Geburtstagsfest für naturaktiven Nachwuchs
Mit ihrem Jubiläum feierten die Malchener „Wühlmäuse“ zwanzig Jahre nachhaltige Gemeinschafts-
arbeiten mit Herz, Hand, Spaß und Verstand
MALCHEN, August 2014 (pem), Aus Kindern werden Leute und aus guten Ideen sprießen gute Taten: Die erste Generation der „Wühlmäuse“ ist längst herangewachsen zu verantwortungsbewussten Gesellschaftsmitgliedern. Zwanzig Jahre ist es her, dass bei vier Kindern die Naturneugier entflammte. Bei einem Besuch bei Eckehardt Woite lernten sie seinen Garten kennen: Statt Edelrasen und Blumenbeeten ein Gelände geordneter Wildnis mit Feuchtbiotopen, Blühwiesenflächen und Gebüschen als Lebensräume für Insekten. Die Bäume und Sträucher voll von vernaschbaren Früchten. Das weckte die Lust darauf, mehr von den Geheimnissen der Tiere und Pflanzen zu erfahren, so dass es zu regelmäßigen Treffen kam.
Um die Kids der ersten Stunde wuchs bald ein Kreis Gleichgesinnter. 1994 gründeten sich die „Wühlmäuse“, eine „am Gemeinwohl orientierte, ganzheitliche Gruppe, die versucht, viele Lebensbereiche zu erfassen, viel für die Natur und die Mitmenschen zu tun,“ erklärte Eckehardt Woite dem Melibokus Rundblick. Mit einer Einladung in seinen Wundergarten sollte das Jubiläum gebührend gefeiert werden. Er nahm die Begrüßung der Gäste als Gelegenheit wahr, noch einmal die von den „Nachwuchs-Aktivisten“ verfolgten Prinzipien und Ziele darzulegen. Natur erleben, kennen und verstehen lernen steht im Mittelpunkt. Sich in der Gemeinschaft für den Erhalt der Artenvielfalt einzusetzen, formt das Bewusstsein und führt zur Hinwendung zum einfachen, natürlichen Leben.“ Statt meckern, zupacken! Statt Angst, Mut zum Leben haben!“ Dass die Kinder mit allen Projekten wertvolle Beiträge zum gesamten lokalen Umweltschutzprogramm leisten, steht außer Frage, weshalb die Wühlmäuse auch der Unterstützung und Kooperation von NABU, BUND, Better World Club, Kita Windrad und der Gemeinde Seeheim-Jugenheim sicher sein können.
Im Laufe der Jahre entstanden weitere Altersstufen- und Arbeitsschwerpunktkreise, denn es galt, eine Vielzahl von Projekten in Angriff zu nehmen und zu betreuen. Einrichten von Fledermaus- und Winterquartieren, Anbringen von Nistkästen und die Anlage von Teichen und Weihern sind „Wühlmausspezialitäten“. „Der Wühlmausfleiß hat in jüngster Zeit die Gemarkung bereichert um den Salamander-, Blüten- und Hermelinteich. Ebenso legten die Kids bei der Erneuerung des Wassersteinbruchs Hand an.“
Regelmäßige Pflege benötigt der Geschichtspfad. Inzwischen gehören insgesamt 70 Kinder zu dem umweltbewussten Nachwuchs. Es entstanden drei Bienen- und eine Schafsgruppe, denn nach der Rodung eines lange brachliegenden Grundstücks ist jetzt sogar ein „Wühlmausgarten“ in ihrem Besitz. Der Erlös aus den Erträgen der produzierten Nahrungsmittel wie Honig, Marmelade oder Brot werden als Spende sozialen Projekten zugeführt.
Intensiv mit der Natur leben bedeutet, sie von verschiedenen Seiten zu erkunden. Abenteuertouren in den Ferien, Wanderungen, Bootsausflüge, Exkursionen finden ganzjährig statt. Mit „Winterverbrennung“, “Sonnenwende“ und „Erntefest“ wird ebenso dem Naturkreislauf Rechnung getragen. Ganz vom Wühlmaus-Feinsten gestaltete sich das Geburtstagsfest: Das Köstlichste aus Kräuter- und Bioküche bestückte als Salat-, Menü oder Kuchenspende das Buffet. Die Wühlmauskids selber standen für Besucherinformation zur Verfügung und leiteten Führungen zu den Weihern. Von Kirschenessen bis Schafe streicheln, Hängemattenschaukeln, Poolplantschen und Wiesenkullern bot das Areal viel Raum zur eigenen Gestaltung.
„So wenig wie nötig verbieten, soviel wie möglich erlauben!“ zählt zu Woites pädagogischen Grundsätzen. Stimmungsvoll krönte das Sonnenwendfeuer die vielen schönen Stunden. Als Credo über allem steht für Eckehardt Woite und die Wühlmausarbeit:“Die Möglichkeiten zum Glücklichsein sind groß – wir versuchen sie zu nutzen!“
