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Im Februar erhielten die Bewohner und das Personal des Agaplesion Haus Bickenbach die zweite Schutzimpfung gegen COVID-19. Unser Foto zeigt Agaplesion Mitarbeiter Adam Csaszar (mi.) kurz vor seiner Impfung. Mira Wagner-Mutter (li.) und Andreas Müller (re.) von den Johannitern führten gemeinsam mit ihrem Team die Impfungen durch. Foto: ewi
08. März 2021 

Durchgeimpft und auf Abstand

Im Agaplesion Haus Bickenbach gelten weiter die Corona-Regeln | Keine Covid-19-Erkrankungen

BICKENBACH, März 2021 (erh), Im Februar erhielten die Bewohner und das Personal des Agaplesion Haus Bickenbach die zweite Schutzimpfung gegen COVID-19. Verimpft wurde in der Wohn- und Pflegeeinrichtung für Senioren der mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer. Lockerungen im Alltag sind mit der Durchimpfung nicht verbunden: Die Hygiene- und Abstandsregelungen sowie die Kontakt- und Besuchsbeschränkungen gelten weiterhin, das Tragen von Schutzkleidung und -masken ist nach wie vor obligatorisch, betont Einrichtungsleitung Elena Isaak. „Es ändert sich erstmal nichts.“

Die Wirksamkeit des Impfstoffs von Biontech/Pfizer, eine Covid-19-Erkrankung zu verhindern, wurde in Studien bestätigt. Dies schließt allerdings nicht aus, dass eine geimpfte Person das Virus in sich trägt und durchaus auch auf andere übertragen kann. Sterile Immunität, bei der das Immunsystem die Coronaviren im Körper komplett eliminiert und der Geimpfte nicht mehr ansteckend ist, ist für die bislang zugelassenen Impfstoffe nicht nachgewiesen. Das heißt für das Agaplesion Haus Bickenbach mit derzeit 111 Bewohnern und 100 Mitarbeitern: „Wir müssen weiter sehr vorsichtig sein“, so Elena Isaak. „Wir sind glücklich darüber, dass sich bis jetzt noch niemand in der Einrichtung infiziert hat. Weder Mitarbeiter noch Bewohner.“

Vor allem zu Beginn der Pandemie im vergangenen Jahr hatte die Pflegeeinrichtung vielfältige Herausforderungen zu meistern. „Wir hatten schwierige Zeiten“, blickt Isaak zurück. Dass im Rahmen des ersten Lockdowns unverzüglich alle Außenkontakte eingestellt werden mussten, sei ein Schock gewesen. Es mussten viele Gespräche mit den Bewohnern und deren Angehörigen geführt werden. Nicht alle Betroffenen hätten die verordneten Maßnahmen gutgeheißen. „Unsere Bewohner haben aber überwiegend sehr verständnisvoll reagiert.“ Bevor die Besuche unter Einhaltung strenger Vorgaben wieder gestattetet wurden, wurde ein Dienstzimmer mit einem Fenster zum Parkplatz in eine Art Drive-In-Besuchszimmer umgewandelt. Die Bewohner konnten sich mit ihren Angehörigen durch das geöffnete Fenster unterhalten.

Anschließend wurde in der Cafeteria ein Kontaktzentrum eingerichtet. „Wir nennen das unser Besuchs-Kabinett“, so Isaak. In drei von Plexiglas-Trennwänden umgebenen Boxen können die Bewohner unter Einhaltung der Corona-Regelungen Angehörige empfangen. „Da wir ausschließlich Einzelzimmer haben, sind in unserer Einrichtung mittlerweile auch Zimmerbesuche gestattet.“ Derzeit kann jeder Bewohner bis zu zweimal in der Woche Besuch empfangen. Die Terminvergabe erfolgt telefonisch.

Außerhalb des Hauses im Freien sind Besuche und Spaziergänge jederzeit möglich. „Unsere Bewohner werden einmal in der Woche durch eine Fachkraft getestet. Bei den Besuchern, Mitarbeitern und Lieferanten werden derzeit mehrmals in der Woche Tests durchgeführt.“ Bei den regelmäßigen Testungen im Haus wirken seit Anfang Februar Soldaten der Bundeswehr mit. „Ohne diese Unterstützung könnten wir das nicht bewältigen.“ Der weit verbreiteten Ansicht, dass Bewohner von Pflegeeinrichtungen wegen der Kontaktbeschränkungen vereinsamen, tritt Elena Isaak energisch entgegen. „Das ist bei uns nicht so.“ Man biete den Bewohnern, teilweise in abgeänderte Form, ein breites Spektrum an Beschäftigungen und Begegnungen an. „Wir haben unser Programm an die Umstände angepasst, den Umfang aber beibehalten.“

Zum Katalog an Vorsichtsmaßnahmen, die im Alltag der Einrichtung berücksichtig werden müssen, zählt der regelmäßige Appell an die Mitarbeiter, sich auch im privaten Bereich an die Minimierung der sozialen Kontakte zu halten. „Wir sprechen das täglich an“, berichtet Pflegedienstleitung Angelika Netzer. Von der anfangs großen, allgemeinen Wertschätzung für die Tätigkeit der Pflegekräfte ist nach Netzers Eindrücken derzeit nicht mehr viel zu spüren. „Das hat stark nachgelassen, was wir sehr bedauern.“