Kreis Bergstrasse

Robert Amirkhanyan.
21. Januar 2014 

„Eine Hymne auf Ihre schöne Stadt!“

Warum der armenische Komponist Robert Amirkhanyan den Lorschern eine Hymne schenkt

LORSCH, Januar 2014 (meli), Seine Begeisterung riss ihn mit sich fort: Als das Kloster Lorsch und das armenische Kloster Geghard 2012 ihre zehnjährige Partnerschaft feierten, hielt es Robert Amirkhanyan am Ende des musikalisch umrahmten Empfangs nicht länger auf dem Klavierhocker. „Ich werde Ihnen für Ihr Jubiläumsjahr eine Hymne komponieren!“ rief der temperamentvolle Musiker aus Eriwan. „Eine Hymne auf Ihre schöne Stadt!“ Und Robert Amirkhanyan hielt sein Versprechen. Der Mann, dessen Lieder in Armenien „jedes Kind kennt, dessen Musik überall ist“, wie seine Gesangspartnerin Seda Amir-Karayan sagt, schickte im Herbst die Noten, die derzeit überall in Lorsch einstudiert werden. Denn sie wird am 26. Januar 2014 in der Nibelungenhalle gemeinsam mit Lorscher Chormitgliedern erstmals erklingen: Beim Eröffnungskonzert des Jubiläumsjahres „Freundschaft – ein Geschenk der Götter“ mit Robert Amirkhanyan und Seda Amir-Karayan bildet ihre Uraufführung den Höhepunkt.

Für Amirkhanyan, für den „die Melodie das Maß aller Dinge ist“, wie er sagt, waren zwei Dinge ausschlaggebend: „Die Begeisterung für die großartige Geschichte und Tradition Ihrer Stadt und ein tiefes Gefühl von Respekt und Liebe den warmherzigen Einwohnern Lorschs gegenüber.“ Amirkhanyan hat etliche Hymnen für sein Land geschrieben. „Eine Hymne muss die Kraft haben, die Gefühle vieler Menschen zusammenzufassen“, sagt der Musiker, der für seine musikalischen Verdienste mit dem höchsten Orden Armeniens ausgezeichnet wurde.

Aber – kann ein Armenier eine Hymne für Deutsche komponieren? „Ach, wissen Sie: Das Leben als solches, das Streben nach Glück, die grundlegenden Träume – das ist überall gleich. Und ich empfinde Verwandtschaft zwischen der Musikkultur beider Länder“, antwortet der Maestro. Nicht von ungefähr stand im Zentrum von Amirkhanyans musikalischer Ausbildung die Musik von Joseph Haydn. Doch wie ist es, einen deutschen Text zu vertonen? Bekanntermaßen hat das Deutsche keine besonders gefällige Sprachmelodie…

Es waren Ursula und Elmar Ullrich, die dem Komponisten den Text zur Hymne geliefert hatten. „Eine Zusammenarbeit“, wie Elmar Ullrich sagt. „Ich habe die Themen zusammengetragen, die in dem Lied vorkommen sollten. Meine Frau war dann diejenige, die das in Verse schmiedete.“ Herausgekommen ist ein Text mit Strophen im Kreuzreimschema. Als „nicht gerade einfach“ empfand Ursula Ullrich ihre Aufgabe: „Die Hymne als ‚feierlicher Lob- und Festgesang‘ wird heute ja eher als ungewöhnlich empfunden. Da droht Pathos!“ sagt die pensionierte Lehrerin augenzwinkernd. Was sie jedoch bravourös umschiffte.

Seda Amir-Karayan war „wirklich erstaunt, wie gut Robert das sofort verstanden hat, ohne dass er Deutsch spricht, aber er hat eine unglaubliche Sprachintuition. Ich bin ehrlich begeistert – es ist einfach sehr schön geworden!“ Das bestätigt auch Thomas Adelberger, der die Lorscher Sängerinnen und Sänger für die gemeinsame Uraufführung am 26. Januar vorbereitet.

Robert Amirkhanyan gibt sich bescheiden: „Wenn wir in Armenien eine Brücke bauen, dann gibt es erst Applaus für den Baumeister, wenn alle Gäste über die Brücke geschritten sind und sie standhielt. Ich bin neugierig, ob ich es geschafft habe, eine Brücke zwischen unseren Seelen zu bauen. Und ich werde respektvoll jedes Urteil meiner lieben Lorscher akzeptieren!“

Eröffnungskonzert des Jubiläumsjahres „Freundschaft – ein Geschenk der Götter“ mit Seda Amir-Karayan und Robert Amirkhanyan am 26. Januar 2014, Nibelungenhalle Justus-Liebig-Straße 25; Einlass 15 Uhr, Beginn 16 Uhr; Vorverkauf 16 € (alle Vorverkaufsstellen von Ticket Regional, in Lorsch in der Tourist Information im Alten Rathaus oder unter www.ticket-regional.de), Tageskasse 18 €. Kinder unter 12 Jahre frei. Im Konzert“ interpretieren die beiden die bekanntesten Lieder von Robert Amirkhanyan. Am Ende des Konzertes wird die Lorscher Hymne gemeinsam mit Sängerinnen und Sängern aus Lorsch uraufgeführt.

Am 26. Januar um 18 Uhr wird dann die Hymne noch einmal öffentlich aufgeführt vor der Königshalle mit weiteren Sängerinnen und Sängern aus Lorscher Chören.

Text und Melodie der Lorscher Hymne im Anhang der Pressemeldung auf der Starseite der Homepage www.lorsch.de

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