Ein Publikumsliebling kommt wieder
Münchner Diogenes-Quartett in der Konzertreihe der Kunstfreunde Bensheim
BENSHEIM, Februar 2016 (meli), Und für Bensheim ist es definitiv ein Glücksfall, dieses Ensemble mehrere Jahre in Folge willkommen heißen zu dürfen, so auch am Samstag, 13. Februar, im Parktheater Bensheim.
Im Jahr 1998 in München zusammengekommen, widmen sich die vier Idealisten seither gemeinsam ihrer Leidenschaft, der Kammermusik. Der Stil des Quartetts ist individuell, zeigt aber Einflüsse der Arbeit mit herausragenden Pädagogen und Ensembles wie dem Amadeus Quartett und dem La Salle Quartett. Schon früh treten die vier Musiker auf internationalen Bühnen in Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Österreich und der Schweiz auf. Dabei hört man sie in berühmten Sälen wie der Kölner Philharmonie und bei Festspielen, wie dem Mozartfest Würzburg, den Europäischen Wochen Passau oder dem Festival de Radio France et Montpellier.
Das Diogenes Quartett erarbeitet seit seiner Gründung große Teile des Streichquartettrepertoires. Es ist zusammen mit dem Auryn-, Henschel-, Klenk-, Kuss-, Leipziger-, Mandelring-, Minguet- und dem Vogler Quartett Gründungsmitglied des im März 2012 ins Leben gerufenen Verbandes Deutscher Streichquartette e.V. (VDSQ). Seit vergangenem Jahr engagieren sich die Musiker als Botschafter für „SOS-Kinderdorf e.V.“ und im Sommer ist sogar ein gemeinsames Konzert mit den Kindern des SOS-Kinderdorfs in Dießen am Ammersee geplant.
Aber auch junge Musiker der Region Bergstraße profitieren von der Begabung des Münchner Quartetts und seiner Leidenschaft für Kammermusik, die so groß ist, dass es diese mit anderen teilen möchte. Seit Jahren legt das Diogenes Quartett einen Schwerpunkt seiner Arbeit aufs Unterrichten. Die Kunstfreunde Bensheim e.V. haben es sich seit 2012 zur Aufgabe gemacht, herausragende junge Instrumentalisten aus der Region durch die Veranstaltung von Workshops besonders zu fördern. Ein Glücksfall, dass sie dafür damals das Diogenes Quartett gewinnen konnten und sich ihre Zusammenarbeit 2016 zum fünften Mal jährt!
So werden sich auch die jungen Teilnehmer der Workshops auf das Konzert am 13. Februar freuen, in welchem ausschließlich Frühwerke zu hören sind: Es erklingen die beiden Streichquartette in c-Moll von Max Bruch, von denen das op. 9 aus Bruchs früher Zeit seiner Studien bei Hiller stammt. Später hatte Bruch beim Komponieren immer auch die Vermarktbarkeit seiner Werke im Blick, was ihnen eine besonders leichte Zugänglichkeit verleiht. Unter dieser Prämisse stand sein frühes Quartett noch nicht, vielmehr konnte der Kompositionsschüler hier im Streichquartett als Königsdisziplin der Kammermusik sein Können unter Beweis stellen. Sein Streichquartett c-Moll ohne Opuszahl wurde erst vor drei Jahren im Bestand der Frankfurter Mozart-Stiftung wiederentdeckt und als Jugendwerk Bruchs identifiziert, mit dem er sich als 14jähriger erfolgreich um ein Stipendium der Frankfurter Mozart-Stiftung beworben hatte. Louis Spohr prophezeite Max Bruch wegen dieses frühreifen Werkes eine glänzende Zukunft.
Auch Mozarts Quartett G-Dur ist das Frühwerk eines 14jährigen. Es entstand auf der Rückreise von Mailand nach Salzburg, wo Vater und Sohn Opernaufführungen während der Karvenalssaison besuchten. Es trägt den Beinamen „Lodi-Quartett“, weil es in einem Wirtshaus im Ort Lodi niedergeschrieben wurde.
So darf man gespannt sein auf die Interpretation eines reifen Ensembles, das sich in diesem Konzert besagten Frühwerken widmet.
Auch vor dieser Veranstaltung heißt es bei den Kunstfreunden wieder „Klassik für Einsteiger“: Ab 19 Uhr gibt es im Foyer des Parktheaters eine kurzweilige Einführung in das Programm des Abends und in die Welt der Kammermusik mit dem Musikexperten Dr. Hans Hachmann.
Kartenvorverkauf: Bücherstube Deichmann, Musikbox im Kaufhaus Ganz, Tourist-Info und Auerbacher Bücherkiste. Karten-Reservierung per E-Mail: karten@kunstfreunde-bensheim.de. Abendkasse ab 18.45 Uhr.
Weitere Infos auch unter www.kunstfreunde-bensheim.de.
