Fasnacht in Basel
Neue Ausstellung im Haus der Kirche
HEPPENHEIM, Januar 2015 (meli), Eine neue Ausstellung im Heppenheimer Haus der Kirche beleuchtet die religiösen Hintergründe der Basler Fasnacht. „Morgestraich, vorwärts marsch!“ Dieser Ruf ertönt punkt vier Uhr morgens und im gespenstischen Dunkel der Basler Innenstadt setzen sich Maskierte in farbenfrohen Kostümen trommelnd und pfeifend in Bewegung. Die Fassnacht erlebt in Basel ihren Höhepunkt, wenn in Deutschland längst „alles vorbei“ ist.
Der Grund liegt in den unterschiedlichen Auffassungen über die Länge der Fastenzeit. Im 11. Jahrhundert wurden die Sonntage als kleine Auferstehungsgedenktage aus der 40tägigen Fastenzeitherausgenommen. In Basel jedoch hielt man an der alten Regelung fest, so dass der „Morgestraich“, der die „drey scheenschte Dääg“ einläutet, erst eine Woche nach Rosenmontag stattfindet.
Gegenüber der Fassnacht hatte der Klerus stets ein begründetes Unbehagen. Seine schlimmsten Befürchtungen wurden in der Fasnacht im Jahr 1529 wahr. Die alte Kirchenordnung wurde vom Sockel gestoßen, die Reformation hatte in Basel Fuß gefasst. Das wird in der Ausstellung, die von der Bildungsreferentin des Evangelischen Dekanats Bergstraße, Birgit Geimer, konzipiert wurde, anhand von Schaubildern erläutert. Viele farbenfrohe Fotos vermitteln einen Eindruck von den Besonderheiten der Basler Fasnacht.
Dazu gehört zum Beispiel die „Guggemusig“ oder „Chatzemusig“, die stark rhythmisch unterlegt auf gekonnte Art „falsch“ gespielt wird. Im Gegensatz zum rheinischen Karneval dürfen sich in Basel nur die Aktiven verkleiden. Ihre „Masge“ bedeckt nicht nur das Gesicht. Typisch für Basel ist die Verkleidung des gesamten Körpers. Gut zu sehen etwa bei den „alti Danten“ (alten Tanten), eine beliebte Fasnachtsparodie auf die vornehmen älteren Damen der städtischen Oberschicht.
Die Ausstellung im Heppenheimer Haus der Kirche (Ludwigstr. 13) ist bis Ende Februar werktags jeweils von 9 bis 12 Uhr sowie 14 bis 16 Uhr (Freitag 9-12 Uhr) geöffnet. Der Eintritt ist frei.
