten thematischen Exkursionen und Kräuterwanderungen des NABU lernen Interessierte auch Fundorte direkt vor der Haustür kennen. Fachmännische Gartentipps und eine Sortimentsübersicht erteilte die Firma Appel.

Am Stand der Bergsträsser Bienenzüchter warb man für Honig als Leckerei und Gesundheitsmittel. Besucher erkundeten Gerätschaften der Imker und deren Handhabung. Am 29. Juni wird dieser Verein sein hundertjähriges Jubiläum feiern. Auf eine weniger lange Tradition blicken die streitbaren Mitglieder des „Streuobstwiesenvereins“ zurück. Sie setzen sich für den Erhalt des einst so blühenden Areals um Malchen als Naherholungs- und Nutzfläche ein. Der historische Verein lenkte den Blick auf die Schloss- und Gartenanlagen der Gemeinde. Dass in Seeheim-Jugenheim der Umweltgedanke an kein Alter gebunden ist, zeigte die Kita Windrad mit dem Naturkindergarten. Die für ihre besondere Präventionspädagogik kürzlich zertifizierte Einrichtung gibt Kindern die Möglichkeit, in täglichem Kontakt mit Wald und Flur kreative und praktische Fähigkeiten optimal zu entfalten.

Unter dem Dach von NABU und NAJU können Kinder in verschiedenen Altersgruppen naturverbunden bleiben und in zahlreichen Projekten Erfahrungen sammeln. Neben Biotopanlagen, Imkerei und Schafshaltung ist nun die Anschaffung von Hühnern geplant. Die Veranstalter selber, der BUND, brachte ein arbeits- und erfolgreiches Jahr hinter sich: Ein neuer Teich wurde angelegt, der Garten der Alsbacher Melibokusschule eingerichtet und das Außenglände in Stettbach wurde zum Naturschutzgebiet erhoben. Vorläufig wird man sich deshalb um die Pflege der bestehenden Projekte kümmern, wie die Betreuung der Dünen um Bickenbach.

Der Informationsschwerpunkt lag auf dem Thema „Glyphosat“.Um Erntetermine zu präzisieren, wird Pflanzen dieser Wirkstoff verabreicht. In der Weiterverarbeitung verbleiben allerdings in den Produkten Rückstände, die sich im menschlichen Organismus ablagern und die Gesundheit beeinträchtigen können.

Über den Zustrom der Bürger freuten sich alle Messebeteiligten und hoffen, dass aus Interesse und Inspiration bald auch Initiative wird und man neue Köpfe für die bunte Vielfalt grüner Ideen gewinnen konnte.