Seeheim-Jugenheim

Geflügelzuchtverein Ober-BeerbachVolker Reimund ist stolz auf sein schön gezeichnetes deutsches Zwerghuhn.
25. März 2013 

Gefiederter Schönheitswettbewerb mit Sinn

Der Geflügelzuchtverein 1948 Ober-Beerbach lud zur Geflügelschau ins Bürgerhaus Ober-Beerbach ein

OBER-BEERBACH (sawe), Sie gurren und krähen, sind gehämmert, schmücken sich mit Perücken oder tragen exotische Namen wie „Kröpfer“ oder „Mohrenköpfe“ – die Rede ist von bekannten und weniger häufigen Hühner- und Taubenrassen. Bei der zweitägigen Schau des Ober-Beerbacher Geflügelzuchtvereins konnten 301 Tiere in unterschiedlichen Farbzüchtungen besichtigt werden. „Diese Anzahl ist recht ordentlich für einen kleinen Verein wie uns“, sagte der Vorsitzende Wolfgang Peter. Er selbst verkörpert, was einen Züchter ausmacht: die Liebe zum Hobby und vor allem zum Tier, dem lebenden Inhalt der Zuchtaktion.

Fast schon zärtlich ging er nah heran an die kleinen Käfige mit seinen Kröpfer-Tauben. Er pustete sie zaghaft an, sprach mit ihnen, machte Laute und freute sich über die Reaktion der teilweise mit der zweithöchsten Bewertung „hervorragend“ ausgezeichneten Tiere.
Der Erhalt und die Optimierung der Rasse in allen wichtigen Belangen ist Sinn und Ziel des außergewöhnlichen Hobbys, das immer weniger Menschen ausüben. „Es ist sehr viel Arbeit“, weiß Peter aus eigener Erfahrung. Es handelt sich eben um Lebewesen.

Was früher einmal für den heimischen Kochtopf in fast jedem Haushalt an Hühnern gezüchtet wurde, sorgt heute mit den bekannten Kräh- und Gaggerlauten für Ruhestörung. „Und das sogar hier im ländlichen Raum, wo man doch damit rechnen muss, dass früh morgens der Hahn einen mit seinem Ruf weckt“, schüttelte der Geflügelzüchter verständnislos den Kopf. Im Ausstellungsraum allerdings war es zumindest bei Helligkeit recht ruhig. „Aber sobald es dunkel wird, dann hört man Scharren und das Trommeln“, berichtete der Federvieh-Fan.

Dann macht die Trommeltaube ihrem Namen alle Ehre. Vier Preisrichter drehten samstags ihre Runden, bewerteten Haltung, Körperbau, Federbeschaffenheit und Gesamteindruck. Dabei liegen Nuancen Unterschiede zwischen der Note „vorzüglich“ mit 97 Punkten und „hervorragend“ mit 96 Zählern. Insgesamt gab es sechzehn Mal „vorzüglich“ ausschließlich für Taubenrassen sowie 29fach „hervorragend“ für 16 Hühner und 13 Tauben. Raum für das fachsimpeln gab es beim Züchterabend am Samstag der Ausstellung. „Da sitzen wir gemütlich zusammen“, erklärte Peter.

Indes in der Küche wirbelten die Frauen der Vereinsmitglieder. Sie hatten für das leibliche Wohl nicht nur große Mengen Kuchen und Torten gezaubert, sondern auch für das Sonntagsessen mit Zwiebel- und Champignonschnitzel gesorgt. „Die Leute kommen gern hierher, weil es einfach immer schmeckt“, lobte der Vereinschef die emsigen Damen.

Fotos: Stefan Oelsner
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